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Gießener Professorin findet heraus: "Delfine duschen an Korallen"

JLU-Professorin findet heraus - "Delfine duschen an Korallen ihre Haut"

Delfine duschen an Korallen und reinigen dort ihre Haut. Das fand ein Team von Wissenschaftlern heraus, zu dem auch eine Gießener Chemikerin gehört.

Korallen und Schwämme im Roten Meer von Ägypten untersucht

Wenn Menschen Hautausschläge haben, dann gehen sie zum Arzt oder tragen Salbe auf. Delfine im pazifischen Ozean machen das ähnlich. Wenn große Tümmler zum Beispiel Ausschläge haben, dann suchen sie nach Korallen und Schwämmen und reiben sich daran. Das hat die Chemikerin Prof. Dr. Gertrud Morlock von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit herausgefunden und in der Zeitschrift „iScience“ veröffentlicht.

Taucherin gewann das Vertrauen der Tümmler

Wie konnte das beobachtet werden? Vor Jahren tauchte die Wildtierbiologin Angela Ziltener von der Universität Zürich vor der Küste Ägyptens auf und gewann das Vertrauen einer Gruppe von Delfinen. Sie beobachtete, dass die Tiere sich an bestimmten Korallen rieben, womit sie offensichtlich auch ihre Haut desinfizierten.

Schleim der Korallen hat viele Wirkungen

Die Gießener Chemikerin Gertrud Morlock und ihr Team konnte nun nachweisen, dass der Schleim der Korallen und Schwämme antimikrobielle, antioxidative, hormonelle und toxische Eigenschaften hat. "Durch wiederholtes Reiben kommen die biologisch aktiven Substanzen der Korallen und Schwämme mit der Haut der Delfine in Kontakt", sagt Morlock. "Diese Metaboliten könnten die Homöostase ihrer Haut unterstützen und für die Prophylaxe oder Zusatzbehandlung gegen mikrobielle Infektionen nützlich sein."

"Es ist fast so, als ob die Tiere duschen"

Die Riffe in denen diese Korallen zu finden sind, sind wichtige Orte für die lokalen Delfinpopulationen. „Viele Menschen wissen nicht, dass diese Korallenriffe zum einen Schlafplätze, zum anderen aber auch Spielplätze für die Delfine sind“, sagt Ziltener. Zwischen den Nickerchen wachen die Delfine oft auf, um sich an den Korallen zu reiben. „Es ist fast so, als würden sie duschen und sich reinigen, bevor sie schlafen gehen oder für den Tag aufstehen“, sagt sie.

Die Wildbiologin Angela Ziltner warnt: Plastik ist eine Gefahr für die Tiere unserer Meere 

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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