Zettl
Unschlagbar charakterlos
Wie hat Oma immer gesagt: “Politiker und Journalisten –alle in einen Sack gesteckt und draufgehauen, da triffste immer den Richtigen.“ Wie recht Oma hat, sehen wir jetzt im Kino. Bully Herbig spielt den Titelhelden in „Zettl – unschlagbar charakterlos“.
Max Zettl ist clever und ehrgeizig. Skrupellos boxt und schleimt er sich die Karriereleiter hoch – vom Chauffeur bis zum Chefredakteur einer Berliner Online-Zeitschrift bringt er‘s. Da ist er natürlich mittendrin im Polit- und Medien-Irrenhaus: Der Kanzler ist eine Weichbirne mit einer viel zu jungen Geliebten, die Ersatzkandidaten sind notgeil, beziehungsweise gefangen im falschen Körper, und die dekadente Journaille durchwurschtelt diesen Sumpf auf der Suche nach dem nächsten Skandal.
Deutschlands erste Schauspielerriege ist angetreten: die Giganten Götz George und Senta Berger, die niedliche Karoline Herfurth, Kabarett-Opa Dieter Hildebrandt, Harald Schmidt mit Glatze als Ministerpräsident. Und Bully Herbig spielt den Zettl exakt so wie Bully Herbig immer spielt.
„Zettl“ ist praktisch die Fortsetzung der 80er Jahre Kult-Serie „Kir Royal“. Regisseur Helmut Dietl erzählt die Story um einen Klatschreporter in der Münchner Schickeria einfach in Berlin nochmal neu. Extrem witzig, die Dialoge sind so bissig, die kauen praktisch Löcher in die Leinwand. Aber wir müssen gut hinhören. Die Schauspieler haben irgendwie die Nuschel-Seuche und der Dialektwirrwarr macht‘s auch nicht leichter.
Acht Euro kostet unser Kinoticket, sieben ist es wert.










