Nachrichten > Nordhessen >

Sintis abgewiesen: Vorfall wird aufgearbeitet

Sinti-Familie abgewiesen - Bad Zwestens Politik arbeitet Vorfall auf

© dpa

Symbolbild

Eine Sinti-Familie will auf dem Waldcampingplatz in Bad Zwesten Urlaub machen – und wird wieder weggeschickt. Nach dem rassistischem Vorfall im August soll das Geschehen am Donnerstagabend im Gemeindeparlament politisch aufgearbeitet werden.

Es soll eine Resolution für Vielfalt und gegen Diskriminierung verabschiedet werden.

"Aktiv gegen Diskriminierung zur Wehr setzen"

„Chancengleichheit und der Schutz vor Diskriminierung sind wesentliche Voraussetzungen für eine Gesellschaft, die Vielfalt als Gewinn betrachtet. Wir alle als Mitglieder der Zivilgesellschaft müssen uns aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zur Wehr setzen", sagt Bürgermeister Michael Köhler.


Die Resolution im Wortlaut: Die Gemeinde Bad Zwesten setzt sich dafür ein, dass Hass und Gewalt, Ausgrenzung und Respektlosigkeit, Diskriminierung und Rassismus keinen Platz finden. Wir treten für Toleranz, kulturelle Vielfalt und für ein buntes und offenes Bad Zwesten ein. Darunter verstehen wir die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. Wir stehen für eine lebendige, offene, demokratische und solidarische Gesellschaft ein.


Verein hatte sich nach Vorfall entschuldigt

Die Betreiber des Campingplatzes hätten schlechte Erfahrungen mit Sinti gemacht - so hatte die Begründung fürs Abweisen der Familie damals gelautet. Nach dem Vorfall hatte sich der Verein, der den Camping-Platz betreibt, entschuldigt. Eine entsprechende diskriminierende Vereinbarung bezüglich Sinti- und Roma-Familien wurde geändert, sagte ein Sprecher im August zu FFH.

Inhalt wird geladen
Marcel Ruge

Reporter
Marcel Ruge

nach oben