Nachrichten > Mittelhessen, Top-Meldungen >

Kinderarzt in Gießen: Geduld bei Kinderimpfung

Kinderimpfungen haben begonnen - Gießener Kinderarzt bittet um Geduld

© FFH

Der Gießener Kinderarzt Dr. Christoph Krug sagt: Wir werden erst die vorerkrankten Kinder impfen - bitte habt Geduld! 

In vielen hessischen Landkreisen und Kinderarztpraxen ist der erste Kinder-Impfstoff gegen das Coronavirus eingetroffen.  Damit kann auch in Hessen die Kinderimpf-Kampagne für Fünf- bis Elfjährige beginnen. 

Viele Landkreise in Hessen planen deshalb jetzt aktuell Sonder-Impfaktionen für Kinder. So nimmt in Gießen am Samstag auch ein Kinderimpfhaus die Arbeit auf (siehe unten). 

Impfstoff ist in den ersten Kinderarztpraxen eingetroffen

Vor allem die Kinderärzte beginnen nun in ihren Praxen fünf- bis elfjährige Kinder zu impfen. Der Gießener Kinderarzt Dr. Christoph Krug bittet im FFH-Interview die Eltern aber um Geduld: "Wir werden zunächst vorerkrankte Kinder, die einen schweren Start ins Leben hatten, impfen. Da haben wir schon entsprechende Listen gemacht."

Eltern haben erhöhten Beratungsbedarf

Bei ihm in der Praxis in der Gießener Innenstadt ist die erste Kiste mit Biontech-Kinderimpfstoff bereits angekommen. Der erfahrene Kinderarzt weist darauf hin, dass viele Eltern einen erhöhten Beratungsbedarf hätten, aber nicht nur das: "Auch die Kinder brauchen ein bisschen Zeit und eine empathische Begleitung, wenn sie geimpft werden. Das geht nicht immer so schnell wie mit Erwachsenen."

Nicht alle Kinder können sofort geimpft werden

Er bittet Eltern deshalb um Geduld, die aber nicht alle am Telefon aufbringen würden. "Ich habe hier einen ganzen Stapel von Mails liegen. Sie sind von Eltern, die alle jetzt Beratung möchten." Es sei aber nicht möglich, alle Kinder sofort zu impfen.

"Die Stiko wird sich bald wieder äußern"

Doch das habe auch sein Gutes, sagt Dr. Krug. "Die Situation ändert sich fast wöchentlich, da kann Geduld gut sein. Außerdem sagt die Stiko auch, dass die letzte Abwägung für die Corona-Impfung von Kindern zwischen individuellem Nutzen und Risiko wissenschaftlich noch nicht getroffen sei."

FFH-Reporterin Anne Schmidt berichtet

Dr. Christoffer Krug

"Wie die Stiko empfiehlt, werden wir erst schwerkranke Kinder impfen"

Wir behalten uns erstmal an die stieg Vorgabe, die sich ganz klar dahingehend geäußert hat, dass wir schwerstkranke Kinder als Allererstes impfen sollen. Unter schwerstkrank verstehen wir Kinder, die einen sehr schwierigen Start ins Leben hatten, zum Beispiel reanimiert werden mussten. Und die sollten, wenn Eltern, das auch zunächst einmal diese Impfdosen erhalten können,

Dr. Christoffer Krug

"Die Erwartung, dass Kinder vor Weihnachten noch geimpft werden, müssen wir bremsen"

Die Erwartungshaltung jetzt ist der Impfstoff da. Wir können morgen unser Kind vor Weihnachten noch impfen lassen. Dann müssen wir ein kleines bisschen vorsichtig bremsen. Nahm Wir geben uns Mühe, die Aufteilung soviel wie möglich zu gestalten. Aber es bleibt dabei. Schwerkranke und Risikopatienten sind als Erstes dran.

Dr. Christoffer Krug

"Es gibt einen sehr großen Beratungsbedarf und Kinder zu impfen, das braucht Zeit"

Gerade Kinder in dieser Altersklasse, wenn wir von fünf bis zwölfJährigen sprechen, brauchen nur einfühlsame Impfung. Hier kann nicht nur die Eltern Sorgen und nachfragen, sondern eben auch die Kinder

Dr. Christoffer Krug

"Wir haben einen große Andrang und schon Listen gemacht"

Die Anfrage ist sehr groß. Wir haben schon in den letzten Wochen angefangen, Listen mit interessierten Eltern nach entsprechenden Altersklassen gestaffelt zu führen. Damit verbunden gerade in dieser Altersklasse von fünf bis zwölf ist aber

auch ein sehr hoher Beratungsbedarf,

© HIT RADIO FFH

Kinderimpf-Aktion am Wochenende in Alsfeld

© FFH

Diese Broschüre hat der Gießener Kinderarzt verfasst: Mit Kindern durch die Corona-Krise

Kinderimpfhaus Gießen öffnet Samstag

In Gießen öffnet ab Samstag (18. Dezember) das Kinderimpfhaus im Seltersweg 85 in Gießen (gegenüber Karstadt). Im Obergeschoss des dortigen DRK-Testcenters können täglich zunächst bis zu etwa 50 Kinder geimpft werden. Dafür sind Terminvereinbarungen nötig. Das Angebot gilt gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zunächst nur für Kinder mit Risikofaktoren. In der Folgezeit wird das Angebot ausgeweitet, darüber wird dann entsprechend informiert. Eltern können ab Mittwochmittag (15. Dezember) online über corona.lkgi.de/impfen unter dem Menüpunkt „Kinderimpfhaus“ Termine buchen.

Erster Kinderimpftag in Alsfeld am Wochenende

Viele Landkreise bereiten allerdings schon reine Kinderimpftermine vor. Im Vogelsbergkreis geht es zum Beispiel schon dieses Wochenende los. Am Samstag und Sonntag werden im Impfzentrum Alsfeld zwischen 14 und 18 Uhr nur Kinder geimpft. Allerdings sind bereits alle Termine für dieses Wochenende vergeben. Der Kreis plant dieselbe Aktion deswegen nochmal am 8. und 9. Januar. Einen Termin kann man vorher online ausmachen.

Ab nächster Woche Kinder-Impfungen in Hanau und Gelnhausen

Der Main-Kinzig-Kreis will ab nächster Woche Kinder-Impfungen in der Klinik in Hanau und den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen anbieten.

4.200 Impftermine für Kinder im Impfzentrum Calden

Das Impfzentrum in Calden in Nordhessen bietet in den Weihnachtsferien vom 27. Dezember bis zum 7. Januar rund 4.200 Termine nur für Kinder an. Auch hier muss man sich vorher einen Termin besorgen. Die Stadt Kassel will am Samstag eine Impfstelle für Kinder an den Start bringen, im Kulturhaus Oberzwehren. Und auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf bereitet Impfangebote für Kinder ab fünf Jahren vor. 

Wetterau setzt zunächst auf Kinderärzte

Der Landkreis Wetterau wartet zunächst noch mit reinen Kinderimpf-Terminen ab. Landkreis-Sprecher Michael Elsaß sagt auf FFH-Anfrage: "Noch belassen wir das bei den Kinderärzten." 

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

nach oben