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So tut ihr Gutes für die Bienen

Auf Balkon und im Garten - Mit diesen Pflanzen helft ihr den Bienen

Der Biene geht es nicht gut! Umweltgifte, Landwirtschaft, Bebauung - viele Dinge setzen den nützlichen Insekten zu. Aber jeder von uns kann mit wenig Aufwand den Bienen helfen.

Durch das fleißige Bestäuben von Pflanzen tragen Bienen in beeindruckendem Maße zu unserer Lebensmittel-Produktion bei. Schätzungen beziffern den Wert der von Bienen erbrachten "Arbeit" auf 100 bis 200 Milliarden Euro - jedes Jahr! Ein Bienensterben hat also schwere Auswirkungen, auf uns alle und wir tun gut daran unsere Bienen so gut es geht zu schützen und zu fördern.

Jeder kann den Bienen helfen

Egal ob mit oder ohne eigenen Garten: Den Bienen zu helfen ist gar nicht so schwer, macht wenig Arbeit und sieht auch noch schön aus. Mit diesen Tipps schafft ihr euer eigenes kleines Bienenparadies.

Ein großes Problem für Bienen ist, dass sie durch Bebauung und Monokulturen in der Landwirtschaft immer weniger Nahrung finden, sagt Berthold Langenhorst vom NABU Hessen im FFH-Interview. Gärten sind da eine gute Alternative, wenn sie denn richtig angelegt sind. Mit Steinen und akkurat geschnittenem Rasen können Bienen nichts anfangen. Sie brauchen Blüten, aus denen sie den Nektar saugen können. Auch wichtig: Abwechslung! Denn die rund 600 verschiedenen Wildbienenarten, die es hier in Deutschland gibt, sind zum Teil stark spezialisiert und können sich nur von einzelnen Pflanzenarten ernähren.

Perfekt für alle Arten von Bienen: eine wilde Wiese

"Nichts tun" für die Bienen

Wer den Bienen helfen will, sollte daher am besten eine "wilde Ecke" in seinem Garten anlegen. Und das macht noch nicht einmal viel Arbeit, sagt Langenhorst. Im einfachsten Fall reicht es sich eine Ecke des Gartens auszusuchen und dort gar nichts zu machen. Häufig kommen die für Bienen interessanten Pflanzen von ganz alleine: "Ich habe bei mir über 60 verschiedene Pflanzen-Arten auf der Wiese, einfach weil ich nichts tue", berichtet Langenhorst. Und so eine wilde Wiese kann mit ihren abwechslungsreichen Pflanzen und bunten Blüten auch durchaus ein "Design-Element" und eine optische Bereicherung eines Gartens sein.

Wer mehr machen will, der kann auch spezielle Wildkräuter-Mischungen im Gartenhandel kaufen und diese aussähen.

Auch mehrjährige Stauden wie Beispielsweise Schafgarbe oder Salbei machen sich im Garten gut und werden von Bienen gerne angeflogen.

Die richtigen Pflanzen auf Balkon oder Fensterbrett

Aber auch wer keine eigenen Garten hat, kann den Bienen helfen: "Grundsätzlich kann man sich merken: Jede Blüte hilft. Jede Pflanze die Nektar spendet", sagt Victor Hernández, Imker aus Kassel. Wichtig sei nur, dass es sich um offene Blüten handele. Zierpflanzen wir Dahlien oder Rosen sehen mit gefüllten Blüten zwar schön aus, sind für Bienen aber nicht geeignet, weil diese nicht an den Nektar kommen.

Lavendel: Sieht gut aus und Bienen freuen sich.

Den Bienen helfen und gleichzeitig lecker kochen

Wer wenig Platz hat, dem empfiehlt Hernández das für Bienen Nützliche mit dem Praktischen zu verbinden und auf Küchenkräuter zu setzen. Majoran, Rosmarin oder Lavendel verfeinern eure Gerichte und bieten gleichzeitig Blüten für Bienen.

Und keine Angst: Im Gegensatz zu Wespen sind Bienen normalerweise sehr friedlich, haben es nicht auf unser Essen abgesehen und stören kaum, selbst wenn sie auf eurem Balkon unterwegs sind.

Marc Adler

Reporter:
Marc Adler

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