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Neun Aktivisten in U-Haft nach Autobahn-Blockaden

Nach Abseil-Aktion von Brücken - Neun Aktivisten in U-Haft

Nach den Abseilaktionen auf hessischen Autobahnen sind nun doch mehr Aktivisten in Untersuchungshaft als zunächst bekannt. Es handelt sich um neun Personen, bestätigte uns die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf FFH-Nachfrage. Zwei weitere Aktivisten wurden von der Haft verschont, weil sie Angaben zu ihrer Perosn machten und keine Fluchtgefahr bestehe, so Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. 

Zunächst war von vier Aktivisten die Rede gewesen. Insgesamt waren 15 Aktivisten vor den Haftrichter in Frankfurt und Wiesbaden gekommen. Bei den meisten bestand demnach Fluchtgefahr. Einige hatten vor den Protestaktionen ihre Fingerkuppen mit Kleber bearbeitet, um ihre Identität zu verschleiern.

Versuchter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Insgesamt waren 15 Gegner des Weiterbaus der Autobahn A49 dem Haftrichter vorgeführt worden. Ihnen wurde Nötigung und ein versuchter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen worden, sagte uns die Staatsanwaltschaft. Elf von ihnen in Frankfurt, vier in Wiesbaden. 

Um gegen die Verhaftungen zu protestieren versammelten sich am späten Abend 15 Unterstützer vor dem Frankfurter Amtsgericht. Sie blockierten die Einfahrt zum Gebäude, sagte die Polizei zu FFH. Kurz vor Mitternacht räumten die Beamten den Vorplatz dann.

Aktion mitten im Berufsverkehr

Mitten im Berufsverkehr hatten sie am Montagmorgen mehrere wichtige Verkehrsachsen im Rhein-Main-Gebiet blockiert. Sowohl auf der A3 bei Wiesbaden-Breckenheim, als auch auf der A661 bei Offenbach hatten sich Ausbaugegner der A49 von Brücken abgeseilt - genauso wie auf der A5 zwischen Zeppelinheim und dem Frankfurter Kreuz. Gegen Mittag konnten alle Autobahnen wieder freigegeben werden, nachdem die Aktivisten von den Brücken geholt worden waren.

So holen Höhenretter die Aktivisten von der Brücke

Bergung eines Aktivisten durch die Spezialisten vom Höheninterventionsteam auf der A3.

Autobahn-Gegner protestieren an Grünen-Parteizentrale in Berlin

Unterdessen haben Gegner des Weiterbaus der Autobahn A49 in Hessen am Morgen an der Parteizentrale der Grünen in Berlin protestiert. Einigen Aktivisten gelang es, mit einer Leiter auf einen Balkon des Hauses zu steigen. Dort entfalteten sie ein Transparent "Autopartei? Nein Danke".

Die Grünen sind in Hessen an einer Regierungskoalition mit der CDU beteiligt. Die A49 soll nach dem Lückenschluss Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Für den Weiterbau der Trasse laufen derzeit Rodungen im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) stehen ebenfalls Fällarbeiten an, auch im Maulbacher Wald bei Homberg/Ohm gab es Baumfällungen.

FFH-Reporter Daniel Granitzny am Montag aus dem Helikopter über der A661

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