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Gießener Forscher: Mit KI gegen Zahnfleischbluten

Forschung in Gießen und Kassel - Mit KI gegen Zahnfleischbluten

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Symbolbild

Obwohl sich viele Menschen jeden Tag die Zähne putzen, bekommen viele irgendwann Probleme wie Zahnfleischbluten oder Entzündungen. Um das in Zukunft zu vermeiden, entwickeln Forscher in Gießen und Kassel gerade ein neues Gerät, was das Zähneputzen analysiert. Zum Einsatz kommen dabei auch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, teilen die Forscher mit. 

Zähneputzen ist nicht trivial

„90 Prozent der Bevölkerung putzen täglich die Zähne, trotzdem leiden über 70 Prozent an Entzündungen des Zahnfleisches oder des Zahnbettes. Das heißt, alle wissen, wie wichtig Zähneputzen ist, aber fast niemand macht es richtig“, sagt Prof. Dr. Bernhard Sick, Leiter des Fachgebietes Intelligente eingebettete Systeme an der Universität Kassel.

Gerät analysiert Putzvorgang

Das Gerät analysiert ganz detailliert und automatisiert den Zahnputzvorgang und ermöglicht so ein genaueres Studium. Bisher muss geschultes Personal ein Zahnputzvideo mit besonderen Methoden genau beobachten und analysieren, um genaue Ergebnisse zu erzielen. „Dieses zu trainieren und dann die Beobachtungen durchzuführen, ist äußerst zeitaufwändig“, erklärt Prof. Dr. Renate Deinzer, Leiterin des Instituts für Medizinische Psychologie der JLU Gießen.

Intelligente Zahnbürste entsteht

In eine manuelle Zahnbürste werden Sensoren integriert, um etwa die Bewegungsrichtung und die Kraft beim Zähneputzen zu analysieren. Die Daten sollen dann mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen dabei helfen, ein Modell zu entwickeln. Mit dem soll beschrieben werden können: Welche Zahnfläche wird gerade geputzt? Wird die Bürste kreisend oder horizontal bewegt? Welcher Druck wird aufgewandt und wurde der Zahnbelag erfolgreich entfernt? So kann die Videoanalyse ersetzt werden.

Projekt "Brushalyze"

An dem Projekt "Brushalyze" arbeiten Forscherinnen und Forscher der Universität Kassel, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert „Brushalyze“ für drei Jahre mit mehr als 750.000 Euro.

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