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Bahnhof Fritzlar: 140 Euro Strafe für Falschparker

Bahnhof in Fritzlar - 140 Euro Strafe für Falschparker

© Niklas Nendzig / HIT RADIO FFH

Wer am Bahnhof in Fritzlar parkt, muss mit einem teuren Knöllchen rechnen. 140 Euro können fällig werden.

Einige Fritzlarer werden sich in letzter Zeit über ihre Post gewundert haben: 140 Euro Strafe fürs Falschparken wird da von ihnen gefordert. Doch nicht das Ordnungsamt mahnt ab, sondern eine Privatperson. Denn der Fritzlarer Bahnhof gehört Jan Jäger. Vor einigen Jahren hat er das Bahnhofsgebäude und den Großteil des anschließenden Grundstücks gekauft.

Über App gemeldet

Jäger meldet die Falschparker über die App "Parkcollect" bei einem Inkasso-Unternehmen. Dazu fotografiert er die Autos samt Nummernschild. Das Inkasso-Unternehmen verschickt dann per Post die Zahlungsaufforderungen. Von den 140 Euro behält das Inkasso-Unternehmen 100 Euro, 40 Euro gehen an Jäger. Ums Geld gehe es ihm nicht, sagt Jäger.

Bürger sind verunsichert

Die Fritzlarer sind verunsichert, wo sie ihr Auto abstellen dürfen, wenn sie jemanden zum Bahnhof bringen oder von dort abholen. Bürgermeister Hartmut Spogat sagt: "Die Bürger verstehen die Situation nicht." Laut Spogat ist Jäger dazu verpflichtet, vier Parkplätze für Bahnkunden bereitzustellen. Jäger entgegnet dem, dass die Stadt diese Parkplätze bei ihm anmieten müsse. 

Nachgefragt: Wie reagiert die Stadt auf die neuen Parkgebühren?

Bahnhof Fritzlar: 140 Euro Strafe für Falschparker

Hartmut Spogat

Bürgermeister von Fritzlar

Bürgermeister Hartmut Spogat: "Ich war sehr verwundert"

Besitzer: Nicht gegen Bahnkunden gerichtet

Jäger betont, dass er keine Bahnkunden melden will. Deshalb sehe er immer erst nach, ob jemand am Bahngleis steht, bevor er ein Auto meldet. Jeder dürfe auf seinem Privatparkplatz halten, wenn er sich zum Beispiel eine Fahrkarte am Gleis kaufen will - für längere Zeit parken allerdings nicht. Wer für längere Zeit parken will, kann über die Straße "Am Güterbahnhof" bis an den Bahnhof heranfahren - das Grundstück auf dieser Seite gehört nämlich der Bahn.

Probleme mit Müll auf seinem Grundstück

Die Abmahnungen richteten sich gegen Kunden der Shisha-Bar und des Dönerladens in der angrenzenden Straße. Diese hätten immer wieder auf seinem Privatgrundstück geparkt und Müll hinterlassen. Als er sie persönlich angesprochen habe, seien sie nicht einsichtig gewesen.

Komplizierte Situation

Jäger gibt zu, dass die Situation kompliziert ist. Etwas ändern wird sich erst, wenn Stadt und Jäger sich einigen. Beide Seiten sehen die Lösung in mehr Parkplätzen. Wer die bezahlen soll, ist noch offen. 

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