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Bald Schwimmverbot an der Aartalsperre?

Wegen wuchernder "Wasserpest" - Droht Schwimmverbot an der Aartalsperre?

© FFH

Noch sind Segler auf dem Aartalsee, das könnte sich wegen der Wasserpest bald erledigt haben.

Die Bade- und Wassersportsaison an der Aartalsperre im Lahn-Dill-Kreis steht auf der Kippe: Grund ist die sogenannte "Wasserpest". Die Pflanze wuchert aktuell wegen der warmen Temperaturen unter Wasser.

Pflanze ist nicht giftig

Die Wasserpest an sich ist ungefährlich, denn giftig ist sie nicht. Aber sie vermehrt sich rasend schnell und wuchert so stark, dass  sich SchwimmerInnen und Bootsschrauben leicht darin verheddern können. Badegäste werden oft panisch, wenn sie in den Unterwasser-Wald geraten. Für die DLRG eine kritische Situation, denn auch die kommen mit ihren Booten schlecht durch das dichte Grün, um in Panik geratene SchwimmerInnen zu retten.

Abmähen ist zu teuer

Eine Möglichkeit, der Wasserpest kurzfristig Herr zu werden, wäre, die Unterwasser-Pflanzen regelmäßig abzumähen. Doch schon nach 3 bis 4 Wochen hätte sich das Gestrüpp wieder ausgebreitet. Außerdem ist es sehr teuer, eine so große Fläche wie den Aartalsee zu mähen, erklärt Gerd Happel von der Erholungsregion Aartalsee im FFH-Interview.

"Gefahrlose Nutzung durch unheimliches Ausbreiten nicht mehr gewährleistet"

Gerd Happel, Leiter von der Erholungsregion Aartalsee im FFH-Interview

"17 Hektar Wasserfläche betroffen"

Gerd Happel zu Möglichkeit, die Wasspest abzumähen

DLRG entscheidet über Sicherheitslage

Ob und wann der Freizeitbetrieb im und auf dem Wasser in diesem Sommer verboten wird, entscheidet sich kurzfristig. Wöchentlich wird gemeinsam mit der DLRG abgewogen, wie groß das Risiko für die Gäste ist. Da täglich rund 2500 BesucherInnen an den Aartalsee kommen, wollen die Verantwortlichen für die nächste Saison über andere Lösungen nachdenken.

Nächsten Sommer: Netze unter Wasser?

So sei eine Abtrennung des Badestrandes vom Rest des Sees denkbar, erklärt Happel. Zwischen den drei Inseln vor der Badebucht könnte man unter Wasser Netze spannen, die die Pflanze vom Schwimmbereich fernhält. Solche Umbaumaßnahmen können für die diesjährigen Sommerferien aber nicht mehr spontan umgesetzt werden und sind lediglich für den nächsten Sommer eine Option.

"Wasserpest auch im Schwimmbereich stark eingewachsen"

Gerd Happel zu den Freizeitaktivitäten, die das Nutzungsverbot betreffen würde

"Feinmaschiges Netz als natürliche Barriere"

Gerd Happel erklärt am FFH-Mikro, was Optionen für die nächste Saison sind

FFH-Reporterin Dominique Bundt ist an der Aartalsperre gewesen

Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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