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Wie geht es eigentlich der Eventbranche?

FFH-Recherche zu 2G in Hessen - Viele Clubs nutzen das Modell

© DPA

Veranstalter und private Betreiber haben die Möglichkeit, ausschließlich Geimpfte und Genesene einzulassen. Auch das Personal muss sich dann an die 2G-Regel halten.

Licht am Ende des Tunnels in der Veranstaltungsbranche in Hessen? Clubs, Konzerthäuser und Veranstaltungslocations könnten mit der 2G-Regel wieder ein Stück Normalität zurückerlangen - eine FFH-Recherche zeigt: viele nutzen die Möglichkeit. Trotzdem gibt es ein paar Betreiber, die sich bewusst dagegen entscheiden.

Mit der bisher geltenden 3G-Regel hatten sich viele hessische Veranstalter gegen den Restart entschieden. Durch Coronaregeln wie das Abstandsgebot war es für beispielsweise Diskos häufig einfach nicht lukrativ für getestete, geimpfte oder genesene Menschen aufzumachen. Jetzt, wo das 2G-Optionsmodell in Hessen eingeführt wurde, könnte sich das ändern. Wenn nur noch geimpfte oder genesene Gäste Zutritt bekommen, fallen Abstands- und Maskenpflicht weg. Dies würde Konzerte, Partys und Veranstaltungen wieder beinahe wie vor Corona ermöglichen.

Erste Partys unter 2G

Gerade für kleinere Locations lohnt sich das 2G-Modell. So können sie unter voller Auslastung aufmachen. Der Ponyhof im Frankfurter Altsachs zum Beispiel ist froh, dass eine neue Regelung gefunden wurde, unter der er wieder aufmachen kann. Als kleiner Club hätte sich das mit den Abstandsregeln vorher nicht gelohnt, sagen uns die Betreiber. Wann hier die erste Party nach anderthalb Jahren Corona-Pause stattfindet, steht aber noch nicht genau fest. Anders ist es in der Batschkapp in Frankfurt, da wurde sich der Tag schon fett im Kalender umkringelt: Die erste Party unter 2G startet am 2. Oktober. Tickets müssen vorher online reserviert werden.

Die große Suche nach Personal beginnt

Viele Betreiber aus der Eventbranche sagen gegenüber FFH, dass so ein Restart nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Jetzt gilt es erst einmal wieder Personal zu finden, da durch die lange Schließung während der Pandemie viele in diesem Berufsfeld den Job verloren oder gekündigt haben. Im Netz findet man daher auf zahlreichen Seiten gerade Stellenausschreibungen für Barkeeper, Service-Kräfte und Mitarbeiter für die Garderobe - so zum Beispiel beim Monkeys in Gießen, dem Marburger Nachtsalon oder dem Huckebein in Darmstadt.

Nothnagel: "Bedarf im Service-Bereich"

Huckebein-Geschäftsführer Rene Nothnagel sucht noch Mitarbeiter

Paddy Sata Tamiya jetzt in der Zeit. Die Orientierung dessen Eltern haben gesagt okay, Er hat. Für uns wird es langsam Zeit, dass wir etwas anderes suchen. Das wegen Mame Nummer. Bisschen Bedarf. Im Service-Bereich Amen aber siehts nicht so extrem, dass wir jetzt nicht einen auf machen können oder sonstiges Also. Ich hab ewig schon Kollegen gehört. Die da extremste Probleme hatten auch mal wieder Leute zu finden. Aber unser Grundthemen besteht. Und wir brauchen nur noch zur Erweiterung

Großer Restart am 1. Oktoberwochenende

Letztere haben in den sozialen Medien schon das erste wilde Partywochenende angekündigt: "Ab Freitag, 01.10. öffnen wir wieder unsere Tore um mit euch zu feiern, zu tanzen und einfach Spaß zu haben. Wir freuen uns so unendlich auf das erste Oktoberwochenende", heißt es vom Huckebein. Große Freude über lange Partynächte gibt es auch in Nordhessen. Da wurde bereits Ende September unter 2G gefeiert. "Es war wie vor Corona, ein schönes Gefühl für alle und jeden", sagt der Betreiber vom Bonkers Club in Frankenberg Benjamin Battefeld zu FFH. 1.000 Leute passen in den Club - etwa die Hälfte war beim ersten Party-Abend dabei. Mit 3G-Regelung hätten maximal 165 Leute reingedurft - total unwirtschaftlich, sagt Battefeld.

Nothnagel: "Uns wäre es lieber, wenn wir alle Gäste begrüßen können"

Huckebein-Geschäftsführer Rene Nothnagel sieht aktuell keinen anderen Weg als Veranstaltungen unter der 2G-Regel

Leider bleibt uns wenig andere Möglichkeiten übrig, außer dass zwei Gehwege mit innenliegenden Quadratmeter Beschränkung vom siebzig Leuten nur diese vom sechzig Leuten viel mehr kann man keinen wirtschaftlichen Betrieb machen. Und auch für die Gäste machts keinen Spaß. Das werden die Punkte, warum wir RSC und leider dazu genötigt fühlen, Ja. Und zwar durch lieber, wenn wir alle Gäste begrüßen können und sobald sich das lockert. Wenn man dann auch in der Richtung ändern und anpassen, dass wir möglichst wider jeden begrüßen können.

Nothnagel: "Wir freuen uns auf legendäre Nächte!"

Das Huckebein öffnet unter dem Motto „Die Nächte werden länger“. Geöffnet ist immer freitags und samstags.

Wir freuen uns auf legendäre Nächte wieder mit unseren Gästen in im familiären Rahmen, wie es bei uns im Zimmer ist. Aber die Gäste sind wir ziemlich heiß drauf. Und wieder tanzen zu gehen. Alle sechzigern, seit aufwuchs gefehlt hat in der Pandemie. Man hat zwar Sause machen können, aber dieses Antrags. Irgendwie war es anderes noch, als wenn man hiermit richtig Musik. Licht und Dämmen richtiger Atmosphäre aus geht es da schon immer was anderes her?

Veranstaltungsbuchungen ziehen an

Wie die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH mitteilt, zieht das Veranstaltungsgeschäft deutlich an. Es gibt zunehmend mehr Anfragen und Buchungen für das RheinMain CongressCenter (RMCC), das Kurhaus Wiesbaden und das Jagdschloss Platte. Für das RMCC, das etwa im November Schauplatz zahlreicher medizinischer Tagungen ist, gingen in den vergangenen Wochen 100 Anfragen ein, für das Kurhaus Wiesbaden waren es 84 und für das Jagschloss Platte annähernd 60.

Konzertveranstalter Vater: "Das ist auf jeden Fall ein Lichtblick!"

Der Kasseler Konzertveranstalter (MMKonzerte) Uwe Vater plant demnächst mehrere Konzerte für eine ältere Zielgruppe - unter 2G.

Das ist auf jeden Fall ein Lichtblick. Denn die meisten Leute sind geimpft oder genesen in dieser Altersgruppe zumindest. Also ist das eigentlich ein riesen nach für dich? Eigentlich, dass es ein Riesenschritt in normale Konzertveranstaltungen Bedingung. So muss man es sehen.

© FFH

Das Marburger KFZ setzt sowohl auf 2G als auch auf 3G Veranstaltungen.

Auch Personal muss sich an 2G halten

Der Wiesbadener Schlachthof will ebenfalls nur noch 2G-Veranstaltungen anbieten. 90 Prozent der Besucher seien ohnehin bereits geimpft beziehungsweise haben eine Corona-Infektion durchgestanden. Auf eine ausverkaufte Halle hofft Vorstandsmitglied Carsten Schack bereits zum 1. Oktober. Da soll eine ausgefallene Silvesterparty nachgeholt werden. Im Oktober sind 20 weitere Veranstaltungen geplant. Die 2G-Regeln soll auch bei den Künstlern und deren Bühnentechnikern angewendet werden. Agenturen, Solisten und Bands, mit denen man gesprochen habe, zeigten laut Schack großes Verständnis für die Entscheidung.

Schack: "Wir schließen niemanden aus!"

Carsten Schack vom Wiesbadener Schlachthof freut sich, dass die Konzerthalle wieder mit 2000 Besuchern gefüllt werden darf

Wir schließen wir niemanden aus. Wir machen nur etwas möglich, dass in den letzten achtzehn Monaten fast nicht mehr gab. Das heißt es können so viele noch heute in unserer Veranstaltung zur Veranstaltung kaum wieder laut Feuerwehr Lord Bestuhlung Clan in die Hallen hineinpasst scheidet Masten mehr getragen werden. Und es gibt keine Abstandsregeln

Schack: "Können Künstler den 2G-Nachweis nicht erbringen, müssen sie für die Kosten gerade stehen"

Gäste, Personal und auftretende Künstler müssen geimpft oder genesen sein, sagt Carsten Schack vom Wiesbadener Schlachthof

Alle, die auf einer solchen Veranstaltung sind, der liegen den zwei gehe regeln. Das heißt unser Personal gestern arbeitet, führt geimpfte der gewesen sein. Und die Künstler, die kommen, werden auch geimpft. Der Genese, sein Wir sagen, sogar weniger vor Ort. Nicht nachweisen können, dass sie geimpft oder genesen. Seiten findet euer Auftritt nicht statt. Hier, die für die Kosten geradestehen

Angst vor Gegenwind

Das Franzis in Wetzlar dagegen setzt bewusst im Oktober noch auf 3G-Veranstaltungen. Aufgrund der Impfquote im Lahn-Dill-Kreis würde man beinah ein Drittel der potentiellen Besucher ausschließen, begründet der Club die Entscheidung. Mittelfristig könnten sich die Regeln aber ändern, sagen uns die Betreiber, die natürlich auf lange Sicht darauf hoffen, dass jegliche Beschränkungen irgendwann enden. Einige Veranstalter hängen zudem ihre Planungen für 2G-Veranstaltungen aktuell bewusst nicht an die große Glocke. Sie sagten gegenüber FFH, dass sie Angst vor Hetze haben und Teile ihrer Kundschaft nicht vergraulen wollen. So gab es in den sozialen Medien einige Locations zum Beispiel in Gießen, die übel beschimpft wurden, als sie die neuen Regeln verkündet haben. 

Wussow: "Wir werden eine Mischform fahren"

Matthias Wussow vom KFZ in Marburg will sowohl 2G als auch 3G Veranstaltungen anbieten, um keine Gäste auszuschließen

Via während tatsächlichen Mischform fahren Warum, das lang und breit diskutiert, ordnete er, werden sowohl als auch Veranstaltungen machen. Es wird die ein oder andere Tanzveranstaltung unter zwei Bedingungen geben. Das ein oder andere Konzert wird auch unter zwei G Bedingungen geplant. Da gibt es allerdings noch nichts, was fest zugesagt ist. Da kommen auch die Künstler beziehungsweise Banz auf uns zu. Und Fragen können wir das unter den und den Bedingungen machen. Wir werden aber auf der anderen Seite auch das drei gemodelt weiterverfolgen. Und da auch er viele Veranstaltungen machen, weil wir einfach sagen, wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen und den auch die Möglichkeit geben, Kulturveranstaltungen zu besuchen.

Wussow: "Wir haben ein großes ehrenamtliches Team"

Teile vom KFZ-Team sind nicht geimpft, auch deshalb gibt es sowohl 2G als auch 3G Veranstaltungen, erklärt Matthias Wussow am FFH-Mikro

Also, wir haben ein sehr großes ehrenamtliches Team, aber davon lebt das KZ. Wir sind dann so zu kulturelles Zentrum und keiner privater kommerzieller Club. Und natürlich Gipser die unterschiedlichsten Ansichten und Meinungen. Und auch da nochmal haben wir uns entschieden, im auch zweigleisig zu fahren, weil es eben auch Menschen gibt, die nicht geimpft sind und wie natürlich auch nicht ausschließen wollen. Und wir leben letztendlich auf von dem Engagement, der Ehrenamtlichen darf. Wie gesagt, sind wir nach wie vor der Meinung, müsse es müssen und sollen wir so viele Leute wie möglich mitnehmen.

FFH-Reporter Felix Breiner checkt schon die Tanzfläche im Huckebein aus

Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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