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Startup der THM will hessischen Gründerpreis holen

Sich selbst löschende Steckdose - THM-Studenten wollen Gründerpreis holen

© Fisego

Fünf Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen kämpfen um den hochangesehenen hessischen Gründerpreis. Sophia Reiter und Fabian Goedert und ihr Team haben Steckdosen entwickelt, die Brände melden und sich selber löschen können. Ihr Start-Up Fisego ist nun im Finale um den Preis. Sie selber sind seit vielen Jahren bei der Feuerwehr in Butzbach aktiv. Wer das Team unterstützen will, votet hier für sie: https://hessischer-gruenderpreis.de/online-voting-2021 https://hessischer-gruenderpreis.de/online-voting-2021 

Bebbs heißt das Brandschutzsystem

Er zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für junge Unternehmen, Startups und Innovationen in Deutschland – Sophia Reiter und Fabian Goedert sind fest entschlossen, ihn an die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) zu holen: Sie stehen mit ihrem Unternehmen Fisego und dem Brandschutz-System Bebbs im Finale des Hessischen Gründerpreises. In der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ treten sie am Mittwoch, 3. November, gegen zwei Ideen aus Darmstadt an.

Fabian Goedert, Feuerwehr Butzbach und Startup Gründer der THM

"So funktioniert die Steckdose, die sich selber löscht"

Also, wir haben ein Brand Erkennungs und Brandbekämpfung System entwickelt, welches wir Bap Snell. Unser primäres Ziel ist erst mal, dass wir so viele Menschenleben und so viele Sachwert wie möglich schützen. Und durch unsere Forschung haben herausgefunden, dass die größte Gefahr bei Mehrfachstecker diesen besteht. Das sind meistens wirklich die dramatischsten Brände, wenn es zu so 'nem Elektro Brand kommt. Jeder kennt ein Feuerlöscher, ein Rauchmelder, eine Sprinkleranlage Wir verbinden alle positiven Eigenschaften. Dieser drei Komponenten ergänzen diese mit modernster Technik und diese vielen Schutzmechanismen Sorgen Eifer. Dafür ein Brand zur es geht. Ausgeschlossen wird

Fabian Goedert, Feuerwehr Butzbach und Startup Gründer der THM

"Ich habe selber einen verheerenden Elektrobrand bei meinem Freund gelöscht"

Zwei Tausend fünfzehn gab es in sehr massiven Brand bei meinem besten Freund im Keller. Ich war damals im ersten Angriffstrupp. Das heißt die erste Person, die in den Brand hineingeht. Und es war für mich einfach extrem dramatisch. In dem Haus, in dem wir drei Tage vorher noch Party gemacht haben, dann auf einmal so einen gravierenden Brand zu haben. Und ich hab das erste Mal in meinem Leben, diese psychische und auf finanzielle Belastung, die das Ganze nach sich zieht, miterlebt. Und das war für mich so dramatisch, dass ich gesagt Okay. Dagegen muss man was tun.

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Eigene Erfahrungen führten zur Erfindung

Im FFH-Gespräch erzählt der 25-jährige Fabian Goedert, dass er seit 2006 schon bei der Feuerwehr Butzbach aktiv ist. Dort habe er vor einigen Jahren selber einen schweren Elektrobrand im Keller eines Freundes löschen müssen. "Da habe ich erlebt, wie gravierend die psychischen und finanziellen Auswirkungen eines Elektrobrandes sind. Da dachte ich, dass muss sich ändern." Auch die anderen Gründer sind alle bei der Feuerwehr aktiv 

Elektrobrände könnten irgendwann der Vergangenheit angehören

Der Traum der Mittelhessen: So wie in Deutschland Rauchmelder Pflicht sind, könnte in einigen Jahren auch ihr Sicherheitsmodul in Steckdosen und elektrischen Großgeräten Pflicht sein. Damit wären Elektrobrände fast ausgeschlossen, hofft das junge Team. 

Online-Voting beginnt schon Mittwoch, 20. Oktober

Am Finaltag müssen Sie nicht nur Fachbesucher auf einer – corona-bedingt kleinen – Messe und am Abend die Jury überzeugen, sondern schon vorab das Publikum: Am Mittwoch, 20. Oktober, startet auf www.hessischer-gruenderpreis.de ein Online-Voting, dessen Ergebnis in die Gesamtbeurteilung einfließt.

Fabian Goedert, Feuerwehrmann aus Butzbach und Startup-Gründer der THM

"Das Finale des hessischen Gründerpreises zu erreichen ist Wahnsinn!"

Also, wir haben uns unendlich gefreut, auch weil wir als totale Underdogs angetreten sind. An die anderen Teams mit uns im Halbfinale waren wesentlich weiter als wir. Vielleicht nicht in der Entwicklung, aber in den Förderungen, die sie bekommen. Und da waren Doktoranden, der Bayern, alles Mögliche, um das wir dann so als Bachelor stud enden an, die überhaupt keine Förderung bekommen, außer von unseren Unterstützung. Aber keine staatliche Förderung, das war schon ne sehr, sehr große Ehre da ins Finale zu kommen,

Fabian Goedert, Feuerwehrmann aus Butzbach und Startup-Gründer der THM

"Mein Traum ist, dass die Module Pflicht werden wie der Rauchmelder"

Unser erster Bau wird sein, dass wir selbst produzierte Mehrfachsteckdosen anbieten, die unserer löst System verbaut haben. Dann werden wir an Hersteller von Elektro Großgeräten rangehen. Waschmaschinen Trockner, Kühlschränke also unser Traum ist wirklich das M, auch Versicherungen auf diesen zu mit aufgesprungen sind und gemerkt haben, ähnlich wie bei den Rauchmeldern, dass das eine sichere Sache ist und dass wir dann an zum Beispiel wies. Auch bei den Rauchmelder lässt eine Verpflichtung haben, die vorschreibt, dass genau solche Geräte genutzt werden müssen. Das wär so ein ganz großer Traum von mir

Technik ist kostengünstig und kann Leben retten

„Wir freuen uns über jede Stimme aus Mittelhessen“, sagt Sophia Reiter und ergänzt lachend: „Über jede andere Stimme natürlich auch.“ Beim Publikum, das wissen die beiden Gründenden, kommt ihre Idee gut an. Sie arbeiten daran, vorerst in Mehrfachsteckdosen, später auch in Haushaltsgeräte kostengünstig Technik zu implementieren, die Brände im Entstehungsprozess erkennt, akustisch und digital meldet und – wenn nicht eingegriffen wird – schließlich selbst löscht, bevor das die Feuerwehr tun muss.

Patent ist schon lange angemeldet

2020 meldeten sie das deutsche Patent an, 2021 folgte die europäische Nachmeldung. Beim THM-eigenen Ideenwettbewerb Ideeco schaffte es das Paar 2020 auf den ersten Platz, im Wettbewerb Hessen Ideen kurz darauf als unangefochtener Publikumsliebling auf Rang zwei. „Aber der Gründerpreis ist im Gegensatz dazu schon eine andere Liga“, sagt Goedert.

Unterstützung kommt auch von den Feuerwehren

Ins Halbfinale einzuziehen sei bereits überwältigend, so der Student, der sich der Unterstützung von THM, Hessischer Feuerwehrstiftung und Sparkasse Oberhessen gewiss ist. „Es ist unglaublich, was die Teilnahme für eine Resonanz erzeugt“, sagt Goedert. Nicht nur zahlreiche Medien, sondern auch Investitionswillige hätten sich bereits gemeldet. „Der Hessische Gründerpreis ist sowas wie die Champions League für Start-Ups“, erklärt der Student des Bauingenieurwesens.

Schirmherr ist Wirtschaftsminister Al Wazir

Das Fisego-Kernteam um den dual studierenden Wirtschaftsinformatiker Johannes Steube wird nun am 3. November ihre Idee und ihr Gründungsvorhaben auf einer Fachmesse präsentieren, bei der das Publikum Punkte vergibt. In die Entscheidung der Jury rund um den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir als Schirmherr fließt das Publikums-Voting ein.

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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