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Silvia am Sonntag - zu Gast: Torsten Sträter

Silvia am Sonntag - der Talk - TORSTEN STRÄTER BEI HIT RADIO FFH

© Guido Schröder

Torsten Sträter bei HIT RADIO FFH: „Spazierengehen war mein Plan für die Rente.“

Er ist der Lyriker unter den Komikern – Torsten Sträter. Seit Kurzem ist er mit seiner eigenen Show „Sträter“ in der ARD zu sehen und Gewinner der Comedyshow „LOL“: „Das war das Verrückteste, das Lustigste, was ich je gemacht habe“, gibt er sich im Gespräch mit FFH-Moderatorin Silvia Stenger bescheiden. „Ich kann nicht viel. Das ist keine Demut, man sollte sein Dasein realistisch betrachten und die meisten Sachen können wir nicht.“

Obwohl er schon einmal die Hauptrolle im Kinofilm „Das Pubertier“ angeboten bekam, ist er sich sicher, dass er nicht schauspielern kann. „Auch wenn ich synchronisiere, brauche ich im Studio achtmal so lange wie Kollegen, die diesen Beruf gelernt haben.“ Allerdings weiß er als gelernter Herrenschneider, wie man sich kleidet: „Ich bezeichne mich gerne als Stilikone mit Übergewicht.“ Dass er und seine Kollegen im Moment nicht auftreten können, „tue im Herzen weh“. „Manchmal sehe ich fünf Leute auf einem Haufen und denke, das ist Publikum. Ich glaube, der erste Auftritt wird mich umreißen.“

Der bekennende Sprachliebhaber – „Ich kann mich daran erfreuen, wenn jemand schön spricht und schreibt“ – sieht aber auch im Alltag eine Vernachlässigung. „Mir ist bei eBay-Kleinanzeigen klargeworden, dass die Zivilisation am Abgrund steht, was Sprache angeht.“ Dass Spazierengehen im Moment so angesagt ist, kann er sehr gut verstehen, allerdings sei das sein Plan für die Rente gewesen. „Ich plane Ende 60 schon lange Spaziergänge zu machen, nur jetzt würde ich gerne etwas Anderes machen. Auftreten zum Beispiel.“ Als Vater eines bald 18-jährigen Sohnes bezeichnet er sich als „halbpeinlich“. „Ich bin als Vater albern, ich will sein Freund, sein Kumpel sein, wahrscheinlich ist das, das Peinliche, aber egal, ich war schon immer so.“ Am liebsten arbeitet Sträter, der auch Autor ist („Sträters Gutenachtgeschichten“), nachts: „Zum Arbeiten finde ich die Zeit zwischen 23 bis 2 Uhr ganz fantastisch. Dann legt sich die Stille wie ein Mantel über das Land und ich kann klar denken.“

Sträter, der offen über seine Depression spricht, – „Es ist eine völlig normale Krankheit, eine Volkskrankheit“ – war sehr bewegt, als er bei Kurt Krömer in der Sendung („Chez Krömer“) war und dieser seine Erkrankung öffentlich machte. „Kurt Krömer hat mich extrem beeindruckt. Er redete nicht nur über seine Depression, sondern zeigte auch erhellend, was man dagegen tun kann.“

„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Torsten Sträter sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.

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