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Falsche Microsoft-Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis

Achtung, Betrüger! - Fake Microsoft-Mitarbeiter in Lahn-Dill

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Symbolbild

Achtung, im Lahn-Dill-Kreis sind Betrüger am Werk: Die Polizei warnt vor falschen Microsoft-Mitarbeitern, die sich Zugang zu sensiblen Daten ihrer Opfer erschleichen.

Schon mehrere Fälle bekannt

In letzter Zeit sind mehrfach Meldungen über falsche Microsoft-Mitarbeiter bei der Polizei im Lahn-Dill-Kreis eingegangen. In Haiger, Dillenburg, Dietzhölztal und Driedorf sind die Opfer der Betrugsmasche um sensible Daten und Geld bestohlen worden, teilweise in vierstelliger Höhe. Das teilt die Polizei in Dillenburg jetzt mit.

Betrüger verschaffen sich Zugang zum PC

Der Fall einer Dillenbürgerin am 1. Mai zeigt, wie die Betrugsmasche von falschen Microsoft-Mitarbeitern abläuft: Bei ihr hat sich telefonisch ein Mann mit starkem englischen Akzent gemeldet, er sei Microsoft-Mitarbeiter. Er erklärte der Frau, dass sie Opfer einer Schadsoftware sei und dadurch all ihre persönlichen Daten auf dem Rechner verliere. Als Computerspezialist könne er ihr per Fernwartung aber helfen. Die Dillenburgerin willigte ein und der Betrüger hatte dadurch uneingeschränkten Zugriff auf ihren Rechner, mit allen Kennwörtern, Daten, Zugängen zum Online-Banking und E-Mail-Konten. Über die Fernwartungssoftware schaltete der Betrüger den Bildschirm immer wieder schwarz.

Dillenburgerin beginnt zu Zweifeln

Durch geschicktes Ausfragen schaffte der Fake-Mitarbeiter es sogar, dass die Dillenburgerin ihm drei TANs zum Onlinebanking übermittelte und ihren Personalausweis vor die Webcam hielt. Erst am Ende des "Service" wird das Opfer misstrauisch. Sie informierte einen Bekannten, der ihr sofort riet, ihre Konten zu sperren. 

Diverse Daten missbraucht

Letztlich hatte der Betrüger 2.500 Euro per Onlinebanking zur Überweisung angewiesen, über das PayPal-Konto des Opfers Zahlungen versendet, mit den Personalausweisdaten ein Depot bei einem Online-Handel für Bitcoins eröffnet sowie über das Benutzerkonto des Onlinehändlers Amazon Gutschein-Codes erworben. Noch größerer finanzieller Schaden entstand nur nicht, weil sie dann so schnell eingegriffen hatte, sagt die Polizei. Aber die Beamten sagen auch: ob weiterer Ärger droht, weil sie dem Betrüger ihre Personalausweis-Daten überlassen hatte, muss jetzt abgewartet werden. Der PC der Dillenburgerin wird nun von einem Experten auf Schad- und Spionagesoftware untersucht.

Das rät die Polizei

Misstrauisch sein! Zumindest, wenn ohne erkennbaren Anlass ein Anrufer dazu auffordert, den Zugriff auf den eigenen Computer zu gestatten oder nach Zugangsdaten von Onlinekonten oder Onlineshops fragt. Dabei ist es übrigens egal, ob es sich um einen angeblichen Mitarbeiter der Firma Microsoft oder sonst irgendwen handelt. Sensible Daten sollten nicht am Telefon preisgegeben werden. Bei mehrfachen Anrufen, einfach auflegen!

Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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