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Bratpfannen-Explosion: Fahrlässige Tötung?

Nach Bratpfannen-Explosion - Ermittlungen gegen Fest-Verantwortlichen

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Nach der Explosion einer riesigen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland mit zwei Toten im September 2019 ermittelt die Polizei gegen einen Verantwortlichen des örtlichen Heimatvereins. Im Raum steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Mann sei ein Verantwortlicher für das Fest in Freudenberg im vergangenen Jahr gewesen, bei dem das Unglück geschah. Mittlerweile lägen Gutachten vor, die die Ereignisse rekonstruierten.

Verkettung verschiedener Umstände

Die Explosion der Pfanne auf dem Brauchtumsfest im Ortsteil Alchen wurde den Angaben zufolge von einer Verkettung verschiedener Umstände ausgelöst. Bei dem Gerät habe es sich um eine selbstgebaute Brat-Konstruktion gehandelt, die schon seit Jahrzehnten im Besitz des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen gewesen sei. In einem Hohlraum zwischen Boden und Deckel war demnach Öl eingeschlossen, das beim Erhitzen zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung führen sollte. Boden und Deckel wiederum waren durch Metallstreben miteinander verschweißt. Zum Druckausgleich gab es ein Ventil.

Öl spritzt auf Gasbrenner-Flamme

Ein Problem: Dem Alter der Konstruktion entsprechend war auch das Öl gealtert und sein Siedepunkt dadurch gesunken. Es dehnte sich bereits bei geringerer Wärme stark aus. Das Ventil zum Druckausgleich war zudem geschlossen. Beim Erhitzen wölbte sich der Bräter, im Boden entstanden mehrere Löcher. Durch diese spritzte heißes Öl auf die offene Flamme eines Gasbrenners. Die Folge: Eine Explosion. Zwei Frauen starben, mehrere Menschen wurden auch noch schwer verletzt.

Beteiligte weisen vor Explosion auf Pfannen-Problem an

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten Beteiligte sogar bemerkt, dass irgendetwas mit der Bratpfanne nicht stimmte. Als sie sich wölbte, sei ein Verantwortlicher des Festes informiert worden, der sich mit ihrer Funktionsweise ausgekannt habe. Der Mann habe aber nur die Energiezufuhr reduziert, so die Staatsanwaltschaft. Der Betrieb sei weiter gelaufen. Gegen diesen Mann werde nun ermittelt.

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