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Wetterau-Ärzte: Quarantäne sollte 3 Wochen dauern

Hausärzte der Wetterau fordern - Corona-Quarantäne soll drei Wochen dauern

© Landkreis Wetterau

Videokonferenz von Landrat Weckler, Amtsarzt Merbs und den Hausärzten

Nach Ansicht vieler Hausärzte in der Wetterau ist die Corona-Lage schlimmer als viele glauben möchten. Nach einer gemeinsamen Videokonferenz mit Landrat Weckler und Amtsarzt Merbs forden sie, die Corona-Quarantäne bei positiv Getesteten grundsätzlich auf drei Wochen zu verlängern. Grund: Die Mutante des Virus sei in den Schleimhäuten mittlerweile auch nach zwei Wochen oft noch nachweisbar. Amtsarzt Reinhold Merbs sagt: „Wir sehen, dass bei einem zunehmenden Anteil nach 14 Tagen immer noch das Virus auf der Schleimhaut nachweisbar ist. Das war früher ganz selten der Fall. Kinder und Jugendliche haben es mit ihrem Immunsystem immer schnell geschafft, das Virus zu bekämpfen. Innerhalb weniger Tage war es dann schon nicht mehr nachweisbar."

Kein Sport mit Körperkontakt in der Schule

Für die Hausärzte in der Wetterau ist es nicht verantwortbar, Sportunterricht mit Körperkontakt und ohne Maske zuzulassen. „Da reicht schon eine kurze Begegnung, um das Virus weiterzugeben“, unterstreicht Hausarzt Marc de Groote die Ansteckungsfähigkeit des Virus. Deshalb müssten, wenn schon Schule stattfindet, die Regeln zu Masken, Abstand und Hygiene konsequent und von allen durchgehend eingehalten werden.

Dr. Alexander Jakob: “Patienten wollen von ihrem Hausarzt geimpft werden!“

Der Wetteraukreis wird nun auch zügig, die Hausärzte bei den Impfungen einbinden weit über die vom Land Hessen anvisierten 50 Testpraxen hinaus. Dafür hat der Landkreis bereits eine Liste von 3000 hochbetagten Menschen erstellt, die zuhause geimpft werden sollen. Diese sollen nun von den Hausärzten geimpft werden und nicht mehr von mobilen Impfteams, da das zu lange dauere. So hat der Wetterauer Hausarzt Dr. Wolfgang Pilz bereits ein Drittel seiner vulnerablen Patientinnen und Patienten zu Hause geimpft. „Ich warte auf die nächste Impfstofflieferung, um auch die anderen zu impfen. Um den Praxisbetrieb nicht zu stören, werden diese Impfungen dann mittwochnachmittags und samstags stattfinden.“

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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