Das Internet-Netzwerk Facebook bringt immer mehr Mitglieder auf die Palme. Auf ihren Profilen werden automatisch dutzendfach Pornos veröffentlicht.

Aber: Die Betroffenen sind selbst daran schuld, denn sie sind auf einen Trick reingefallen. Alle wurden mit dem Bild eines Prominenten gelockt. Sie klickten drauf und die Falle schnappte zu: Automatisch und ohne dass sie es merkten haben sie ihre Login-Daten freigegeben. Die "Hacker" können sich so auf die Profile einwählen und die Pornos online stellen. Vorsicht! Verdächtig sind vor allem Bilder mit Überschriften wie: "Ungeheuerlich, das musst Du gesehen haben!" Vermeiden Sie unbedingt auf solche Fotos zu klicken!

Wenn Sie versehentlich doch auf ein solches Bild geklickt haben hilft nur eins: Schnell das Passwort ändern. Wenn Sie zu lange warten, kann ihr Profil im schlimmsten Fall sogar von Facebook gelöscht werden. Der Grund: Zu viele Link-Postings hintereinander bedeutet für Facebook, dass da ein Spammer am Werk ist. Besuchen Sie nach der Passwort-Änderung Ihr eigenes Profil und löschen Sie die Einträge, die nicht von Ihnen stammen. Abschließend unbedingt noch einen Blick in die Privatsphäre-Einstellungen werfen und nach vermeintlichen Apps suchen, an deren Installationen Sie sich nicht mehr erinnern können.

Aber auch sonst lauern Gefahren

Schnell mal das Partybild von gestern Abend bei Facebook hochgeladen und schon können alle Freunde dran teilhaben. Blöd nur, wenn außer den Freunden auch noch andere Kontakte sehen, wie man auf den Tischen tanzt – die Kollegen zum Beispiel oder noch schlimmer, der Chef.

Facebook macht Spaß, man sollte aber ein paar Einstellungen beachten, um seine privaten Daten zu schützen. Unser Leitfaden verrät Ihnen, was Sie an welcher Stelle klicken müssen, um auf der sicheren Seite zu surfen.

Klick für Klick

Facebook bietet umfassende Möglichkeiten sicher zu surfen. Bloß kennt man viel der Einstellungen gar nicht. Wir stellen Ihnen einige Neuerungen, aber auch alte Funktionen vor, mit denen Sie Ihre privaten Daten schützen können.


Inhalte teilen

Wer kann sehen, was ich poste? Das musste man früher in einem Untermenü einstellen. Jetzt ist diese Einstellung "inline", also direkt am jeweiligen Beitrag. Im neuen Herausgeber (das ist das Fenster, in dem man seinen Beitrag postet) kann man über Symbole direkt einstellen, wer das Posting nachher lesen darf.

Facebook unterscheidet hier drei Gruppen: "Öffentlich", "Freunde" und "Benutzerdefiniert". Diese Einstellung kann man übrigens noch ändern, nachdem man den Beitrag veröffentlicht hat.

Trotzdem sollten Sie im zugehörigen Menüpunkt auch zentral einstellen, wer Ihre Beiträge lesen darf. Diese Einstellung greift, wenn Sie über ein Gerät posten, das nicht über die "inline-Funktion" verfügt, zum Beispiel ein Handy. Sie können hier unter der Einstellung "Benutzerdefiniert“" genau angeben, wer ihre Postings sehen darf. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, können Sie auch "Nur ich" einstellen.

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Privatsphäre-Einstellungen" > "Kontrolliere die Standardeinstellung für deine Privatsphäre" 

Markierungen

Ab sofort können Sie besser kontrollieren, in welcher Art und Weise Sie von anderen Nutzern auf Bildern markiert werden. Wenn Sie zum Beispiel die Funktion "Profil-Überprüfung" aktivieren, werden Sie benachrichtigt, wenn ein anderer Nutzer Sie auf einem Bild markieren will. Sie können dann entscheiden, ob dieses Bild auf Ihrem Profil erscheinen darf oder nicht. 

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Privatsphäre-Einstellungen" > "Funktionsweise von Markierungen"

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts >

Von Suchmaschinen gefunden

Sie wollen nicht, dass Ihr Facebook-Profil in der Google-Suche auftaucht, wenn man Ihren Namen dort eingibt? Das können Sie deaktivieren!

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Privatsphäre-Einstellungen" > "Anwendungen und Webseiten" > "Öffentliche Suche" > Häkchen bei "Öffentliche Suche aktivieren" entfernen.

Profil anschauen

Wie sieht eigentlich mein Profil für andere Nutzer aus? Welche Informationen sind dort sichtbar? Diese Ansicht können Sie ab sofort simulieren. Klicken Sie einfach auf Ihr Profil und dann auf den Button "Anzeigen als...".

Apps

FarmVille und Co.: Sie kennen das, immer wieder erscheinen auf der eigenen Pinnwand Einladungen für kleine Facebook-Anwendungen. Um diese Anwendungen zu aktivieren, muss man ihr bestimmte Daten freischalten – in der Regel ist das nicht weiter schlimm, es handelt sich hierbei normalerweise um kleine lustige Gimmicks, die Spaß machen.

Sie sollten aber vorsichtig sein, manchmal verstecken sich Würmer dahinter. Wie in dem Fall, als eine Anwendung versprach, anzuzeigen, wer das eigene Profil besucht hat. Das Fatale: Diese Anwendung wurde fälschlicherweise als Empfehlung der eigenen Freunde verbreitet und wirkte deshalb vertrauenswürdig. Schnell konnte sich der Spam-Wurm verbreiten. Um sich zu schützen sollten Sie genau hinschauen, welche Informationen sie solchen kleinen Facebook-Apps freischalten. Außerdem sollten Sie immer mal überprüfen, welche Apps aktuell in Ihrem Profil aktiviert sind und diese gegebenenfalls löschen.

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Privatsphäre-Einstellungen" > "Anwendungen und Webseiten" > "Anwendungen, die du verwendest"

Sicher Verbunden

Beim Online-Banking sind sie Standard: Sichere HTTPS-Verbindungen, die Sie vor Angriffen anderer User schützen. Seit Kurzem haben auch alle Facebook-Nutzer die Möglichkeit  HTTPS-Verschlüsselungen zu nutzen.

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Kontoeinstellungen" > "Sicherheit" > "Sicheres Durchstöbern" > hier das Häkchen aktivieren.

Ausloggen

Solange Sie bei Facebook eingeloggt sind, besteht die Gefahr, dass Ihre Daten gespeichert werden. So steht derzeit zum Beispiel der "Gefällt mir"-Button in der Kritik, Daten zu übertragen, mit denen Benutzerprofile erstellt werden können. Welche Vorlieben, Hobbies, Interessen hat ein Nutzer? Facebook betont hierzu, keine Profile anzulegen, Daten ausschließlich anonymisiert zu speichern und diese nach spätestens 90 Tagen zu löschen.

Trotzdem – wer misstrauisch ist, sollte darauf achten, sich regelmäßig auszuloggen. Verwenden Sie Facebook auf mehrern Geräten, zum Beispiel am PC und auf dem Handy? Damit Sie nicht den Überblick verlieren, gibt es eine sinnvolle Funktion, mit der Sie kontrollieren, ob Sie noch eingeloggt sind und sich auch gegebenfalls wieder ausloggen können.

So geht's: Menü-Pfeil oben rechts > "Kontoeinstellungen" > "Sicherheit" > "Aktive Sitzungen"

Passwort

Wie bei allen anderen Internet-Anwednungen sollten Sie auf ein sicheres Passwort achten: Experten empfehlen mindestens acht Zeichen, wobei man keine Geburtsdaten oder Namen verwenden sollte. Optimal sind willkürliche Schrift-, Sonderzeichen und Zahlen. Nach Möglichkeit nutzt man für jeden Dienst ein anderes Passwort .


Mit ein paar Kniffen und Klicks können Sie Ihre privaten Daten schützen und sicherstellen, dass nur die Menschen sie lesen, die sie auch lesen sollen.

Grundsätzlich gilt aber: Das Internet vergisst nicht.

Überlegen Sie sich ganz genau, was sie ins Netz stellen. Man kann sich nie ganz sicher sein wer mitliest: Freunde, Nachbarn oder eben der Chef.

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