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So trainieren die Jungs beim Blindenfußball

FFH hat's ausprobiert: - Kicken beim Blindenfußball in Marburg

© FFH

Wo steht eigentlich das Tor? Beim Blindenfußball gibt ein Guide hinter'm Tor über Rufe die exakte Position an.

Es ist vielleicht einer der anspruchsvollsten Blindensportarten überhaupt: Blindenfußball. Richtig gut darin sind die Männer vom SF Blau-Gelb blista Marburg. Bevor morgen das nächste Bundesliga-Spiel für sie ansteht, hat FFH sie besucht und auch mal versucht, eine Runde blind zu kicken.

Schnelle Angriffe und viele Tore

Im Blindenfußball stehen alle nur hilflos auf dem Feld und keiner bewegt sich so richtig? Von wegen! Das Feld ist zwar deutlich kleiner als beim Fußball von sehenden Menschen, dafür spielen aber auch weniger in einem Team. Die vier Feldspieler haben also allerhand zu tun. Gleiches gilt für den Torwart, der als einziger neben dem Trainer sehen kann und in einem Hockeytor steht. Damit die Spieler überhaupt wissen, wo sie das Tor finden, steht dahinter ein sogenannter Hinter-Tor-Guide, der über Rufe die Spieler dirigiert.

Hier zählt der Hörsinn!

Aber nicht nur der Guide hinter dem Tor braucht ein lautes Organ. Auch die Spieler rufen sich zu, um sich gegenseitig ihre Positionen auf dem Feld mitzuteilen. Wer genau hinhört, hat also einen klaren Vorteil. Vor allem aber, wenn es darum geht, den Ball zu finden. Denn der rasselt! So können die Spieler ganz genau abschätzen, wie weit der Ball entfernt ist und wie schnell er rollt.

Zu Gast beim Rekordmeister

Und die Männer vom SF Blau-Gelb blista Marburg hoffen natürlich, dass das rasselnde Leder morgen möglichst oft im gegnerischen Tor des MTV Stuttgart landet. Stuttgart wird eine harte Nuss, denn immerhin sind sie amtierender deutscher Meister und Rekordmeister, erklärt Marburgs Cheftrainer Manfred Duensing im FFH-Gespräch. Verstecken müssen sich die Mittelhessen aber nicht, immerhin holten sie schon 4 Mal die Meisterschale.

Trainer Duensing: "Höchster Respekt vor Stuttgart"

Marburgs Cheftrainer Manfred Duensing im Gespräch mit FFH-Reporterin Dominique Bundt

Profis aus der Nationalmannschaft

In Marburg spielen übrigens mehrere Spieler gleichzeitig für die deutsche Nationalmannschaft im Blindenfußball. Einer von ihnen ist Ali Can Pektas. Er spielt bereits seit 2006/2007 Blindenfußball und gehört damit zu den richtigen Urgesteinen der deutschen Liga, die sich nämlich erst im selben Zeitraum überhaupt gegründet hat. Er sagt am FFH-Mikro: "Das Fußballfeld ist ein Ort, wo ich tatsächlich am wenigsten Angst habe, mich zu verletzen." Und er ergänzt: "Ich habe das Privileg, meinen Traum zu verwirklichen und Fußball zu spielen und das auf Nationalmannschaftsniveau! Das gibt mir sehr viel Selbstbewusstsein und Zuversicht für das, was ich tue - ob es im beruflichen Leben oder ob es auf der Straße ist."

Pektas: "Es entwickelt sich ein Selbstbewusstsein"

Ali Can Pektas vom Marburger Blindenfußball im Gespräch mit FFH-Reporterin Dominique Bundt

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FFH-Reporterin Dominique Bundt tauscht Mikro gegen Fußball

Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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