Jeder fünfte Bundesbürger scheut deshalb den Frühling - und die Zahl der Betroffenen steigt ständig an.Häufigster Auslöser der Allergie sind neben Hasel und Erle die Birkenpollen - und gerade davon wird dieses Jahr extrem viel durch die Luft fliegen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei. 2010 ist so ein sogenanntes "Mastjahr".
In den FFH-"60 Minuten" spricht Uta Schmidt heute mit dem Allergologen Dr. med. Volker Weiss über das Thema Allergie und Behandlung. Das Interview stellen wir nach der Sendung hier zum nochmal hören auf die Seite.
Rechtzeitig vorbeugen - die wichtigsten Tipps.
- Damit Allergiker mit der Zeit nicht schlimmere und teils chronische Erkrankungen aus dem Heuschnupfen entwickeln, empfiehlt die Medizin, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern das Übel an der Wurzel zu packen: Den Körper an die störenden Stoffe zu gewöhnen, ihn zu "hyposensibilisieren".
Eine relativ neue Möglichkeit dazu bietet die "Grastablette". Leicht zu lagern, leicht zu dosieren und vor allem angenehm für Menschen die Spritzen hassen. Seit kurzem ist die Grastablette jetzt auch für Kinder ab 5 Jahren offiziell zugelassen, ein Hinweis auf die besonders gute Verträglichkeit. Mehr über die Grastablette. - Antihistaminika helfen meist gut gegen die Symptome, können aber allerlei Nebenwirkungen haben, insbesondere machen sie oft müde. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Halten Sie die Pollen-Belastung in Ihrer Wohnung so gering wie möglich. Das heißt: Alle glatten Oberflächen mehrmals pro Woche abwischen, Teppiche und Gardinen mehrmals die Woche mit einem Staubsauger mit Pollenfilter reinigen. Bettwäsche mindestens alle zwei Wochen waschen, Kleidung alle drei bis vier Tage. Ziehen Sie Ihre Jacke am besten schon im Flur aus. - Auf dem Land ist die Belastung mit Pollen morgens am stärksten, in der Stadt wird die höchste Konzentration meist am Abend erreicht. Lüften Sie erst nachts, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen.
- Wechseln sie beim Betreten der Wohnung am besten die Kleidung. Hängen Sie Ihre Wäsche in der Pollenzeit möglichst nicht draußen auf die Leine. Um in der Nacht beschwerdefrei zu schlafen, waschen Sie sich am besten abends die Haare...
Rund um das Thema Allergie ranken sich seit Jahren schon etliche Mythen.
Wir räumen mal mit den größten Theorien auf und verraten Ihnen, was falsch ist und was stimmt...:
Allergien sind unheilbar
Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig: Grundsätzlich bleibt die Neigung zur Allergie das ganze Leben über. Durch Therapien können Sie die Empfindlichkeit herabsetzen oder sogar ganz verschwinden lassen...- Heuschnupfen gibt’s erst seit der Neuzeit
Falsch! Schon die Perser litten unter Heuschnupfen. Allerdings nahm die Empfindlichkeit der Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zu. Ursache sind der wandelnde Lebensstil und die immer stärker werdende Luftverschmutzung. - Schmutz schützt vor Heuschnupfen
Richtig! Wenn Kinder mit Schmutz in Kontakt kommen, wird das Immunsystem trainiert. Das heißt: der Körper stellt sich auf den Kampf gegen die Keime viel besser ein. So haben zum Beispiel Kids vom Land ein deutlich besseres Immunsystem als Kids aus der Stadt... - Allergiker sind anfälliger für neue Allergien
Das ist richtig, denn Allergiker entwickeln so genannte Kreuzallergien. Menschen, die an Pollenallergie leiden sind auch anfällige gegen einige Lebensmittel. - Ältere Menschen bekommen keine Allergie mehr!
Falsch! Manche Menschen werden sogar erst im Rentenalter zum Allergiker. - Eine Allergie kann man sich auch einfangen
Leider richtig! Je öfter Sie mit einem Auslöser in Kontakt kommen, desto höher ist das „"Ansteckungsrisiko".
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