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Gericht: Berufsschülerinnen müssen zum Unterricht

VG Gießen entscheidet - Berufsschülerinnen müssen zum Unterricht

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Symbolbild

Zwei Schülerinnen einer Berufsschule im Wetteraukreis müssen auch in der Corona-Pandemie am Präsenzunterricht teilnehmen. Das hat das Gießener Verwaltungsgericht entschieden. Das Gericht lehnte einen Eilantrag ab, mit dem die Frauen bis zu den Sommerferien davon befreit werden wollten.

Die Schülerinnen argumentierten demnach, die Teilnahme an dem seit Ende Mai einmal wöchentlich stattfindenden Unterricht vor Ort sei ihnen nicht zumutbar und verletze ihr Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Gericht: Schutzmaßnahmen in Schule reichen aus

Als Auszubildende zu medizinischen Fachangestellten hätten sie zudem bereits außerhalb der Berufsschule ein erhöhtes Risiko, mit Corona-Infizierten in Kontakt zu kommen. Sie befürchteten auch, "dass die von der Schulleitung selbst gerügte mangelhafte Disziplin anderer Schüler dazu führe, dass die Hygieneregeln nicht eingehalten werden könnten".

Die Richter teilten die Auffassung der Klägerinnen nicht. Diese gehören dem Gericht zufolge nicht zum Kreis derer, die laut der entsprechenden Corona-Verordnung des Landes von der Präsenzpflicht in der Schule ausgenommen sind. Die vorgesehenen Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung hielt das Gericht zudem für ausreichend.

Niedrige Fallzahlen in der Wetterau

Mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen im Wetteraukreis sahen die Richter auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Teilnahme am Präsenzunterricht ein unzumutbares Gesundheitsrisiko bedeute. Da die Klägerinnen angehende medizinische Fachangestellte seien, könne man zudem davon ausgehen, dass diese "durch ihre Praxiserfahrung besonders verantwortungsvoll im Umgang mit Hygieneregelung agieren könnten".

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig, eine Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel ist möglich.

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