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In Mainz: Neues Zuhause für sieben Waschbär-Kinder

Von Gießen nach Mainz - Neues Zuhause für sieben Waschbär-Kinder

© FFH/Stendebach

Ihre Mütter wurden im Raum Gießen tot aufgefunden: Sieben junge Waschbären wohnen jetzt im Mainzer Tierheim. 

Sieben junge Waschbären leben jetzt im Mainzer Tierheim, weil sonst keiner Platz für sie hatte. Im Raum Gießen wurden vor wenigen Wochen zwei Waschbär-Würfe gefunden: Ein Wurf mit drei Jungen, der andere mit vier. In beiden Fällen waren die Mütter nicht mehr am Leben. Die Waschbär-Kinder sind erst drei Monate alt.

"Eine Mutter wurde überfahren, die andere hat Gift gefressen", sagt Tierarzthelferin Vanessa Kappesser vom Tierheim Mainz unserem Reporter. Sie wurde von der Tierklinik Gießen kontaktiert, da diese nicht für die Aufzucht ausgelegt ist. "Wir haben die Waschbären dann aufgenommen", erzählt Kappesser. Ansonsten hätten sie eingeschläfert werden müssen. "Wir haben dann versucht, die Jungen woanders unterzubringen, ich habe mich quer durch Deutschland telefoniert. Das ist aber nicht so einfach, weil viele Parks voll sind. Ich habe keinen anderen Platz für die Waschbären gefunden."

Waschbären wurden in Gießen gerettet

Kappesser hat vier Welpen zunächst bei sich zu Hause mit der Flasche aufgepäppelt, sagt sie zu FFH: "Der Vierer-Wurf war anfänglich in keinem guten Zustand. Die Kinder hatten noch bei der Mama, die Gift gefressen hatte, getrunken. Dadurch haben sie von der Muttermilch Gift aufgenommen." Jetzt geht es den Waschbär-Kindern besser und sie bleiben auch zukünftig im Mainzer Tierheim, weil sie nicht ausgewildert werden können: Seit 2016 stehen Waschbären in der Europäischen Union auf der Liste der unerwünschten Tierarten. Sie fallen in allen deutschen Bundesländern unter das Jagdrecht.

Waschbären für das Mainzer Tierheim neu

Für das Mainzer Tierheim ist es auch das erste Mal, dass sie Waschbären beherbergen. Die Jungen bekommen hauptsächlich Obst und Gemüse zum Futtern. Vanessa Kappesser und ihr Team bauen jetzt ein neues Gehege, damit die Waschbären, die noch deutlich größer werden, ausreichend Platz haben und spielen können. Am liebsten klettern sie auf Kletterbäume, tummeln sich in Planschbecken oder schaukeln in Hängematten. Das Tierheim Mainz ist spendenfinanziert: Deswegen können die Waschbären durch Geld- und Sachspenden unterstützt werden, etwa mit einer Patenschaft (https://www.tierheim-mainz.de/hilfe/). Norbert und die sechs Mädels, so heißen die Waschbären, brauchen aber auch eine neue Schaukel.

Tierarzthelferin Vanessa Kappesser zu FFH: Ich war sehr aufgeregt

"Man muss sie sich angucken. Man kann schlecht nein sagen, wenn sie da sind."

FFH-Reporter Florian Stendebach zu Besuch bei den Waschbären

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