Die drastischsten Änderungen gibt's in den Niederlanden. Zum Jahresbeginn sind die Bußgelder im Schnitt um bis zu 40 Prozent gestiegen. Auch einige Promillegrenzen haben sich geändert. In Irland wurde der Wert von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt. In Estland dürfen Fahrzeugführer nun mit 0,2 Promille Alkohol im Blut noch fahren, vorher galt dort absolutes Alkoholverbot hinterm Steuer.
Generell drohen auch in südeuropäischen Ländern Verkehrssündern hohe Strafen, insbesondere bei Alkohol am Steuer und bei Geschwindigkeitsüberschreitungen: In Italien wird bei 1,5 Promille oder mehr das KFZ enteignet - sofern Fahrer und Eigentümer identisch sind. Zudem sind bestimmte Verstöße, wie Geschwindigkeitsüberschreitungen nachts zwischen 22 und 7 Uhr um ein Drittel teurer.
Die höchsten Bußgelder werden in skandinavischen Ländern fällig. Dies gilt besonders für Norwegen: Dort müssen Raser mit einem Bußgeld von Minimum 465 Euro rechnen. Wenn Autofahrer eine rote Ampel überfahren oder unerlaubt überholen, sind 670 Euro fällig. Wer sich betrunken hinters Steuer setzt, dem drohen Sanktionen von mindestens 770 Euro - im Einzelfall auch Gefängnis.
Außerdem sollten Reisende wissen, dass in einigen Ländern die Geldbuße erhebliche steigt, wenn sie nicht umgehend bezahlt wird. Beispielsweise verdoppeln sich in Griechenland die sowieso hohen Bußgelder, wenn nicht innerhalb von zehn Tagen bezahlt wird. So kann ein Überholverstoß nach Ablauf dieser Frist 700 Euro kosten.
Fahren Sie in Frankreich 50 km/h über Tempolimit, und das ist auf den französischen Autobahnen 130 km/h, dann werden nicht nur 1.500 Euro fällig. Ihr Auto ziehen die Polizisten auch gleich ein. Und vergessen Sie die Ausrede, Sie hätten nicht genügend Geld dabei. Natürlich ist die Gendarmerie mit modernen Kreditkartenlesegeräten unterwegs. Da zieht kein Argument mehr.
In der Schweiz hängt die Bußgeldhöhe von ihrem Einkommen ab. Großverdiener zahlen dort deutlich mehr für den gleichen Verstoß.
Auf das genaue Tempo kommt es in Österreich für die Polizisten gar nicht an. Laut Gesetz dürfen sie die Geschwindigkeit schätzen. Es gibt dazu auch keinen einheitlichen Bußgeldkatalog. Je mehr Sie reden, desto teurer wird es. Und denken Sie bloß an Ihre Vignette. Ohne den Aufkleber werden 110 Euro fällig.
Reisende sollten nicht vergessen, dass Verkehrsverstöße im EU-Ausland auch Auswirkungen in Deutschland haben können. Seit 2010 werden nichtbezahlte Bußgelder aus den anderen 26 EU-Ländern hierzulande vollstreckt. Dafür muss das Bußgeld inklusive Verfahrensgebühren mindestens 70 Euro betragen. Einen Punkteeintrag im Flensburger Verkehrszentralregister gibt es für Verkehrsverstöße im Ausland jedoch nicht.