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Lehrstellen-Endspurt im Coronajahr

Lehrstellen-Endspurt in Hessen - So suchen Azubis im Corona-Jahr

© Symbol

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch am Ausbildungsmarkt in Hessen ihre Spuren. Am 1. August beginnt offiziell das neue Ausbildungsjahr - aber Bewerbungen, Praktika und Vorstellungsgespräche konnten nur eingeschränkt angeboten werden. Die gute Nachricht für die Jugendlichen: Es bestehen noch gute Chancen, einen Ausbildungsplatz für diesen Herbst zu finden, das zeigen Recherchen von HIT RADIO FFH. 

Gießen: Arbeitgeber halten sich an geschlossene Azubi-Verträge

Daniela Hach von der Arbeitsagentur in Gießen sagt im FFH-Gespräch: Die Unternehmen waren erst zögerlich mit Ausbildungsstellen zu Beginn der Corona-Einschränkungen, doch jetzt erholt sich der Ausbildungsmarkt. So bliebe das gute Niveau in Gießen unterm Strich erhalten. Viele Ausbildungsverträge seien ja auch vor Monaten schon geschlossen worden und würden beibehalten.

Sorgenkind Reisebranche 

Ein Sorgenkind ist die Reisebranche. Hier seien tatsächlich die meisten Ausbildungsstellen gecancelt worden. Wermutstropfen: Derzeit erstellten, so Daniela Hach, viele Firmen Stellenpläne für das nächste Jahr und würden dann wegen Corona-Umsatzeinbußen möglicherweise weniger Ausbildungsplätze anbieten. Vor allem, wenn die Kurzarbeit auslaufe. Das macht der Fachfrau Sorgen. Hier gibt es mehr Infos zu unbesetzten Stellen der Arbeitsagentur Gießen.

Fulda: Doppelt so viele Lehrstellen wie Bewerber

Im Landkreis Fulda sieht das etwas anders aus - hier gibt es nach wie vor fast doppelt so viele Ausbildungsstellen wie Bewerber. Zitat aus der Alo-Statistik Juni: "Trotz den gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die heimische Wirtschaft scheint die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und Betriebe in der Region weitgehend ungebrochen."

Insofern geht Waldemar Dombrowski davon aus, dass es in 2020 generell keine Ausbildungsstellenlücke und somit keinen „Corona-Jahrgang“ in der Ausbildung geben wird." Mehr Information der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda.

Daniela Hach von der Arbeitsagentur Gießen

"Wir machen uns mehr Sorgen um die Lehrstellen 2021"

© FFH

Die Arbeitsagentur in Gießen. Coronabedingt gibt es hier derzeit keinen Publikumsverkehr ohne Termine.

Kassel: Corona macht Kontakt zu jungen Leuten schwierig

Die Handwerkskammer Kassel geht davon aus, das Vorjahresniveau an Ausbildungsverträgen ungefähr halten zu können. Anbahnung und Abschluss von Lehrverträgen habe sich coronabedingt allerdings verzögert und verzögere sich vielleicht noch über den Sommer hinweg. „In Lehrstellendatenbank der Handwerkskammer sind über 560 freie Lehrstellen und rund 300 Praktikumsplätze eingetragen. Das zeigt, dass die Bereitschaft unserer Betriebe auszubilden, trotz der Corona-Pandemie nicht nachgelassen hat“, so Jürgen Müller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel.

Weniger Lehrstellen befürchtet

Im Juni gab es im Bezirk der Arbeitsagentur Kassel 3114 freie gemeldete Ausbildungsstellen. Das wäre ein Minus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut Agentur-Sprecherin Cornelia Harberg würden die Firmen den Verlauf der Coronakrise abwarten, bevor sie entscheiden, ob und in welchem Ausmaß sie ausbilden. Hier gibt es Infos zu Aus- und Weiterbildung der IHK Kassel-Marburg.

Frank Dittmar, Handelskammer Kassel

"Wir organisieren Webinare mit Jugendlichen und Firmen"

FFH-Reporterin Anne Schmidt war in der Gießener Arbeitsagentur

Darmstadt: Rückgang der Ausbilungsplätze befürchtet

In Südhessen befürchtet die Arbeitsagentur einen Rückgang der Ausbildungsstellen. Das gilt aber weniger für das Handwerk. Hier sind laut IHK noch 650 Lehrstellen als frei gemeldet. Es gibt aber auch Unterstützung: Damit sich der Fachkräftemangel durch die Coronakrise nicht zusätzlich verschärft, erhalten klein- und mittlere Unternehmen (KMU), die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, für jeden 2020/2021 neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Hier gibt es Infos rund um das Thema Ausbildung der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar.

Hans Heinrich-Benda, IHK Darmstadt

"Das Besondere ist, dass viele Lehrstellen jetzt erst besetzt werden"

Wiesbaden: Einzelhandel, Banken und Handwerk suchen Azubis

In Wiesbaden suchen die Unternehmen laut Stadt dringend Nachwuchskräfte, ob im Einzelhandel, bei Banken, in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen oder im Handwerk. "Bewerbt Euch, die Wiesbadener Firmen suchen Auszubildende, Eure Chancen stehen gut“, appellieren Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz sowie der für das Jobcenter und die Schulsozialarbeit zuständige Sozialdezernent Christoph Manjura an die Schülerinnen und Schüler der Wiesbadener Abschlussklassen.

Sorge gilt dem Ausbildungsjahr 2021

Die Handwerkskammer beklagt vor allem den Ausfall vieler Ausbildungsmessen. Es gibt die Sorge, dass Jugendliche im nächsten Jahr vermehrt auf Ausbildungsplatzsuche gehen werden, dann aber weniger Lehrstellen angeboten werden. Hier gibt es mehr Infos zu Aus- und Weiterbildung der IHK Wiesbaden.

Benrhard Mundschenk, Handwerkskammer Wiesbaden

"Es ist sehr schwer für uns, Kontakt zu den Jugendlichen zu bekommen"

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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