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Blinde auf die Straße gelotst? Stadt: Keine Gefahr

Wirbel um Leitsystem für Blinde - Stadt Baunatal sieht keine Gefahr

© HIT RADIO FFH / Marcel Ruge

Wie müssen diese Platten verlegt sein? Das hat in Baunatal im vergangenen Jahr für Diskussionen gesorgt. Jetzt hat die Stadt klargestellt: Ganz egal, wie sie verlegt sind, eine akute Gefahr bestehe nicht.

Sie haben vor einem Jahr in Baunatal für reichlich Diskussionen gesorgt: Weiße Steine auf dem Gehweg, mit Rillen darin. Diese sogenannten Rippenplatten sollen Sehbehinderten den Weg weisen. Doch viele führen in die Irre, nämlich direkt auf die Straße und nicht Richtung Gehweg – das war damals zumindest die Kritik der CDU im Stadtparlament. Jetzt hat die Stadt das Ergebnis einer Überprüfung vorgestellt.

Stadt überprüft alle Übergänge für Sehbehinderte

Die Stadt hat sich zusammen mit Experten im vergangenen Jahr alle 550 Übergänge für Sehbehinderte angesehen. Das Ergebnis: "Eine akute Gefahr besteht nicht", sagt Baunatals Stadtbaurat Daniel Jung (SPD) zu FFH. Aber: "Bei etwa einem Drittel haben wir Abweichungen vom heute gültigen Standard". Der Grund dafür: Diese Platten wurden größtenteils vor 15 Jahren verlegt - und damals gab es noch gar keine einheitlichen Normen für Blindenleitsysteme.

Stadtrat Daniel Jung über die Überprüfung des Blindenleitsystems in Baunatal

Übergänge sollen erneuert werden

Die bemängelten Standorte wolle man sich jetzt zusammen mit dem Behindertenbeirat Fall für Fall anschauen - und dann wenn nötig nachbessern. Der Behindertenbeirat sagt aber auch: Man sei froh, dass die Stadt überhaupt so viel tut für die Barrierefreiheit. Und: Wer blind sei, würde auch nicht einfach so auf die Straße laufen, nur weil die Platte auf dem Boden dort hinführt.

FFH-Reporter Marcel Ruge berichtet aus Baunatal

Marcel Ruge

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