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Oscars 2021: Frauen-Power und Premieren

Verleihung der Oscars 2021 - Rekordnominierungen für Frauen

© Nicolas Armer/dpa

Auch dieses Jahr werden die Oscars mit Spannung erwartet. Doch wegen Corona wird die Veranstaltung wohl etwas anders ablaufen.

Am 25. April ist es soweit: Mit zwei Monaten Verspätung werden die Oscars verliehen. Doch auch an der 93. Ausgabe der Preisverleihung hinterlässt Corona Spuren. Eigentlich hätte die Veranstaltung schon im Februar stattfinden sollen, wegen der Pandemie wurde sie nach hinten verschoben.

Doch nicht nur der Termin ist dieses Jahr anders: viel hat sich getan. Die große Show rund um die Verleihung wird kleiner ausfallen als sonst, die Zeremonie soll auf mehreren Bühnen in verschiedenen Städten stattfinden. Hauptaustragungsort bleibt Los Angeles, geplant sei aber auch eine Bühne in London. Und auch beim Regelwerk gibt's Neuerungen. Zum ersten Mal seit 1934 werden wieder Filme aus mehr als einem Kalenderjahr zugelassen.

35 Nominierungen für Netflix-Produktionen

Da die Kinos lange Zeit geschlossen waren, sind nun auch Filme mit im Rennen, die man nur bei Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime sehen konnte. Diese Prodktionen können dieses Jahr viel abräumen, allein Netflix-Produktionen wurden 35 mal nominiert. Auch die Anzahl der Kategorien verringerte sich: Da die beiden Ton-Kategorien zusammengelegt wurden, gibt es nur noch 23 Kategorien. Außerdem dürfen ab 2021 genau zehn Filme in der Kategorie "Bester Film" nominiert werden.

Die Oscars stehen dieses Jahr aber auch im Zeichen zunehmender Varianz. In den letzten Jahren wurden die Oscars immer häufiger aufgrund mangelnder Abwechslung kritisiert. Als 2020 der koreanische Film "Parasite" als erster nicht-amerikanischer Film überhaupt die Auszeichnung zum besten Film erhielt, startete ein Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzt.

Allzeit-Hoch bei weiblichen Nominierungen

Einen neuen Rekord gibt es auch: 76 Nominierungen für Frauen gab es noch nie. Und zwei Nominierungen für weibliche Regisseurinnen in der Kategorie "Beste Regie" ist auch ein Novum.

Doch hier sind erstmal die nominierten Werke in der Kategorie "Bester Film"

Die Nominierungen in der Kategorie "Bester Film"

Diese acht Filme können auf den Academy-Award in der Kategorie "Bester Film" hoffen: 

Minari - Wo wir wurzeln schlagen

Der Film „Minari – Wo wir wurzeln schlagen“ handelt von einer südkoreanischen Einwandererfamilie in den USA und ist in sechs Kategorien nominiert, unter anderem für bester Film, beste Regie, Yuh-Jung Youn als beste Nebendarstellerin und Steven Yeun als bester Hauptdarsteller.

Mank

Die Netflix-Produktion „Mank“ kommt sogar auf zehn Nominierungen, unter anderem sind David Fincher für die beste Regie, Gary Oldman als bester Hauptdarsteller und Amanda Seyfried als beste Nebendarstellerin nominiert. Der Film zeigt die Geschichte rund um die Entstehung des Drehbuchs zum legendären Film „Citizen Kane“. 

The Trial of the Chicago 7

Um Geschichte geht es auch in „The Trial oft he Chicago 7“, beigemerkt auch eine Netflix-Produktion. Sieben Männer stehen Ende der 60er Jahre vor Gericht, da sie an Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg teilgenommen haben und zur Eskalation dieser beigetragen haben sollen. Auch dieser Film erhielt sechs Nominierungen, mit dabei Sasha Baron Cohen als bester Nebendarsteller.

Sound of Metal

In „Sound of Metal“ spielt Riz Ahmed einen Schlagzeuger, der plötzlich sein Gehör verliert und lernen muss, damit umzugehen. Ahmed wurde auch als Hauptdarsteller nominiert, sowie sein Kollege Paul Raci als bester Nebendarsteller. Auch "Sound of Metal" geht in das Rennen um den besten Film.

The Father

Im Thriller "The Father" spielt Anthony Hopkins einen dementen Vater, der von seiner Tochter betreut werden muss. Auch dieser Film ist für den besten Film nominiert, Hopkins kann sich außerdem Hoffnungen auf den Oscar in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" machen, in der er nominiert ist. Es wäre sein zweiter Oscar nach seiner ersten Auszeichnung 1992 als "Bester Hauptdarsteller" in "Das Schweigen der Lämmer".

Judas and the black Messiah

„Judas and the black Messiah“ zeigt die Geschichte eines Kleinkriminellen, der als Informant für das FBI arbeitet und nun bei der Black Panther Party eingeschleust wird, um deren Anführer zu stürzen. Der Film ist als "Bester Film" nominiert und sowohl Daniel Kaluuya als auch Keith Stanfield als beste Nebendarsteller. Insgesamt erhielt der Film sechs Nominierungen.

Promising young Woman

"Promising young Woman" erhielt in fünf Kategorien eine Nominierung, so als bester Film, beste Hauptdarstellerin für Carey Mulligan und und beste Regie für Regiseurin Emerald Fennell. In dem Film geht es um den Rachefeldzug einer Frau an Männern, die sie betrunken ausnutzen wollen.

Nomadland

Nomadland ist einer Favoriten in der Kategorie "Bester Film". Schon bei den Golden Globes konnte der Film abräumen. Mit Chloé Zhao ist eine weitere Frau in der Kategorie "Beste Regie" nominiert und auch Frances McDormand ist im Rennen um die beste Hauptdarstellerin. Im Mittelpunkt des Films steht eine 60-jährige trauernde Witwe aus Nevada, die nach dem Tod ihres Mannes und der Schließung der nahegelegenen Mine ihre Heimatstadt verlässt. Mit einem klapprigen Kleinbus fährt sie durch sie durch den Südwesten der Vereinigten Staaten und findet ihre Unabhängigkeit.

Ehre für verstorbenen Chadwick Boseman

Eine besondere Ehre wird dem verstorbenen Schauspieler Chadwick Boseman zuteil. Er starb im August 2020 im Alter von 43 Jahren an Darmkrebs. Für seine Arbeit an seinem letzten Projekt "Ma Rainey’s Black Bottom" wurde Boseman noch als bester Hauptdarsteller und seine Kollegin Viola Davis als beste Hauptdarstellerin nominiert. Der Film erhielt insgesamt fünf Nominierungen.

Weitere Nominierungen

Vanessa Kirby ist im Film "Pieces of a Woman" als beste Hauptdarstellerin nominiert, so auch Andra Day in "The United States vs. Billie Holiday", außerdem Thomas Vinterberg für seine Regie in "Another Round".

Wer sich die Veranstaltung nicht entgehen lassen will, kann die Verleihung der Oscars in der Nacht von Sonntag auf Montag live auf Pro Sieben mitverfolgen. Los gehts dort um 2.00 Uhr.

Deutsche Beteiligung

Auch Filme mit deutscher Beteiligung dürfen sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen. In der Kategorie für den besten internationalen Spielfilm, sind gleich drei nominiert: Das Drama „Quo Vadis, Aida?“ der in Berlin lebenden Regisseurin Jasmila Žbanić, die Dokumentation „Kollektiv – Korruption tötet“ und „The Man who Sold his Skin“. Alle sind deutsche Koproduktionen.

„Quo Vadis, Aida?“ geht für Bosnien-Herzegowina ins Rennen, „Kollektiv - Korruption tötet“ für Rumänien, „The Man who Sold his Skin“ für Tunesien. „Kollektiv - Korruption tötet“, an der der MDR beteiligt war, ist außerdem als beste Dokumentation nominiert. Der Film handelt von der Brandkatastrophe von 2015 in einem Bukarester Musikclub, bei der mehr als 60 Menschen ums Leben kamen. Der deutsche Beitrag „Und morgen die ganze Welt“ von Regisseurin Julia von Heinz hat es nicht in die Endauswahl geschafft und ist bereits bei der Vorauswahl ausgeschieden.

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