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Proteste im Dannenröder Forst angekündigt

Ausbau A49 im Dannenröder Forst - Waldbesetzer wollen Bäume verteidigen

© dpa

Umweltschützer protestieren mit Schildern vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Bau der Autobahn 49.

Einen Tag nach der Gerichtsentscheidung zur erlaubten Baufortsetzung der A49 in Mittelhessen hat das Urteil für ein geteiltes Echo gesorgt. Während die regierende CDU und die FDP aus dem Landtag sowie ein betroffener Landkreis den Beschluss begrüßten, reagierten Naturschützer und Umweltverbände mit Kritik. Die Waldbesetzer im Dannenröder Forst kündigen Proteste an. 

"Bäume verteidigen"

Die Waldbesetzer kündigten an, ihre Aktion fortzusetzen. Es bleibe notwendig, "den Wald unter dem Einsatz unserer Körper zu schützen". Es gebe nun keine juristische Instanz mehr, die den Wald bewahren könne. Die Besetzung des Waldes gerate nun unter "erhöhten Druck". Die Aktivisten erklärten laut einer Mitteilung der Gruppe "Wald statt Asphalt", dass es ein Skandal sei, dass in Deutschland weitere Autobahnen gebaut würden - in Anbetracht der Klimakrise.

BUND sieht Landesregierung in der Pflicht

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) fordert von der Landesregierung einen Aufschub der Pläne. Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen, sagte: "Planungsdinosaurier wie die Autobahn A 49 gefährden die Zukunft. Der Klimawandel ist bereits eine akute Gefahr für unsere Wälder. Nötig ist deshalb eine schnelle Konzentration aller Mittel auf die Verkehrswende."

"Baurecht ist keine Baupflicht"

Die A49 dürfe nicht gebaut werden, forderte der BUND. "Denn Baurecht ist keine Baupflicht! Die Landesregierung sollte sich bei der Bundesregierung und gegenüber den anderen Bundesländern für ein Moratorium beim Straßenneubau und eine Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans einsetzen."

Gericht weist Klage zurück

Der BUND war am Vortag vor dem Bundesverwaltungsgericht mit einer Klage gegen den Weiterbau der A49 gescheitert. Das Gericht in Leipzig wies die Klage des BUND sowie eine weitere eines privaten Grundstücksbesitzers ab. Die Kläger hatten erreichen wollen, dass der bereits bestandskräftige Planfeststellungsbeschluss für das Teilstück zwischen Stadtallendorf und Gemünden/Felda zurückgenommen oder zumindest außer Vollzug gesetzt wird. Der Weiterbau der Autobahn soll Kassel und Gießen besser miteinander verbinden.

BUND-Sprecher Thomas Norgall vor der Verhandlung am FFH-Mikro

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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