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Landwirte protestieren mit grünen Kreuzen

Grüne Kreuze aus Protest - Landwirte verzweifeln, Höfe sterben

Vor allem Autofahrern fallen sie momentan auf: Grüne Kreuze, die an vielen Stellen in Hessen auf den Äckern stehen. Ein stiller Protest der Landwirte.

Mehr Wertschätzung für Landwirtschaft

Solche Kreuze stehen zum Beispiel in Babenhausen-Langstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg), in der Wetterau zwischen Nieder-Florstadt und Wickstadt oder im Kreis Gießen bei Pohlheim-Garbenteich. Die Landwirte protestieren damit in ganz Deutschland aktuell gegen immer strengere Auflagen, die ihnen - aus ihrer Sicht - das Leben schwer machen.

"Man sollte uns mehr Vertrauen schenken"

Johannes Monath

Nachwuchs-Landwirt aus Langstadt

Denn gerade erst hat die Bundesregierung ein neues Agrarpaket auf den Weg gebracht. Das sieht zum Beispiel verschiedene Maßnahmen für mehr Insektenschutz vor. An sich gut für die Umwelt. Aber viele Landwirte fühlen sich schlicht von immer mehr Auflagen geradezu erdrückt. Gerade kleinere und mittlere Betriebe fürchten deshalb um ihre Existenz.

Vor allem kleine Betriebe haben Probleme

Forderungen der Politik, wie die Ausweitung von Bio-Betrieben, seien gerade für Landwirte aus kleineren Betrieben oft kaum umzusetzen. Der Markt für Bio-Produkte sei schon seit Jahren konstant zu klein, sagt zum Beispiel Johannes Monath, Nachwuchs-Landwirt aus dem südhessischen Langstadt. Viele Landwirte bekämen deshalb dann weniger Geld für ihre erzeugten Bio-Lebensmittel, als sie eigentlich wert wären. "Die Situation haben wir momentan schon bei den Milchvieh-Betrieben", sagt Johannes Monath. "Wenn ein Milchvieh-Betrieb auf Bio umsteigen will, kriegt er seine Milch konventionell bezahlt, weil kein Markt für Bio-Milch da ist." 

Immer mehr Höfe geben auf

Auch das Hofsterben wird zu einem immer größeren Problem in Deutschland. "Man geht davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren die Hälfte aller Betriebe aufgeben", erklärt Monath. Der Nachwuchs-Landwirt weiß: Auch wenn sein Vater momentan noch vom eigenen Betrieb leben kann, wird ihm selbst der Hof als einzige Einkommensquelle nicht mehr ausreichen. Trotzdem will der Sohn den Familienbetrieb weiterführen.

"Ich werde den Betrieb auf jeden Fall erhalten"

Johannes Monath

Nachwuchs-Landwirt aus Langstadt

Weitere Gespräche gefordert

Mit den grünen Kreuzen wollen die Landwirte jetzt auf ihre Situation aufmerksam machen. Sie sollen die Menschen dazu anregen, sich mit der Arbeit der Landwirte auseinanderzusetzen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Und auch an die Politik geht durch die Kreuze ein Appell: Der Bauernverband fordert etwa weitere Gespräche über das Agrarpaket. 

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