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Gießen: Doch keine Testpflicht für Friseurbesuche

Kreis Gießen rudert zurück - Doch keine Testpflicht für Friseurbesuche

Ab Montag sollten Besuche beim Friseur oder im Fitnessstudio im Landkreis Gießen nur mit einem tagesaktuellen negativen Schnelltest möglich sein. So hatte es der Kreis beschlossen. Doch am Abend kippte er die Regelung wieder.

Wie der Kreis am Abend mitteilte werde die vorher beschlossene Test-Pflicht nun zu einer dringenden Empfehlung. Ein Grund: Die Test-Pflicht sei zu komplex zu dokumentieren. Infektiologisch sei der Test zum Beispiel vor dem Friseurbesuch aber dringend angeraten, so der Kreis.

Ursprünglich war die Test-Pflicht angedacht für den Besuch von Gartenmärkten, Baumschulen, Blumenläden, Buchhandlungen sowie Bau- und Heimwerkermärkten - ebenso für Dienstleistungen der Körperpflege – einschließlich  Friseurbesuche – und Fitnessstudios. Kunden sollten das negative Testergebnis zum Beispiel per E-Mail oder als Dokument vorweisen. 

Kreis zieht auch an den Schulen die Notbremse

Zuvor hatte der Landkreis Gießen außerdem an den Schulen die Notbremse gezogen: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen wird der Präsenz-Unterricht ab Montag gestoppt.

Außerdem sei die hochansteckenden britischen Virusvariante, flächendeckend verbreitet, teilt der Landkreis mit. Es werde eine Notbetreuung angeboten, heißt es. Ausgenommen von den Schul-Schließungen sind Abschlussklassen. Den Schülern soll laut Mitteilung ein Corona-Test vor Unterrichtsbeginn angeboten werden.

Deutlich steigende Inzidenz erwartet

Da ist die Inzidenz im Kreis Gießen vergleichsweise niedrig: Das RKI gibt sie mit 133 an. Aber Landrätin Anita Schneider sagt: „Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist diffus, gerade in jüngeren Altersgruppen kommt es zu einer Verbreitung des Virus.“ Der Kreis erwartet, dass die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich steigen wird. Hintergrund ist, dass es Zeitverzögerungen bei der Meldestatistik gibt und Neuinfektionen der vergangenen Tage erst noch mit in die Statistik eingerechnet werden.

Hersfeld-Rotenburg hat Schulen und Kitas geschlossen

Der Kreis Hersfeld-Rotenburg hat den Präsenzunterricht an den Schulen bereits gestoppt. Auch hier sind die Abschlussklassen von der Regelung ausgenommen. Allerdings hat der Kreis auch alle Kindertagesstätten geschlossen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist hessenweit am höchsten. Aktuell liegt sie nach den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 302,4.

Auch Lahn-Dill-Kreis schließt Schulen

Im Lahn-Dill-Kreis beträgt die Inzidenz mittlerweile 202,02. Auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes wird der Präsenzunterrichts der Jahrgangsstufen 1 bis 6 jetzt an allen Schulen im Landkreis in der Woche vor Ostern, ab Montag, 29. März 2021, ausgesetzt. Die Schulleitungen sind dazu angehalten, für die Notbetreuung ein Angebot bereitzustellen. Diese Regelungen gelten vorerst bis Ende der Osterferien. 

Abschlussklassen können laut dem Kreis weiterhin präsent beschult werden, es gilt allerdings die dringende Empfehlung – auch seitens des Staatlichen Schulamts – die Präsenzpflicht ab dem kommenden Montag, 29. März 2021 auszusetzen. Weiterhin wird empfohlen, Projektprüfungen oder ähnliches für diesen Zeitraum abzusagen. Für Kita-Kinder gilt die dringende Empfehlung, zu Hause zu bleiben. 

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