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Drohnen-Technik rettet Rehkitze vor Mähtod

Schwalmstadt - Drohnen-Technik rettet Kitze vor Mähtod

Eine schreckliche Vorstellung für jeden Landwirt: Er mäht sein Feld, plötzlich gibt es einen Schlag - und er stellt fest, dass er geade ein Rehkitz getötet oder schwer verletzt hat. Zehntausende Tiere würden in Deutschland laut Deutscher Stiftung Wildtier jedes Jahr so sterben. Nun soll moderne Technik helfen - wie etwa die Drohnen von Alexander Bätz und Daniel Kurz.

Wärmebild-Kameras erkennen Rehkitze

Die beiden Schwälmer sind Drohnen-Piloten. Sie machen aber mehr als ansehnliche Luftbilder. Ausgestattet mit Wärmebild-Kameras fliegen sie die Felder der Bauern ab und können so vor der Mahd erkennen, ob sich ein Rehkitz im Feld versteckt hat. Bislang hat man dafür Hunde eingesetzt, die das ganze Feld ablaufen mussten - oder hat Plastiktüten aufgehängt, um die Rehkitze zu vertreiben.

Die Angst der Landwirte

Für die Landwirte sei das ein riesiger Fortschritt, sagt Alexander Bätz. "Die sind überglücklich - wer mal ein Rehkitz übermäht hat, weiß wie schockierend das ist", sagt der 32-Jährige, der im Hauptberuf Zimmerermeister ist, am FFH-Mikro. Manche Bauern hätten davor richtig Angst und könnten gar nicht mehr selber mähen.

Einsatz im Morgengrauen

Bätz und Kurz haben erst in diesem Jahr mit der Rehkitz-Suche per Drohne begonnen - und jetzt zur Mahd-Saison auch schon Tiere finden können. Per Walki-Talki läuft dann die Verständigung mit den Helfern. Ein Jagdpächter kümmert sich dann um das Kitz, setzt es vorsichtig um, wo es später von der Mutter gefunden wird. Und dann kann die Mahd ohne Angst beginnen. Alles muss in den frühen Morgenstunden passieren - nur dann ist das Feld noch kühl genug, um die Tiere per Wärmebild-Kamera zu erkennen.

"Ich mache das für umme"

Verdienen will Alexander Bätz mit seiner Rehkitz-Suche übrigens nichts. "Ich mache das für bekannt Landwirte für umme, die geben mir 'ne Stracke Ahle Wurst", sagt Bätz. Andere Landwirte schmeißen etwas Geld in die Kaffee-Kasse. "Ich mache das für die Wildtier-Hilfe." Vermessungsaufträge für die Landwirtschaft oder Einsätze zum Erkennen von Glutnestern für die Feuerwehr seien lukrativer. Immerhin würden die Drohnen mitunter so viel kosten wie ein Kleinwagen - manchmal auch so viel wie eine Limousine.

Marcel Ruge

Reporter
Marcel Ruge

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