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Milow - live in der Batschkapp

Live auf der FFH-Bühne - Milow begeistert die Batschkapp

Alle starren gespannt auf die Bühne, als in der ausverkauften Batschkapp Frankfurt die Hintergrund-Musik verstummt und das Licht ausgeht. Aber: Fehlanzeige. Statt auf die Bühne, kommt Milow mit Ballons an einem Rucksack auf seinem Rücken, beleuchtet nur von einer kleinen Lampe, durchs Publikum auf eine kleine Erhebung und performt „You don’t know“. Ein grandioser Start für die folgenden zwei Stunden tolle Stimmung.

Der belgische Sänger ist lässig, jedoch mit einem auffälligen roten T-Shirt gekleidet – sonst kennt man ihn ja eher in gedeckten Farben. Und mit jedem Song; mit jeder Erzählung nimmt man ihm voll und ganz ab: Er l(i)ebt die Musik! Das macht ihn unheimlich sympathisch.

Zwischen neuen und alten Songs erzählt Milow immer wieder kleine Anekdoten. Anfangs noch auf Englisch, doch das Eis ist schnell gebrochen und schließlich sprudelt das Deutsch nur so aus ihm heraus. Wahnsinn, wie er das inzwischen beherrscht. „Irgendwann; in fünf, in zehn Jahren; kann ich dann richtig gut Deutsch und bringe einen Schlager raus!“ scherzt er mit dem Publikum. Anstelle von Schlager folgen zwei deutschsprachige Pop-Songs. Johannes Oerdings „Weiße Tauben“ und „Musik sein“ von Wincent Weiss. Spuren der letzten „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ Staffel, an der Milow in diesem Jahr teilgenommen hat. Das Publikum: hin und weg.

Während der Abend so vorbeizieht, präsentiert Milow zwei neue, bis dato noch völlig unbekannte Songs. Einer davon: "Lost Boys". Da steckt Hitpotenzial drin! Aber natürlich haben auch die Klassiker von „Ayo Technology“ bis hin zu „Howling at the Moon“ einen festen Platz in der Setlist. Unterstützt wird mit Feuerwerk, Rauch und Konfettischlangen.

Auffällig ist neben der Nähe zum Publikum und zu Frankfurt und Hessen, die Milow mehrmals erwähnt, das spürbar gute Verhältnis zu seiner Band. Unterstützt wird er von sechs Musikern, wobei die Nähe zu Gitarrist und gesanglicher Begleitung Tom, einem langjährigen Freund von Milow, besonders auffällt.

Gänsehaut zum Abschluss gibt es durch eine mehrstimmige a cappella-Version von „Help“, bei der sich alle Musiker zusammen hinter einem Mikrophon vereinen. Das Publikum während dieses Moments: mucksmäuschenstill.

Mit vier Zugaben endet ein kurzweiliger Abend, an dem Milow wieder einmal zeigt, was es bedeutet, auf dem Boden geblieben zu sein. Echt und authentisch, sympathisch und publikumsnah präsentiert er zwei Stunden lang sanfte, berührende aber auch laute und tanzbare Musik. Und als das Konzert zu Ende ist, hat es draußen auch zu regnen aufgehört. Wenn das nichts heißt!

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