Das bewegt Hessen jetzt

Die FFH-Nachrichten - fünf Minuten früher auf den Punkt

Odenwaldschulleitung "erschüttert und beschämt"

Die Schulleitung der privaten Odenwaldschule hat sich nach intensiven Gesprächen mit früheren Schülern über sexuellen Missbrauch «erschüttert und beschämt» gezeigt. «Wir haben die ehemaligen Schüler um Vergebung gebeten», sagte die Direktorin des Internats, Margarita Kaufmann, vor der Presse im südhessischen Heppenheim. Sichtlich bewegt und den Tränen nahe meinte Kaufmann, «die Odenwaldschule hat große Schuld auf sich geladen». Nichts könne das Leid ungeschehen machen. Sie berichtet, dass sich bis zum Donnerstag 33 ehemalige Schüler gemeldet und von Missbrauch berichtet hätten.

Eine ehemalige Schülerin habe beispielsweise erzählt, sie sei als Zehnjährige von ihrem Musiklehrer missbraucht worden, der sie zu Zusatzübungen in seine Wohnung bestellt habe. Beschuldigt worden sei auch der ehemalige Schulleiter, in dessen Schlafzimmer Kinder kommen mussten, wenn sie telefonieren wollten.

 

Heftige Nachbeben in Chile

Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile mit mindestens 497 Toten haben heftige Nachbeben das südamerikanische Land erschüttert. Das Epizentrum des stärksten der Erdstöße, die nach Angaben der US-Erdbebenwarte 7,2 erreichten, lag 150 Kilometer südlich von der Hauptstadt Santiago. Die Marine gab eine Tsunami-Warnung heraus.

Bewohner küstennaher Orte wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Über mögliche neue Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Tausende Menschen rannten am Donnerstag aus ihren Häusern auf die Straßen, als wiederholt die Erde bebte, berichteten Korrespondenten aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile.

Auch die Teilnehmer der Amtseinführung des neuen Präsidenten Sebastián Piñera in Valparaiso wurden aufgeschreckt. Zur Zeremonie waren auch viele ausländische Staatschefs ins Parlament gekommen. Die Erde bebte nur Minuten vor der Amtsübernahme.

 

Weiter Wirbel um Westerwelles Reisen

Die Mitnahme befreundeter Geschäftsleute ins Ausland überschattet weiterhin die Südamerika-Reise von Außenminister Guido Westerwelle (Foto / FDP). Heute wurde bekannt, dass eine Ludwigshafener Firma, an der Westerwelles Bruder Kai beteiligt ist, den FDP-Vorsitzenden im Januar nach Asien begleitet hatte. Dies geht aus der Teilnehmerliste des Auswärtigen Amts und dem Handelsregisterauszug der Firma hervor. Nach Zeitungsberichten fuhr auch ein Geschäftspartner von Westerwelles Lebensgefährten Michael Mronz nach Asien mit. Der Außenminister wies die Vorhaltungen zurück.

   Im Auswärtigen Amt (AA) ist unterdessen Unmut spürbar, dass das Ministerium fast fünf Monate nach Westerwelles Amtsübernahme seit Wochen nicht aus negativen Schlagzeilen herauskommt. Mitarbeiter beklagen, dass wichtige außenpolitische Themen im Haus derzeit kaum noch eine Rolle spielten. Wie es in der AA-Zentrale weiter heißt, haben die Anträge zur Entsendung auf diplomatische Auslandsposten in letzter Zeit zugenommen. Die Zahl liege deutlich höher als sonst nach einem Regierungswechsel.

 

Ein Jahr nach dem Amoklauf: Trauerfeier in Winnenden

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden hat Bundespräsident Horst Köhler weitere Beschränkungen für den Zugang zu Waffen sowie strengere Regeln für Medien gefordert. Bei der Gedenkfeier in Winnenden sagte er: «Es kann auch viel geschehen - noch mehr als bisher - damit gefährdete Menschen nicht an Schusswaffen gelangen und Schulen und ähnliche Orte noch besser vor Anschlägen geschützt sind.» Um schwere Verbrechen wie Amokläufe künftig möglichst zu verhindern, seien auch die Medien gefordert, sagte Köhler: «Wir brauchen klar definierte Berichterstattungsregeln, die gemeinsam mit den Medien erarbeitet werden; wir brauchen einen medienübergreifenden Pressekodex im Geist der Prävention.» Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass detaillierte Berichte über die Täter Nachahmer auf den Plan rufen.

Am 11. März 2009 hatte ein 17-jähriger ehemaliger Schüler an der Albertville-Realschule acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf seiner Flucht tötete er drei weitere Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er unverschlossen im Schlafzimmer seiner Eltern gefunden.Rund 900 Schüler, Lehrer und Hinterbliebene waren am Morgen zum stillen Gedenken zusammengekommen. Sie trauerten in einer Halle gegenüber der Albertville-Realschule unter Ausschluss der Öffentlichkeit um die 15 Opfer der Bluttat. Nach Angaben eines Teilnehmers wurden auf einer Videoleinwand Bilder aus dem Leben der Opfer gezeigt und Gedichte vorgetragen.

 

 

K+S mit Gewinneinbruch - Hoffen auf 2010

Nach einem Gewinneinbruch 2009 rechnet der Düngemittel- und Salzproduzent K+S im laufenden Jahr wieder mit deutlich besseren Geschäften. «Mittlerweile mehren sich die Anzeichen für eine Normalisierung der Düngemittelnachfrage und unser Salzgeschäft wird im laufenden Jahr erneut von einer insgesamt guten Auftausalznachfrage und der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Morton Salt profitieren», erklärte der Vorstandsvorsitzende des Kasseler Dax-Konzerns, Norbert Steiner, heute in einer Mitteilung.

Im Krisenjahr 2009 waren Umsatz und Gewinn wegen der starken Zurückhaltung vieler Landwirte bei Düngemitteln und sinkender Preise eingebrochen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Rekordjahr 2008 um gut ein Viertel auf 3,57 Milliarden Euro. Der Gewinn brach auf 96,4 (Vorjahr: 870,9) Millionen Euro ein. Die Dividende soll kräftig auf 0,20 (2,40) Euro je Aktie gesenkt werden.

 

Hessen-SPD fordert Rücktritt von Innenminister Bouffier

 Hessens Innenminister Volker Bouffier nimmt gerade Stellung zu den Vorwürfen der Opposition wegen der Besetzung eines Polizeipräsidenten-Postens. Der Minister sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, er habe die Stelle mit seinem Wunschkandidaten besetzt, obwohl ihm der Verwaltungsgerichtshof des Landes das untersagt hatte. Die Opposition hält das für einen Rechtsbruch und hat eine Erklärung des Ministers im Innenausschuss des Landtages gefordert.

Der frühere Präsident der Bereitschaftspolizei war 2008 in den Ruhestand getreten, um die Nachfolge hatten sich zwei Kandidaten beworben. Bouffier hatte sich für Hans Langecker entschieden, zuvor Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Der Mitbewerber hatte gegen die Entscheidung geklagt und in erster Instanz verloren. Der VGH entschied dagegen als zweite Instanz in einer rechtskräftigen einstweiligen Anordnung, Bouffier dürfe das Amt bis zum Abschluss eines erneuten Personalauswahlverfahrens nicht besetzen. Das hatte der Minister dann Mitte vergangenen Jahres dann doch getan.

 

Streiks legen Griechenland lahm

Mit einer Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Sie protestieren heute gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Besonders betroffen war der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Die Fluglinien hatten ihre Passagiere jedoch rechtzeitig informiert. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt. Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, lobte derweil die griechischen Sparanstrengungen.

Die internationalen Finanzmärkte hätten den Sparkurs durchaus positiv aufgenommen, sagte Juncker auf NDR Info. «Daher kann von einem Ablenkungsmanöver der Griechen nicht die Rede sein.» Er begrüßte zudem den Vorschlag, einen Europäischen Währungsfonds zu gründen. «Allerdings kann ein solcher Fonds nicht alle Probleme lösen», sagte er. Jeder Euro-Staat müsse seine Finanzen zunächst selbst in Ordnung bringen.

 

Schweinegrippe-Impfung erweist sich als Reinfall

Nicht einmal jeder zehnte Deutsche hat sich gegen Schweinegrippe impfen lassen. Das geht aus Daten des niedersächsischen Gesundheitsministerium hervor, die der dpa vorliegen. «Die Zahl liegt merklich unter der Impfrate einer normalen Grippesaison von rund 20 Prozent», erläuterte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministerium, Thomas Spieker. Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Landesgesundheitsminister. Nach den vorläufigen Daten aus 13 Bundesländern lag die Impfrate zwischen vier und zehn Prozent.

Damit wurden nicht einmal 8 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix verbraucht. Nach harten Verhandlungen müssen die Länder nun nur 34 Millionen der 50 Millionen Impfstoffdosen vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline abnehmen. Zudem gibt es nach dpa-Informationen unter anderem Verkaufsverhandlungen mit Pakistan. Ein Teil der Impfstoffe müsse jedoch noch verfügbar bleiben, solange die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre höchste Pandemiestufe sechs noch nicht aufgehoben habe, sagte Spieker.

 

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