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Bußgeld-Bilanz: Hessen nimmt rund 65 Mio. Euro ein

Bußgeld-Bilanz - Hessen nimmt rund 65 Mio. Euro ein

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Symbolbild

Trotz Corona ist die Zahl der Verkehrssünder im vergangenen Jahr hoch geblieben. Die zentrale Bußgeldstelle hat rund 1,3 Millionen Verkehrsanzeigen aus ganz Hessen bearbeitet – nur etwas weniger als im Jahr davor. Das hat das zuständige Regierungspräsidium Kassel am Donnerstag mitgeteilt.

7 Millionen Euro weniger Einnahmen als 2019

Corona hat die Leute offenbar nicht davon abgehalten, zu schnell zu fahren oder falsch zu parken. Fast 65 Millionen Euro hat das Land Hessen über die Bußgeldverfahren eingenommen - knapp 6,9 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Es handele sich um den ersten Rückgang seit Jahren, teilte die Zentrale Bußgeldstelle des Landes mit. Grund sei der Verkehrsrückgang wegen der Corona-Pandemie, auch seien Polizei- und Ordnungskräfte wegen der Pandemie häufig anderweitig eingesetzt worden. Der Rückgang sei allerdings nicht so stark ausgefallen, wie befürchtet.


Die Verstöße: Besonders häufig waren mit rund 69 Prozent Tempo-Überschreitungen, es folgten mit rund 16 Prozent Halte- und Parkverstöße und Verfahren aufgrund von Unfällen mit rund 5,5 Prozent. Geringere Anteile hatten beispielsweise Verstöße gegen die Anschnallpflicht (0,66 Prozent) oder das Handyverbot (1,3 Prozent) sowie Fahren über rote Ampeln (1,4 Prozent). Meist (knapp 63 Prozent) wurde eine Regelgeldbuße bis 55 Euro verhängt.


Immer mehr zahlen online

Es hätten aber wohl noch etwas mehr Einnahmen sein können. Rund 60.000 Verfahren mussten im vergangenen Jahr eingestellt werden – weil der neue Bußgeldkatalog im Sommer für nichtig erklärt wurde. Immer mehr Verkehrssünder zahlen übrigens online – ein Großteil via Paypal.

Kontrollen in Kassel

Erst am Mittwochabend hat die Polizei in Kassel die Autos auf der Ihringshäuser Straße kontrolliert. In diesem Zeitraum passierten 153 Fahrzeuge die Messstelle. 21 der Fahrer überschritten dabei die dort erlaubten 50 km/h. Trauriger Spitzenreiter war der Fahrer eines Audi A8, der mit Tempo 102 unterwegs war. Er muss sich nach Abzug der Toleranz auf einen Bußgeldbescheid über 200 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und ein einmonatiges Fahrverbot einstellen.

Marcel Ruge

Reporter
Marcel Ruge

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