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Auto-Attacke in Volkmarsen: Fahrer in U-Haft

Auto-Attacke in Volkmarsen - Fahrer in Untersuchungshaft

Der Autofahrer, der beim Rosenmontagszug in Volkmarsen mehr als 75 Menschen verletzt haben soll, ist in Untersuchungshaft. Ihm werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. 

Fahrer in JVA verlegt

Der 29-Jährige ist vom Krankenhaus in eine Justizvollzugsanstalt mit Krankenabteilung verlegt worden, sagt die Generalstaatsanwaltschaft im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Ob er eine Aussage gemacht hat, konnte sie nicht sagen.

20 Kinder unter den Opfern

35 Verletzte seien in stationärer Behandlung im Krankenhaus, Lebensgefahr sei bei einigen Verletzten noch nicht auszuschließen. Unter den Opfern befinden sich 20 Kinder. Das jüngste Opfer ist laut Polizei zwei Jahre alt.

Die Behörden gaben außerdem bekannt: Der 29-jährige Deutsche, der das Auto wohl vorsätzlich in die Menschenmenge steuerte, war nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat liegen nicht vor, das Innenministerium schließt einen Anschlag nicht aus.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei Kassel bittet unterdessen weiterhin alle, die verletzt wurden sowie diejenigen, die Hinweise zum Täter und Tathergang machen können, sich unter der Rufnummer 0800 / 110 33 33 zu melden.

+++ Gut 1.000 Menschen besuchen ökumenischen Gottesdienst +++

Am Abend besuchten gut 1.000 Menschen einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien in Volkmarsen, an dem auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) teilnahmen. Der Fuldaer Bischof Michael Gerber rief die Menschen zum Zusammenhalt auf. Die Tat könne man nicht verstehen, sagte der katholische Geistliche laut Redemanuskript. Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sagte, das Geschehene habe das Leben in Volkmarsen radikal verändert, doch Gott sei auch in diesen dunklen Momenten bei den Menschen.

Das sagen die Besucher nach dem Gottesdienst

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Ministerpräsident Bouffier sagt nach dem Gottesdienst

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+++ Tatort freigegeben +++

Am Mittag, mehr als 20 Stunden nach der Tat, hat die Polizei den Tatort im Steinweg wieder freigegeben. Auf dem Boden deuten aber noch Kreidezeichnungen der Spurensicherung auf die Attacke am Rosenmontag hin.

+++ Viele Faschingsumzüge am Dienstag können starten +++

Die Mehrzahl der hessischen Karnevalsumzüge am Faschingsdienstag kann starten. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass sich die Gefährdungslage erhöht habe, teilte das hessische Innenministerium nach Abstimmung mit dem Landeskriminalamt mit. Die Veranstalter der Umzüge wurden jedoch nachdrücklich dazu aufgefordert, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Die Polizei werde außerdem eine deutlich stärkere Präsenz zeigen. Ob Faschingsumzüge tatsächlich stattfinden oder nicht, entscheiden jeweils die Entscheidungsträger vor Ort.

+++ Zweite festgenommene Person war Gaffer +++

Nach der Auto-Attacke wurde auch ein zweiter Mann am Tatort festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt uns auf Anfrage bestätigte, handelt es sich dabei um einen Gaffer, der Videoaufnahmen gemacht haben soll. Demnach handelt es sich bei dem Festgenommenen wohl nicht um einen Komplizen des Fahrers.

Landrat Reinhard Kubat: "Haben alles für die Sicherheit getan"

+++ Spurensicherung untersuchte Tat-Fahrzeug +++

Die Spurensicherung hat das Tat-Fahrzeug, einen silbernen Mercedes, nochmals in Augenschein genommen. Danach wurde der Kombi mit einem Anhänger abtransportiert.

+++ Steinmeier dankt Einsatzkräften +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich "tief erschüttert" gezeigt. "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich wünsche den Verletzten von Herzen eine vollständige Genesung", sagte er laut einer Mitteilung auf Facebook. Steinmeier dankte zudem den Helfern: "Mein Dank gilt den Einsatzkräften vor Ort."

FFH-Reporter Marcel Ruge aus Volkmarsen. 

+++ Fahrer polizeibekannt - aber nicht als Extremist +++

Der Fahrer des Autos in Volkmarsen war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Allerdings war er der Polizei nach dpa-Informationen in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

+++ "Teilen Sie keine Falschnachrichten!" +++

Die Polizei warnt vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. "Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter", schrieb die Polizei Nordhessen bei Twitter. "Teilen Sie keine Falschnachrichten!", hieß es. Dazu stellte sie ein Bild, auf dem mehrere Menschen zu sehen sind, die neben einem Auto stehen.

+++ Attacke offenbar mit hoher Geschwindigkeit +++

Nach den bisherigen Erkenntnissen des hessischen Innenministeriums fuhr der Mann mit hoher Geschwindigkeit.

+++ Informationszentrum für Betroffene +++

Direkt Betroffene und Angehörige erhalten in dem Zentrum gesicherte Informationen und Unterstützung, schreibt die Polizei auf Twitter. Es ist zu finden im Rathaus Volkmarsen, Steinweg 29.

Umzugs-Besucher Carsten aus Welda am FFH-Mikro: "Mein Vater hat mich noch weggezogen".

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+++ Rosenmontagszüge abgebrochen +++

Aus Sicherheitsgründen fanden am Montag keine weiteren Faschingsumzüge mehr statt. Die polizeiliche Präsenz wurde hessenweit verstärkt. Das Polizeipräsidium Frankfurt bezeichnete die Absage der laufenden Umzüge als Vorsichtsmaßnahme.

Steffen Rödger, dessen Töchter bei dem Umzug waren, berichtet uns von dem Vorfall

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