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Das Gastgewerbe hat wegen Corona hunderttausende Mitarbeiter verloren

Hunderttausende Mitarbeiter weg - Gastgewerbe ist klarer Corona-Verlierer

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„Wir suchen Dich für unser Team!“ steht auf einer Tafel im Eingangsbereich einer Gaststätte (Symbolfoto).

"Auch Quereinsteiger fürs Restaurant herzlich willkommen." Das steht in der Stellenanzeige eines Hotels in Kassel - Weihnachtsgeld inklusive. Vor allem im Gastgewerbe sei der Fachkräfte-Bedarf gigantisch, sagt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Hessen.

Rund 60 Prozent der Betriebe suchen derzeit neue Mitarbeiter, deutschlandweit haben die Betriebe im Gastgewerbe alleine im Jahr 2020 rund 216.000 Beschäftigte verloren. Diese Zahlen gehen aus einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor. Diese beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Einzelhandel profitierte am meisten

Der Einzelhandel habe sich als Auffangbecken für in der Corona-Pandemie abgewanderte Beschäftigte, vor allem aus dem Gastgewerbe erwiesen. Fast 35.000 der aus der Gastronomie abgewanderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten im Verkauf einen neuen Job gefunden. Was zunächst in vielen Fällen als vorübergehende Lösung gedacht gewesen sein möge, habe sich in vielen Fällen als Dauervariante etabliert. Gründe hierfür seien zum Beispiel familienfreundlichere Arbeitszeiten, Aufstiegschancen und Bezahlung über dem Mindestlohn.

Personalmangel bleibt nicht ohne Folgen

Der Studie zufolge sind es nicht nur Minijobber, die die Gastronomie verließen. Unter den Abgängen waren von Juni 2020 bis Juni 2021 auch knapp 60.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, heißt es in der Studie weiter - ein Rückgang um 10,3 Prozent. Dieser ist deutlich spürbar. Selbst Vorzeigebetriebe müssten inzwischen schließen oder zusätzliche Ruhetage einlegen, sagt Thomas Geppert, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Bayern. Hotels könnten aus Personalmangel ihre Zimmer nicht mehr voll auslasten.

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