Das bewegt Hessen jetzt

Die FFH-Nachrichten - fünf Minuten früher auf den Punkt

Odenwaldschulleitung "erschüttert und beschämt"

Die Schulleitung der privaten Odenwaldschule hat sich nach intensiven Gesprächen mit früheren Schülern über sexuellen Missbrauch «erschüttert und beschämt» gezeigt. «Wir haben die ehemaligen Schüler um Vergebung gebeten», sagte die Direktorin des Internats, Margarita Kaufmann, vor der Presse im südhessischen Heppenheim. Sichtlich bewegt und den Tränen nahe meinte Kaufmann, «die Odenwaldschule hat große Schuld auf sich geladen». Nichts könne das Leid ungeschehen machen. Sie berichtet, dass sich bis zum Donnerstag 33 ehemalige Schüler gemeldet und von Missbrauch berichtet hätten.

Eine ehemalige Schülerin habe beispielsweise erzählt, sie sei als Zehnjährige von ihrem Musiklehrer missbraucht worden, der sie zu Zusatzübungen in seine Wohnung bestellt habe. Beschuldigt worden sei auch der ehemalige Schulleiter, in dessen Schlafzimmer Kinder kommen mussten, wenn sie telefonieren wollten.

 

Ein Jahr nach dem Amoklauf: Trauerfeier in Winnenden

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden hat Bundespräsident Horst Köhler weitere Beschränkungen für den Zugang zu Waffen sowie strengere Regeln für Medien gefordert. Bei der Gedenkfeier in Winnenden sagte er: «Es kann auch viel geschehen - noch mehr als bisher - damit gefährdete Menschen nicht an Schusswaffen gelangen und Schulen und ähnliche Orte noch besser vor Anschlägen geschützt sind.» Um schwere Verbrechen wie Amokläufe künftig möglichst zu verhindern, seien auch die Medien gefordert, sagte Köhler: «Wir brauchen klar definierte Berichterstattungsregeln, die gemeinsam mit den Medien erarbeitet werden; wir brauchen einen medienübergreifenden Pressekodex im Geist der Prävention.» Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass detaillierte Berichte über die Täter Nachahmer auf den Plan rufen.

Am 11. März 2009 hatte ein 17-jähriger ehemaliger Schüler an der Albertville-Realschule acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf seiner Flucht tötete er drei weitere Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er unverschlossen im Schlafzimmer seiner Eltern gefunden.Rund 900 Schüler, Lehrer und Hinterbliebene waren am Morgen zum stillen Gedenken zusammengekommen. Sie trauerten in einer Halle gegenüber der Albertville-Realschule unter Ausschluss der Öffentlichkeit um die 15 Opfer der Bluttat. Nach Angaben eines Teilnehmers wurden auf einer Videoleinwand Bilder aus dem Leben der Opfer gezeigt und Gedichte vorgetragen.

 

 

K+S mit Gewinneinbruch - Hoffen auf 2010

Nach einem Gewinneinbruch 2009 rechnet der Düngemittel- und Salzproduzent K+S im laufenden Jahr wieder mit deutlich besseren Geschäften. «Mittlerweile mehren sich die Anzeichen für eine Normalisierung der Düngemittelnachfrage und unser Salzgeschäft wird im laufenden Jahr erneut von einer insgesamt guten Auftausalznachfrage und der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Morton Salt profitieren», erklärte der Vorstandsvorsitzende des Kasseler Dax-Konzerns, Norbert Steiner, heute in einer Mitteilung.

Im Krisenjahr 2009 waren Umsatz und Gewinn wegen der starken Zurückhaltung vieler Landwirte bei Düngemitteln und sinkender Preise eingebrochen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Rekordjahr 2008 um gut ein Viertel auf 3,57 Milliarden Euro. Der Gewinn brach auf 96,4 (Vorjahr: 870,9) Millionen Euro ein. Die Dividende soll kräftig auf 0,20 (2,40) Euro je Aktie gesenkt werden.

 

Hessen-SPD fordert Rücktritt von Innenminister Bouffier

 Hessens Innenminister Volker Bouffier nimmt gerade Stellung zu den Vorwürfen der Opposition wegen der Besetzung eines Polizeipräsidenten-Postens. Der Minister sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, er habe die Stelle mit seinem Wunschkandidaten besetzt, obwohl ihm der Verwaltungsgerichtshof des Landes das untersagt hatte. Die Opposition hält das für einen Rechtsbruch und hat eine Erklärung des Ministers im Innenausschuss des Landtages gefordert.

Der frühere Präsident der Bereitschaftspolizei war 2008 in den Ruhestand getreten, um die Nachfolge hatten sich zwei Kandidaten beworben. Bouffier hatte sich für Hans Langecker entschieden, zuvor Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Der Mitbewerber hatte gegen die Entscheidung geklagt und in erster Instanz verloren. Der VGH entschied dagegen als zweite Instanz in einer rechtskräftigen einstweiligen Anordnung, Bouffier dürfe das Amt bis zum Abschluss eines erneuten Personalauswahlverfahrens nicht besetzen. Das hatte der Minister dann Mitte vergangenen Jahres dann doch getan.

 

Streiks legen Griechenland lahm

Mit einer Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Sie protestieren heute gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Besonders betroffen war der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Die Fluglinien hatten ihre Passagiere jedoch rechtzeitig informiert. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt. Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, lobte derweil die griechischen Sparanstrengungen.

Die internationalen Finanzmärkte hätten den Sparkurs durchaus positiv aufgenommen, sagte Juncker auf NDR Info. «Daher kann von einem Ablenkungsmanöver der Griechen nicht die Rede sein.» Er begrüßte zudem den Vorschlag, einen Europäischen Währungsfonds zu gründen. «Allerdings kann ein solcher Fonds nicht alle Probleme lösen», sagte er. Jeder Euro-Staat müsse seine Finanzen zunächst selbst in Ordnung bringen.

 

Schweinegrippe-Impfung erweist sich als Reinfall

Nicht einmal jeder zehnte Deutsche hat sich gegen Schweinegrippe impfen lassen. Das geht aus Daten des niedersächsischen Gesundheitsministerium hervor, die der dpa vorliegen. «Die Zahl liegt merklich unter der Impfrate einer normalen Grippesaison von rund 20 Prozent», erläuterte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministerium, Thomas Spieker. Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Landesgesundheitsminister. Nach den vorläufigen Daten aus 13 Bundesländern lag die Impfrate zwischen vier und zehn Prozent.

Damit wurden nicht einmal 8 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix verbraucht. Nach harten Verhandlungen müssen die Länder nun nur 34 Millionen der 50 Millionen Impfstoffdosen vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline abnehmen. Zudem gibt es nach dpa-Informationen unter anderem Verkaufsverhandlungen mit Pakistan. Ein Teil der Impfstoffe müsse jedoch noch verfügbar bleiben, solange die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre höchste Pandemiestufe sechs noch nicht aufgehoben habe, sagte Spieker.

 

Schock-Preise beim Tanken: Autoclub spricht von Abzocke

Deutschlands Autofahrer werden an den Tankstellen zur Zeit schamlos abgezockt,. Das prangert der Auto-Club Europa ACE an. Er fordert: die Kanzlerin müsse jetzt eingreifen.

Beim Tankstopp kriegen viele Autofahrer das kalte Grausen : Die Preistafeln zeigen bis zu 1,43 Euro pro Liter Super und 1,21 Euro für Diesel. "Marktwirtschaftlich überhaupt nicht nachvollziehbar", so Experten des Auto-Clubs. Denn: Als der Rohölpreis 2008 fast doppelt so teuer war wie jetzt, kostete der Sprit weniger als heute!

 Die Mineralölwirtschaft kontert: Die Einkaufspreise seien hoch und man habe Verluste gemacht. "Alles Ausreden", schimpft der Auto-Club Europa und fordert jetzt Kanzlerin Mekel auf, die Preistreiberei der Sprit-Multis per Gesetz zu bekämpfen.

 

Grüne: Lärmende Kinder dürfen kein Grund für Klagen sein!

Kinderlärm ist heute Thema im hessischen Landtag. Die Grünen wollen per Gesetz erreichen, dass niemand mehr klagen kann, wenn ihm Kinder in der Nachbarschaft zu laut sind.

Wer sich durch Lachen, Singen und Spielen gestört fühlt, der konnte bisher vor Gericht ziehen, ähnlich wie bei zu lauten Autos. Die Grünen wollen das nicht länger hinnehmen - Kinderlärm sei keine schädliche Umwelteinwirkung, er gehöre zum Wohnumfeld dazu.

Vor einigen Tagen hatte sich schon der Budesrat mit dem Thema befasst -  auf Drängen der hessischen Landesregierung. Die Vorschläge wurden in der Länderkammer aber so aufgeweicht, dass die Grünen jetzt auf Landesebene eigene Gesetze zum Schutz der Kinder erlassen wollen.

 

DFB will Schiri-Funktionär Amerell verklagen

Der DFB will seinen ehemaligen Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell (Bild: links) nach dessen jüngsten Anschuldigungen vor allem gegen Präsident Theo Zwanziger (Bild: rechts)verklagen. Der Deutsche Fußball-Bund kündigte an, den früheren Bundesliga-Referee wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Amerell hatte in der «Sportbild» dem DFB-Chef eine einseitige Aufklärung im Schiedsrichter-Skandal vorgeworfen. Amerell wird beschuldigt Unparteiische sexuell belästigt zu haben. Er bestreitet dies. Im deutschen Sportfernsehen unterstellte Amerell Zwanziger, einem Schiedsrichter aus seinem Heimatverein den Aufstieg in die Bundesliga ermöglicht zu haben, obwohl angeblich andere Unparteiische besser bewertet worden seien.

 

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