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Sarah Connor in Frankfurt: Ein Meer der Gefühle

Sarah Connor in Frankfurt - Ein Meer der Gefühle

© FFH / Chris Born

Geigen, Cellos, ein Gospelchor, mehrere Gitarren, ein Klavier und das ein oder andere Blasinstrument. Der Traum vieler Sänger, so viel geballte musikalische Power hinter sich zu haben. Für Sarah Connor hat sich dieser Traum erfüllt.

Mit einem bunt gemischten Aufgebot an Musikern steht die 39-jährige am Sonntagabend 8.000 Fans in der Frankfurter Festhalle gegenüber. Nachdem sie drei Konzerte krankheitsbedingt absagen musste, sind sowohl Fans als auch sie selbst mehr als glücklich darüber, dass sie das vorletzte offizielle Konzert der „Herzkraftwerke“ Tour jetzt wieder mit voller Motivation performen kann.

Ein Auf und Ab der Gefühle

Bei der Mischung aus älteren, englischsprachigen Songs und den neuen Songs ihrer zwei deutschen Alben erleben die Fans in Frankfurt eine Sarah Connor, die an Facetten nicht reicher sein könnte. Es wird zu „Steh auf“ getanzt und geklatscht, zu „Ruiniert“ zustimmend gepfiffen; zu „Ich wünsch dir“ verwandelt sich die Festhalle zu einem Lichtermeer. Bei „Vincent“ kann sich dann keiner mehr halten. Viele Familien sind gekommen; Kinder auf den Schultern von Papas, die von Anfang bis Ende mit Herzblut dabei sind. Für das Publikum ist es ein Auf und Ab der Gefühle und mehr als nur Unterhaltung. Nach der über zweistündigen Show bleiben die vielen emotionalen Momente, eine starke Botschaft und eine nahbare Sarah Connor mehr im Kopf als eine bebende und tanzende Halle.

Das liegt auch daran, dass sich die Sängerin aus Delmenhorst mit vielen persönlichen Geschichten den Zuschauern gegenüber öffnet. Dabei ist Sarah Connor eher dafür bekannt, persönliche Dinge, die beispielswiese ihre vier Kinder betreffen, aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Bei diesem Konzert ist das anders. Neben ihrer eigenen Kindheit, einer Haarbürste als Mikrofon und Gräsern als Publikum erzählt sie auch von Tochter „Phini“  (Delphine) oder der Zeit auf der Bühne unmittelbar nach ihrer letzten Schwangerschaft. Noch näher am Publikum ist sie, als sie „Dennis“ auf die Bühne holt; einen 23-jährigen Sarah-Connor-Mega-Fan – ihr Name ziert seinen kompletten Unterarm.

Auch aktuelle Geschehnisse sind Thema

Als Mutter von vier Kindern macht sie sich viele Gedanken über aktuelle Geschehnisse in unserer Gesellschaft – ihre Meinung dazu möchte sie nicht unausgesprochen lassen. Mit ihrer Musik möchte sie ein Zeichen gegen Rassismus, Homophobie, gegen Antisemitismus und gegen Hass setzen. „Lasst uns ein Zeichen der Liebe setzten!“

Dass eine Stimme ein Meer an Gefühlen auslösen kann – dafür ist die deutsche Sängerin der Beweis. Eine einzelne, leise Gitarre gepaart mit Sarah Connors emotionalster Stimme und selbst die Männer, die an dem Abend deutlich in der Unterzahl sind, müssen schlucken. So singt sie „Das Leben ist schön“. Mucksmäuschenstill; nur hier und da ein Schluchzen.

Mit diesem Meer an Gefühlen geht ein kurzweiliger Abend zu Ende, der gezeigt hat: Sarah Connor hat unglaubliche Fans – und das zurecht.

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