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BUND: Wer hat den Gartenschläfer gesehen?

BUND bittet um Mithilfe - Wer hat den Gartenschläfer gesehen?

Er sieht aus wie eine Maus – allerdings mit Zorromaske und weißer Schwanzspitze: der Gartenschläfer. Während er im Rhein-Main-Gebiet weit verbreitet ist, hat man das gefährdete Tierchen in Nordhessen seit Jahrzehnten nicht gesehen. Bis jetzt. In Söhrenwald-Wellerode ist er einem Naturfreund vor die Kameralinse gelaufen.

Sichtungen online melden

Möglich ist, dass es dort doch eine kleine Population gibt - oder aber, der kleine Nager ist zum Beispiel auf einem LKW mitgereist und in Söhrewald quasi ausgestiegen. Der BUND bittet daher jetzt, mögliche Sichtungen zu melden, so Projektmanagerin Susanne Steib zu FFH.

Gartenschläfer galt in der Region als verschwunden

BUND-Projektmanagerin Susanne Steib zu der Sichtung in Söhrewald

"Keiner weiß, dass es ihn gibt"

"Das Problem des Gartenschläfers ist, dass keiner weiß, dass es ihn gibt. Das müssen wir unbedingt ändern. Das heißt, wenn jemand Geräusche auf dem Dachboden hat, Fraßspuren im Garten, die er nicht zuordnen kann oder vielleicht auch ein Tier gesehen hat, wovon er erst dachte, dass es eine Maus ist - dann bitte nochmal genauer schauen und uns Bescheid geben. Das ist für uns sehr wertvoll, um rauszufinden, ob es noch mehr von ihnen gibt", so Steib. 

Gartenschläfer wird immer seltener

Die Bestände des Gartenschläfers sind europaweit seit Jahren stark rückläufig und auch in Deutschland ist der Nager gefährdet. Warum das so ist, ist bislang unklar. Deshalb starteten der BUND, die Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft 2018 die „Spurensuche Gartenschläfer“ mit dem Ziel, die Ursachen für den Bestandsrückgang des Gartenschläfers zu erforschen. Anhand der Ergebnisse sollen direkt Schutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um die Populationen in einem großen Teil seines Verbreitungsgebiets zu stabilisieren.

Madleen Khazim

Reporterin
Madleen Khazim

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