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Pendleraktionstag des DGB zum Mindestlohn ab Oktober

12 Euro Mindestlohn ab Oktober - Aktionstag des DGB an Bahnhöfen in Hessen

Ab 1.Oktober gilt in Deutschland ein Mindeststundenlohn von 12 Euro
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Ab 1.Oktober gilt in Deutschland ein Mindeststundenlohn von 12 Euro

Der DGB macht mit einem Aktionstag auf den 12-Euro-Mindestundenlohn ab Oktober aufmerksam.

Nächsten Mittwoch (28.9.) werden Gewerkschafter an vielen hessischen Bahnhöfen Flyer verteilen. Auch in Kassel, Darmstadt, Gießen, Alsfeld, Wetzlar oder Lauterbach. 

6,2 Millionen Beschäftigte profitieren

In Deutschland profitieren insgesamt 6,2 Millionen Beschäftigte von der Mindestlohnerhöhung. Das sind 16,4 Prozent aller Beschäftigten. Bislang lag der Mindestlohn bei 10.45 Euro. Die Erhöhung bringt einem Single-Haushalt bei voller Beschäftigung 220 Euro netto mehr im Monat. "Besonders in den systemrelevanten Branchen, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Speditions- und Logistikgewerbe und in der Gastronomie werden die 12 Euro zu deutlichen Verbesserungen führen.", heißt es vom DGB.

Mindestlohn ist unterste Haltelinie für die Gewerkschaften

"Wer arbeitet, muss in einem wohlhabenden Land wie Deutschland davon auch gut leben können“, so Robin Mastronardi, Gewerkschaftssekretär des DGB Mittelhessen: "Gerade da, wo es keinen Tarifschutz gibt, brauchen wir die 12 Euro als unterste Haltelinie“, so der Gewerkschafter.

Kaufkräftstärkung in Höhe von 4,8 Milliarden Euo

Der Mindestlohn habe dabei eine positive Wirkung (pull up-Effekt) auf Tariflöhne und stärke die Kaufkraft um hochgerechnet ca. 4,8 Milliarden Euro pro Jahr. Außerdem sorge die Erhöhung des Mindestlohns auch für Mehreinzahlungen in den Sozialversicherungen und schütze vor Unterbietungswettbewerben bei Auftragsvergaben.

Hohe Inflation könnte höheren Mindestlohn auffressen

Allerdings befürchten die Gewerkschaften, dass der höhere Mindestlohn von den gegenwärtigen Teuerungen aufgefressen werde, denn die hohe Inflationsrate macht den Gewerkschaftlern große Sorgen. Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands von 2021 sei jede sechste Person (13,8 Millionen Menschen) in Deutschland unmittelbar armutsgefährdet und ein Großteil des Einkommens gehe für die beheizte Wohnung drauf.

Die Gewerkschaften sind stolz auf 12-Euro-Mindestlohn pro Stunde, aber....

Matthias Körner vom DGB Mittelhessen sagt: "Der Mindestlohn zeigt, dass die Gruppe derer wächst, die nur ein sehr niedriges Gehalt beziehen."

Das wird ne ganze Menge Beschäftigten, höheres Gehalt einbringen am Denkmal für Mittelhessen runtergerechnet. Wie schätzen, dass hier im sogenannten Arbeitsagentur Bezirk gießen vierzig bis fünfzig Tausend Leute von der Mindestlohn Erhöhung profitieren müssen. Das ist schön, dass es so viele sind. Auf der anderen Seite bedeutet es, dass der im Niedriglohnsektor in Deutschland angewachsen ist. Und weiter wächst. Das ist eigentlich keine gute Entwicklung.

© HIT RADIO FFH

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Infos des DGB zum Mindestlohn:

Der Mindestlohn gilt nicht für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung; Auszubildende im Rahmen der Berufsausbildung, Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit und Pflichtpraktikanten.

Beispiele für „pull up-Effekt“ der Erhöhnung des gesetzlichen Mindestlohnns auf die tariflichen Branchenmindestlöhne:

- In der Steinmetz- und Bildhauerhandwerk beträgt der Mindestlohn seit dem 1. August 2022 13,35 Eur pro Stunde.

- Für Gerüstbauer*innen steigt der Branchenmindestlohn zum 1. Oktober 2022 auf 12,85 Euro pro Stunde.

- Für die Gebäudereiniger*innen erhöhen sich zum 1. Oktober 2022 ebenfalls die Mindestlöhne. Für die Beschäftigten der Innen- und Unterhaltsreinigung beträgt er ab Oktober 13 Euro und für die Arbeitnehmer*innen in der Glas- und Fassadenreinigung steigt er auf 16,20 Euro pro Stunde.

Mehr Infos des DGB zum Mindestlohn finden Sie hier


Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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