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Maut-Kompromiss: Stärkere Steuerentlastung für saubere Autos

Maut-Kompromiss: Stärkere Steuerentlastung für saubere Autos
Symbolbild

01.12.2016

Deutsche Autofahrer mit besonders sauberen Wagen können bei einer Einführung der umstrittenen Pkw-Maut auf stärkere Steuerentlastungen hoffen. Berlin und Brüssel haben sich auf einen entsprechenden Kompromiss geeinigt und das am Abend verkündet. Der Kompromiss mit der EU-Kommission sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor, dass moderne Euro-6-Fahrzeuge insgesamt um 100 Millionen Euro jährlich mehr entlastet werden sollen als bisher geplant. Sie sollen etwas mehr Steuer-Entlastung bekommen, als sie Maut zahlen müssen. Zudem sollen die Kurzzeittarife für Fahrer aus dem Ausland noch geändert werden.

Eine Mehrbelastung für umweltschädlichere Autos soll nicht kommen

Die geplante höhere Steuerentlastung für besonders saubere Autos soll die zentrale Kritik aus Brüssel entschärfen. Die Kommission sah es bislang als verbotene Benachteiligung von Ausländern, dass nur Inländer für Maut-Zahlungen centgenau bei der Kfz-Steuer entlastet werden sollten. Künftig sollen also alle Inländer mindestens in Höhe ihrer Maut bei der Steuer entlastet werden - manche sogar darüber hinaus. Eine Mehrbelastung für umweltschädlichere Autos soll nicht kommen. Dies schließt auch der schwarz-rote Koalitionsvertrag aus.

Als weiteres Entgegenkommen an die EU-Kommission sollen die Preise für die Kurzzeitmaut stärker gespreizt werden - mit fünf statt drei Stufen nach Motorgröße und Schadstoffausstoß. Eine Zehn-Tages-Maut soll demnach je nach Fahrzeugeigenschaften 2,50 Euro, 4 Euro, 8 Euro, 14 Euro oder 20 Euro kosten. Im geltenden Mautgesetz sind es 5, 10 und 15 Euro. Insgesamt sollen die Änderungen die Einnahmen nicht schmälern, da sie neben niedrigeren auch höhere Preise umfassen.

Maut soll 500 Millionen Euro pro Jahr einbringen

Trotz der geplanten Änderungen auf Drängen der EU soll die Maut unter dem Strich weiterhin die bisher prognostizierten 500 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Dazu soll neben erwarteten Mehreinnahmen aus den Kurzzeittarifen auch beitragen, dass das Verkehrsaufkommen von Autos aus dem Ausland auf deutschen Straßen gestiegen ist.

Österreich denkt über Klage nach

Österreich sieht die erwartete Einigung kritisch. Mögliche Steuerentlastungen auf der einen Seite und eine Maut auf der anderen Seite seien nach wie vor diskriminierend, sagte Verkehrsminister Jörg Leichtfried in Brüssel. «Es ist alles möglich», sagte er mit Blick auf eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dafür müssten jedoch letztlich die rechtlich verbindlichen Texte geprüft werden. Österreich will sich mit weiteren deutschen Nachbarn wie den Niederlanden, Belgien und Polen über ein mögliches gemeinsames Vorgehen abstimmen.

Nach einer politischen Einigung mit der EU-Kommission müsste Deutschland die bereits geltenden Maut-Regelungen noch rechtlich bindend ändern. Erst dann würde die Brüsseler Behörde voraussichtlich ihr Verfahren wegen der Verletzung von EU-Recht einstellen.


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