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Missbrauchsvorwürfe: R. Kelly äußert sich erstmals

Tränen im TV-Interview - R. Kelly spricht über Missbrauchsvorwürfe

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Seit Wochen wird der US-amerikanische Sänger und Musikproduzent R. Kelly mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Der 52 Jahre alte Künstler soll mehrere Frauen missbraucht haben, darunter auch minderjährige.

In einem Fernsehinterview des US-amerikanischen Senders CBS nimmt er nun erstmals Stellung zu den aktuellen Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs. „Das ist nicht wahr“, sagt er in dem Ausschnitt, der vom TV-Sender vorab veröffentlicht wurde. Im Gespräch mit der Moderatorin Gayle King bestreitet der Sänger sämtliche Vorwürfe gegen ihn und bezeichnet sie als „Gerüchte“.

Kelly wirkt in den kurzen Ausschnitten des Interviews verärgert und aufgebracht und kritisiert, dass Vorwürfe aus seiner Vergangenheit mit aktuellen Anschuldigungen vermischt würden. „Ich habe das nicht getan. Das bin ich nicht“, sagte Kelly zu den Vorwürfen, Frauen gegen ihren Willen festgehalten und ihren Tagesablauf überwacht zu haben. „Wie dumm müsste ich sein, um das zu tun?“, sagte er. Unter Tränen fügte er „Ich kämpfe um mein verf****** Leben“ hinzu. 

Das komplette 80-minütige Gespräch soll am Mittwochabend in den USA ausgestrahlt werden. „Er hat eine Menge zu besprechen”, kündigte die Moderatorin auf Instagram an.  

Immer wieder Vorwürfe gegen R. Kelly

Die Anschuldigungen gegen den US-amerikanischen R&B-Star sind nicht neu. Bereits seit Jahren wird der Sänger, der mit „I believe I can fly“ einst einen Welthit landete, immer wieder mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs konfrontiert. 2002 wurde er wegen des Verdachts auf Kinderpornografie angeklagt, aber später freigesprochen. Kelly beteuerte stets seine Unschuld.

Ein mutmaßliches Opfer spricht
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Ein mutmaßliches Opfer spricht

Das mutmaßliche Opfer Faith Rodgers (links) erhebt im Januar 2019 schwere Vorwürfe gegenüber R. Kelly.

Im Januar 2019 geriet der 52 Jahre alte Sänger und Familienvater zuletzt in Bedrängnis. Gleich mehrere Frauen erhoben in der Dokumentation „Surviving R. Kelly“, die im US-amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, schwere Vorwürfe gegen den Sänger. In der etwa sechs Stunden dauernden Dokumentation sprechen die Frauen von sexuellem und psychischem Missbrauch. Auch seine Ex-Ehefrau Andrea beschuldigt Kelly. In Deutschland ist die sechsteilige Reihe ab dem 18. Mai auf dem Sender A&E zu sehen, die erste Folge steht bereits online zur Verfügung.

Stars gehen auf Distanz

Auch einige Musikerkollegen gehen nach den neuesten Vorwürfen auf Distanz zu dem R&B-Star. So sprach John Legend in der Dokumentation „Surviving R. Kelly“ und bezeichnete seinen Kollegen anschließend als „Serien-Vergewaltiger“. Lady Gaga, die 2013 mit Kelly den Song "Do what u want" aufnahm, distanzierte sich im Januar von dem Künstler und entschuldigte sich auf Twitter für die Zusammenarbeit. Auf die Kritik seiner Musikkollegin angesprochen, reagiert Kelly im TV-Interview barsch. "Sie hat ein großes Talent, aber es ist schade, dass es mit ihrer Intelligenz in dieser Sache nicht so weit her ist", sagt er.

Gerichtstermin im März

Die Anschuldigungen in der Dokumentation führten dazu, dass Kelly am 22. Februar angeklagt wurde. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch in zehn Fällen. Die Vorfälle sollen bis in das Jahr 1998 zurückgehen, manche der mutmaßlichen Opfer sollen zum Zeitpunkt minderjährig gewesen sein. Der Übergriff auf eine Minderjährige soll zudem in einem Video zu sehen sein. Kelly plädierte auf nicht schuldig, kam aber dennoch für drei Tage ins Gefängnis von Chicago. Am 25. Februar wurde er gegen die Zahlung von 100.000 US-Dollar freigelassen. In knapp zwei Wochen, am 22. März, hat er erneut einen Termin vor Gericht.

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