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Silvia am Sonntag - zu Gast: Lars Eidinger

Silvia am Sonntag - der Talk - LARS EIDINGER BEI HIT RADIO FFH

© dpa

Schauspieler Lars Eidinger bei HIT RADIO FFH: „Es gibt eine Sehnsucht, auf die Lüge hereinzufallen.“

Schauspieler Lars Eidinger (45) ist sowohl als Theaterschauspieler an der Schaubühne („Hamlet“) als auch als Schauspieler im Kino („25 km/h“) und Fernsehen („Tatort“ / „Babylon Berlin“) einer der renommiertesten und erfolgreichsten in Deutschland. Jetzt spielt er in einem Sechsteiler – „Faking Hitler“ (RTL+) den ehemaligen Stern-Journalisten Gerd Heidemann, der mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern einen der größten Medienskandale in Deutschland ausgelöst hat. „Die ‚Spiellust‘, diese Figur zu spielen, ist enorm, das gilt auch für meine Kollegen. Ich war ganz beeindruckt, sie zu sehen.“

Den Vergleich zu „Schtonk!“ mit Götz George fürchtet er nicht: „Deren Ansatz war anders. Satirischer, überhöhter, fast eine Karikatur. Unsere Herangehensweise war eine andere.“ Die Serie bezieht sich auf die Tonbandgespräche von Gerd Heidemann mit dem Kunstfälscher Konrad Kujau, die Heidemann alle aufgezeichnet hat. „Ich glaube, es gibt eine Sehnsucht, auf die Lüge hereinzufallen, bewusst Wahrheiten auszublenden.“

Moralische Kategorien beim Spielen hat er nicht. „Ich versuche, beim Spielen meine Haltung herauszuhalten. Wenn sie mich allerdings privat fragen – Heidemann hat hundertprozentig an die Echtheit der Tagebücher geglaubt. Kujau war unglaublich virtuos beim Lügen.“ Beide – sowohl Kujau, den Moritz Bleibtreu spielt – als auch Heidemann seien spannende und vielschichtige Persönlichkeiten. „Man kann bei beiden nicht eindeutig sagen, lehne ich sie ab oder finde ich sie sympathisch. Das macht sie so interessant. Wir sind alle keine Helden und finden uns viel eher wieder bei Menschen, die Fehler machen. Das ist das, was uns Menschen ausmacht. Der Joker ist beliebter als Batman. Mephisto beliebter als Faust.“

Helden seien eher Sehnsuchtsfiguren, die uns imponierten. Das gelte auch für ihn. „Ich habe zwar die Sehnsucht nach Aufrichtigkeit – also mit dem, was man ist, nach außen zu treten – aber, wenn sie mich fragen, ob ich ein guter Mensch bin, würde ich sagen Nein. Ich kenne nur einen einzigen Menschen, auf den das zutrifft und das ist Eugen Drewermann, der keine Besitztümer hat, der alles weitergibt an Bedürftige. Das ist der Einzige, den ich kenne, dem ich das attestieren würde.“

„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Lars Eidinger sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.

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