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In Hessen gibt es jetzt ein Bündnis gegen Lichtverschmutzung

Hessens Städte nachts zu hell - Neues Bündnis gegen Lichtverschmutzung

© W. Gröning

Ein heller Schein erleuchtet den Nachthimmel über Mittelhessen. Lichtverschmutzung wird immer mehr zum Problem, sagt das neugegründete Netzwerk aus Hessen.

Über den hessischen Städten wird der Himmel selbst nachts gar nicht mehr richtig dunkel. Die sogenannte Lichtverschmutzung besorgt Umweltschützer und Wissenschaftler. In Hessen hat sich darum jetzt ein Netzwerk gegen Lichtverschmutzung gebildet.

Häufig wird der Nachthimmel künstlich aufgehellt, in einer Menge die aus Sicht der Umweltschützer über ein ökologisch vertretbares Maß hinausgeht. Schuld sind häufig unnötige oder falsch installierte Außenleuchten.

Nur Licht, wenn's nötig ist

Weniger Energieverbrauch und mehr Umweltschutz durch weniger Beleuchtung und immer nur dann, wenn sie wirklich nötig ist - das ist das Ziel vom neugegründeten Netzwerk gegen Lichtverschmutzung in Hessen. Das setzt sich aus Vertretern von Naturschutzverbänden, Sternwarten, Wissenschaftlern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger zusammen. Inzwischen sind in Hessen mehr als 50 Netzwerker aktiv, teilt das Bündnis mit. 

Mensch, Tier und Pflanzen brauchen die Dunkelheit

Das Netzwerk fordert konkret den Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen vor den Folgen der Lichtverschmutzung. Tiere brauchen die natürliche Dunkelheit und auch wir Menschen schlafen nachweislich besser, wenn es keinen hellen Lichtkegel über der Stadt gibt. Als besonders problematisch sieht das Netzwerk demnach die LED Fassaden- und Industriebeleuchtungen, Sportplatz- und Gehwegbeleuchtungen aber auch übermäßige Straßenbeleuchtungen an, heißt es von Thomas Düring, dem Netzwerkkoordinator von der Volkssternwarte Mittelhessen.

Das fordert das Netzwerk

Licht soll nach den Forderungen des Netzwerkes künftig bedarfsgerechter eingesetzt und dunkle Räume für die Natur gezielt geplant und erhalten werden. Außerdem hat das hessische Netzwerk in einem Maßnahmenkatalog weitere Forderungen an Entscheidungsträger, Umweltverbände, Unternehmer und Bürger aufgelistet, zum Beispiel die Benutzung von Leuchten mit kleinerer Lichtmenge und die Verwendung von warmen, insektenfreundlichen Farbtemperaturen. Und natürlich, da wo es geht: einfach mal komplett Licht ausmachen!

Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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