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Oberbürgermeister-Stichwahl in Gießen am Sonntag

Grüner Lehrer oder SPD-Pfarrer? - Oberbürgermeister-Stichwahl in Gießen

Wer wird künftig Rathauschef in Gießen - der grüne Berufsschullehrer und Ingenieur Alex Wright oder der Landtagsabgeordnete und ehemalige Pfarrer Frank-Tilo Becher von der SPD. Diesen Sonntag ist Stichwahl (24.10.) in der Unistadt. Unsere FFH-Reporter werden aus dem Rathaus berichten. 

Kopf-an-Kopf-Rennen im ersten Wahlgang 

Im ersten Wahlgang parallel zur Bundestagswahl am 26. September gab es bereits ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende hatte Alex Wright (Bündnis90/Die Grünen) mit 30,65 Prozent der Stimmen die Nase leicht vorn vor Frank-Tilo Becher (SPD) mit 30,31 Prozent der Stimmen. Frederik Bouffier von der CDU schied mit 29,5 Prozent der Stimmen aus, wie FFH berichtete.

Für wen werden sich die CDU-Wähler nun entscheiden? 

Da der erste Wahlausgang bereits denkbar knapp war, haben beide Kandidaten in den vergangenen vier Wochen Straßen- und Haustürwahlkampf gemacht, aber auch erneut große Wahlplakate in Gießen aufgehängt. Wahlentscheidend könnten zwei Faktoren werden: Zum einen war die Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang mit 68 Prozent besonders hoch, da gleichzeitig die Bundestagswahl stattfand. Jetzt am Sonntag dürften sehr viel weniger Gießener und Gießenerinnen wählen gehen. Zum anderen ist die spannende Frage, für wen sich die Wähler des CDU-Kandidaten Frederik Bouffier nun entscheiden. 

OB-Wahl wird im Rathaus öffentlich präsentiert

Die Oberbürgermeister-Stichwahl wird am Sonntagabend im Atrium des Rathauses öffentlich begleitet. Dabei werden auf zwei Monitoren die Ergebnisse der OB-Stichwahl wie der gleichzeitig stattfindenden Landrats-Stichwahl präsentiert. Wie die Stadt Gießen mitteilt, findet die Veranstaltung unter den Auflagen des 2G-Zugangsmodells statt, daher werden Teilnehmende gebeten, ihren Impf- oder Genesenen-Nachweis mit sich zu führen.

Im Wahllokal bitte medizinische Maske tragen

Interessierte können die Wahlergebnisse auch über das Internetportal „VoteManager“ unter https://wahlen.votemanager.de verfolgen. Wer im Wahllokal wählen geht, muss dabei eine medizinische oder FFP2-Maske tragen – darauf weist der Kreiswahlleiter hin. Aus Hygiene-Gründen können eigene Stifte zur Stimmabgabe mitgebracht und genutzt werden – dies erleichtert die Arbeit der Wahlvorstände.

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© FFH

Alex Wright ist Fraktionschef der Grünen im Rathaus - jetzt will er den Chefposten übernehmen 

Der Kandidat der Grünen: Alexander Wright, 34 Jahre, Elektrotechniker und Berufsschullehrer und grüner Fraktionsvorsitzender im Rathaus. 

Seine Ziele: "Eine Verkehrswende schaffen, in der alle in sauberer Luft mobil sind. Eine offene Gesellschaft leben, in der alle gleichberechtigt sind und ihren Platz haben. Zusammenhalt leben, im Umgang mit armen Familien, Obdachlosen, einsamen älteren Menschen und Geflüchteten"

Das sagt Alexander Wright über sich: "Ich bin manchmal ein ungeduldiger Mensch. Leider. Aber was mir wirklich wichtig ist, das ist Fairness und ein gutes Miteinander. Ich möchte jeden wirklich fair behandeln, denn das hat jeder einzelne Mensch auch verdient. Es ärgert mich, dass wir in der Verkehrswende in Gießen nicht schon weiter sind. Zu meinen Lieblingsplätze in Gießen gehören derzeit der Bergwerkswald und der Spielplatz Aulweg mit meinem Sohn. 

Alex Wright im FFH-Interview im September 2021

Ja, meine drei wichtigsten Themen sind zum einen der Klimaschutz. Zum zweiten die Transformation der Wirtschaft will, dass einem zum einen im Einzelhandel, aber auch Digitalisierung in der Wirtschaft ist. Ein Thema. Hier dann auch Nummer im Speziellen in Gießen Biotechnologie. Und als drittes der gesellschaftliche zusammen Halt. In dem Sinne sich am ganz viele Ansatzpunkte in Kultur und Sport. Auch durch die Stadt neue Begegnungs Punkte schafft es zum einen die Feuerwache, dass wir die zum Kultur Gewerbehof machen, aber auch einfach wirklich Flächen schaffen. Wo Leute sich treffen können, ist für mich wichtig. Flächen schaffen, wo Leute sich treffen können. Das ist ja schon ganz nah, auch an der Verkehrswende. Weil das geht hier Flash schlechter einer Stadt, die sehr Autor orientiert. Es ist, dass sein Wunsch, dass die Stadt weniger Auto orientierte Estern Tatsächlich. Ist es, ein Wunsch, weniger Auto orientiert zu sein. Aber genau aus diesem aus diesem Gedanken heraus zu sagen, wir brauchen ne Aufenthaltsqualität noch ne höhere Lebensqualität hier in der Stadt Ja, müssen wir gucken, dass wir den Platz dem erhaben umverteilen. Mal Wir haben. Jetzt keine Stadt, die auf dem Reißbrett entwerfen können. Was sind da konkrete Projekte? Also zum Beispiel welche Plätze würden Sie gerne umgestalten? Und wo würden Sie vielleicht Straßentunnel verteilen? Heißt weniger für die Autos mehr für die Fahrräder. Das ist zum einen ganz prominenter Brandplatz. Da ist er also jeden Mittwoch. Um jeden Samstag zeigt er eigentlich sein Potenzial, da es seinem Lich Markt, wie Leute sich da treffen und miteinander ins Gespräch kommen, was einkaufen, auch teilweise ihren kompletten Wocheneinkauf da machen und haben das einfach schön zu sehen. Und das zeigt eigentlich auch dieser Platz kann auch anders genutzt werden. Na. Also, er muss nicht als Parkplatz dienen. Und. Und es auch so. Wenn der Markt jetzt nicht da es dann wär 's doch schön war, nassen Treffpunkt ist also, man kann sich hinsetzen. Seine Kinder können nach Meppen Rat rumfahren wie ihr mit Wasser Spritzpistole. Rosa oder was weiß ich. Aber so Plätze fehlen uns um bis Werners am Kirchplatz der Sehma. Das nämlich auch Das ist ja auch, müssen umgestaltet worden. Jetzt. Da waren nicht die Autos um müssen das Thema, sondern viel Schotter und so. Da sehen wir das auch heißen jetzt Bänke Leute treffen sich dort ist so Sohn kleiner, Schacht, Tisch. Und genauso Dinge brauchen wir mehr in der Stadt. Dann was zu sagen. In Bezug auf Umverteilung von am Verkehr ist alte Anlagenring hier ein ganz großes Thema des teilweise sechsspurig. Ich weiß nicht, welche Stadt sich das so erlaubt, in der Autobahn durch die Stadt zu bauen. Und dabei müssen bei einfach schauen, wie kann man da den Platz um fatalen, sodass die Autos auch noch gut fließen können. Aber wir auch mehr Platz im für Rad und Fußverkehr haben. Gibt es mehr Vorgaben, die wir machen müssen, um, wie sie gesagt haben, schneller klimafreundlicher zu werden als nur Vorgaben? Wer der falsche Weg müssen es auch so machen, dass wir eben entsprechend auch fördern und die Leute motivieren, auch einen Wechsel hinzukriegen. Zum Beispiel zu sagen bei einem neuen Baugebiet. Okay, da muss jetzt einfacher Photovoltaik aufs Dach oder Solar beheizt werden. So ein Punkt, wo es Sach. Andererseits kann man das natürlich fördern und motivieren, auf der anderen Seite eben dann auch ordnungspolitisch. Dann auch entsprechend eingreifen Jenny. Man haben Begriffe. Vielleicht fällt Ihnen was dazu, ein Ungeduld Mhm. Ach, bei mir ist tatsächlich so, dass sich manchmal ungeduldig bin. Aber als Lehrer brauchen Sie Geduld, oder? Naja, wenn ich jetzt merke, ich sach etwas und es kommt gar nichts an. Sag mir jetzt Wärme zu an Fairness. Ganz wichtig für mich tatsächlich sehr wichtig Ja. Ich möchte sehr gerne fair behandelt werden. Aber ich versuche das auch bei jedem Menschen, ihn fair zu behandeln, zu gucken, wo kommt er sie her? Was? Der Hintergrund auch mal dreimal mehr. Warum zu fragen, das mir wirklich ein sehr wichtiger Punkt, was mich ärgert, Ja, das wir tatsächlich in der Verkehrswende die letzten fünf Jahren nicht so schnell vorangekommen sind, wie es mir gewünscht hätte. Und wenn es nur kleine Sachen sind wie Anwohnerparken oder nochmal eine Fahrradspur unter auch bissel mehr zu investieren. Das. Das hat mich schon die letzten fünf Jahre sehr of geärgert. Was? Mich freut tatsächlich der Umgang mit den Leuten. Man trifft sehr viele Leute. Man lernt auch verschiedenster Einsichten kennen. Also auch von den Gegnern. Manchmal ist es auch so, dass die Argumente an Schlüsseln auch Okay. So habe ich noch nie gesehen. Und dadurch habe ich extrem viel gelernt, mehr als vielleicht auch an. Da bin ich auch sehr dankbar für. Und das ist auch das, was wir in der Politik Spaß macht. Einer meiner Lieblingsorte derzeit in Gießen Tape viele Lieblingsorte m. Ein, wo ich gerade viel zu wenig Zeit für bis man Schrebergarten. Das andere Samen. Der M Bergwerks Wald. Und der nächste Schritt Lieblingsort ist tatsächlich der Spielplatz mittlerweile am Maul Weg. Da bin ich sehr gerne mit der Family

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Frank-Tilo Becher ist derzeit Landtagsabgeordneter in Wiesbaden und möchte Verantwortung in seiner Heimatstadt Gießen übernehmen 

Der Kandidat der SPD: Frank-Tilo Becher, 58 Jahre, Pfarrer und seit 2018 Landtagsabgeordneter in Wiesbaden. Vater von drei Kindern. 

Seine Ziele: "Das Miteinander stärken und die soziale Gerechtigkeit voranbringen." Das betrifft für den Pfarrer und ehemaligen Gießener Dekan zum Beispiel den Wohnungsbau, sowohl für Menschen mit mittlerem Einkommen als auch für Studenten und sozial Schwächere. Becher möchte neue Projekte anstoßen und Gießen zu einer Gesundheitsstadt machen - möglicherweise mit einer großen Gesundheitsmesse, die Biotech-Projekte, die Uniklinik aber auch Sport und Vereine umfasst. 

Das sagt Frank-Tilo Becher über sich: Es ärgert mich, wenn Politik aus Taktik und Ideologie statt um der Sache willen gemacht wird und es freut mich, wenn ich einem Menschen mit einem Anliegen helfen konnte. Das Miteinander ist mir sowohl als Politiker wie als Theologe wichtig. Meine Lieblingskirche ist die Petruskirche und ihr schönes Licht, weil sie auch meine Predigtkirche war. Mit meinem Hund gehe ich am Schwanenteich spazieren. 

Frank-Tilo Becher im FFH-Interview im September 2021

Ich möchte die Stadt Gießen auf dem Weg der sozialen Gerechtigkeit nach vorne bringen. Wir müssen wie alle Städte an dem Thema Klimaneutralität arbeiten und ne Stadt lebt davon, produktiv und kreativ zu sein, um euch jetzt konkret mache soziale Gerechtigkeit heißt sie in Gießen. Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Das heißt die Frage, wie es 'n Stall auch Barrierefrei für alle zugänglich. Wie beteiligen wir Kinder und Jugendliche bei unsern Entscheidung? Dass es alles ne Frage, auch von sozialer Gerechtigkeit und bezahlbarer Wohnraum heißt auch auf Menschen zu gucken mit mittleren Einkommen. Denn auch die haben inzwischen Schwierigkeiten was zu finden, weil sie sich leisten können. Auch für die müssen wir gucken, ob wir günstigen Wohnraum anbieten können mit dem Wohnberechtigungsschein möglicherweise. Ich werde aber an anderen Stellen auch noch mal andere Schwerpunkte setzen in der Wirtschaftsförderung. Ich. Hab wirklich die Idee uns als ne Gesundheits, statt auch ökonomische zu entwickeln. Gesundheit Was ist das Wasser. Wie? Wie stelle ich mir das vor? Na ja, das ist ein Stein, den ich Mathis Wasserwerfer. Man muss so Ideen auch immer gucken, gibt seiner Resonanz. Aber wenn ich mal das Bild von den sechs Jahre nehme, dann haben wir irgendwie am Ende, dieser Legislatur eine ganz große Gesundheitsmesse in Gießen mit großer überregionaler, bleicht bundesweiter Strahlkraft, wo alles zusammenkommt, was in diesem 's fällt. Für mich Reinfeld, da is e Technologie Biotechnologie drin. Da ist die Universität mit ihrer Forschung Trim Nee. Da ist der ganze Bereich Klimaschutz Gesundheitsschutz drin. Da ist Sport und Vereine trennen. Also ein umfassender Gesundheits Begriff. Weil ich glaube, die Frage nach Klimaschutz kommt den Menschen dann am nächsten. Wenn sie merken, Okay, das geht um meine persönliche Gesundheit. Und die meiner Kinder. Und die meiner Enkelkinder. Geduld oder Ungeduld, welches ist er? Ihr wart, ich kenne ich. Kann wirklich beide Seiten an mir eher er Ich. Kann ein ungeduldiger Mensch sein, dass mir Sachen wirklich nicht schnell genug gehen. Und im auf der anderen Seite hab ich in den oft ne tiefe innere Stimme in Melle. Die Dinger gehen ihren Weg und es passiert, was passieren muss. Bleibt mal geduldig. Beides kenne miteinander. Das steht auf mein Wahlplakaten und ist für mich ein Schlüsselwort Gabe. Das ist die eigentliche Herausforderung, dass wir einen gesellschaftlichen Zusammenhalt organisieren, die ein ehrliches miteinander, also miteinander heißt ja vieles, dass man miteinander streiten, dass man sich auch auseinander setzt, aber miteinander wieder zusammen weitergeht. Ich, glaube, eine Stadtgesellschaft steht und fällt mit der Frage. Wie gut gelingt das Miteinander? Sie sind Politiker. Sie sind aber auch Farrar und waren Dekanen hier in Gießen. Das Miteinander kommt, dass er aus den politischen oder eher aus die ihrer religiösen Herkunft. Das kann ich gar nicht trennen. Ich hab das in meiner Lebensgeschichte als eine politische Dimension der Frage. Von wie sind wir in einer Gesellschaft? Solidarisch, immer gelebt. Und natürlich komme ich aus einer Glaubens Tradition, in der die Gemeinschaft einen sehr traf. Das Element ist von daher. Das fügt sich gut zusammen. Der, politische und der theologische Mensch gibt es eine Lieblings. Kirche Ach. Ich hab schon meiner Petruskirche, die auch meine Predigtkirche war sehr, sehr gerne. Sehr so ein moderner Beton bau. Ich mag die Atmosphäre und das Licht da drin. Was mich haben in der politischen Arbeit. Er gart. Es ärgert mich wenden, wenn Sach orientierte Fragen Zurücktreten hinter Partei Taktik und leidenschaftsloser Politik ärgert. Mich hasst mich politisch Freut. Mich freut es, wenn Menschen mit einem Anliegen kommen und ich tatsächlich auf dem politischen Weg einen Kanal finde, wie man da was tun kann. Und anschließend wird da was möglich, was feuern unmöglich Sheen. Und die sagen dann Boah. Das war ja mal schön, dass ich da mal jemand gekümmert hat, sind hier am Schwanenteich. Das ist sowieso einer der Lieblingsorte vieler Gießener. Was ist einer ihrer Lieblingsplätze in Gießen? Also tatsächlich mag ich den Schwanenteich sehr gerne. Der IS sehr fußläufig zu mir. Und da wir seit Kurzem einen Hund haben, sieht für mich Wege die schön am frühen Morgen gehen. Dass es einfach in ein wunderschöner, Platz Ich habe. Auch die Lahn sehr gerne und findet, dass es sehr gewonnen hat, an der unser Lahnufer. Aber ein schöner Café am Kirchenplatz ist schon auch was Tolles.

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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