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Erster Prozess im Zelt des Limburger Landgerichts

Drogenprozess im Zelt - Premiere für Limburger Landgericht

Erste Bewährungsprobe für das neue Gerichtszelt in Limburg: Dort findet am Morgen zum ersten Mal eine Verhandlung statt. Dabei geht es um Drogendelikte. Sechs Menschen sind angeklagt. Ihnen drohen laut einem Sprecher des Landgerichts hohe Haftstrafen. 

Technisch modern und Platz für Abstand

Mit Richter, Anwälten, Wachmännern und Zuschauern werden dutzende Menschen vor Ort sein. Das Zelt ist aber enorm groß, wodurch es problemlos möglich ist, Abstand zu halten, anders als zuvor im eigentlichen Gerichtsgebäude. Dazu ist der Saal technisch modern: Es gibt einen großen Fernseher, um Video-Aufnahmen zu zeigen und eine Klimaanlage. Für die Angeklagten, die aus der Untersuchungs-Haft kommen, stehen nebenan Container-Zellen.

Hintergrund: Corona-Pandemie

Angesichts coronabedingter Platzprobleme nutzt das Landgericht Limburg nun eine Zeltkonstruktion aus Kunststoff als Sitzungssaal für größere Strafprozesse. Es handele sich um eine spezielle Lösung für das Limburger Gericht und sei in dieser Form einmalig in Hessen, sagte ein Sprecher.

Justizministerin Kühne-Hörmann lobt Zelt-Idee

"Die Zeltkonstruktion in Limburg ist ein guter und kreativer Lösungsvorschlag des Landgerichts, um die Gerichtsverfahren trotz der pandemiebedingten Einschränkungen fortzusetzen", sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). "Sofern sich dieser Pilotversuch bewährt, ist die Nutzung unter entsprechenden Voraussetzungen auch an anderen Gerichtsstandorten denkbar."

Gelände ist umzäunt

Bei dem externen Gerichtssaal handelt es sich um eine Hartplastikkonstruktion. Der Zeltbau wurde auf einem umzäunten und überwachten Gelände in einem Industriegebiet errichtet. Der Ausweich-Saal bietet Platz für bis zu 8 Angeklagte und 28 Zuschauer. Das ermögliche, "Prozesse wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen", hatte der Gerichtssprecher bei der Bekanntgabe der Pläne mitgeteilt. Im größten Saal des Gerichtgebäudes stünden aktuell nur 13 Zuschauerplätze zur Verfügung.

Auch andere Gerichte sind kreativ geworden

Für Zivilverfahren können Limburger Richter demnach bereits ein Bürgerhaus nutzen. Auch andere hessische Gerichte sind schon auf externe Räumlichkeiten ausgewichen - das Landgericht Wiesbaden etwa verhandelte einen Mordprozess in einem Saal des "Hauses der Vereine".

Kosten: 15 000 Euro

Dem Limburger Landgericht zufolge war es aus Kosten- und Sicherheitsgründen nicht möglich, ein vorhandenes Gebäude für die größeren Strafprozesse zu nutzen oder ein Kongresszentrum anzumieten. Der Sprecher bezifferte die Aufbau- und monatlichen Kosten für den externen Sitzungssaal auf jeweils etwa 15 000 Euro.

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