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Missbrauchsfall in Northeim: 48-Jähriger in U-Haft

Verbindung Campingplatz Lügde - Großer Missbrauchsfall in Northeim

© dpa

Symbolbild

Erneut gibt es einen großen Fall von Kindermissbrauch – diesmal in Northeim bei Göttingen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage gegen einen 48 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Northeim erhoben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Verbindung zum Missbrauchsfall von Lügde

Sieben Kinder aus dem Kreis Northeim soll der Angeklagte missbraucht haben, es geht um 28 Taten. Über 40 Datenträger mit Beweismaterial haben die Behörden sichergestellt. Auf die Spur sind die Ermittler dem Mann über den Missbrauchsfall auf einem Campingplatz in Lügde in NRW gekommen. Der Angeklagte hatte persönlichen Kontakt zu einem der Täter.

Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue zu 130 weiteren möglichen Tätern

"Es ist erschreckend, wie viele Spuren sich aus diesem einen Fall ergeben haben"

Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue zur Verbindung nach Lügde

"Täter aus Lügde stand mit Verdächtigen aus Northeim in Kontakt"

130 weitere mögliche Täter

Und die Ermittlungen gehen weiter. Das Missbrauchsnetzwerk ist offenbar riesig. Allein durch die Hausdurchsuchung in Northeim wurden Hinweise auf 130 weitere mögliche Täter in ganz Deutschland gefunden. "Es ist erschreckend, wie viele Spuren sich aus diesem einen Fall ergeben haben", sagt Staatsanwalt Frank-Michael Laue zu FFH. "Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein widerwärtiges Verbrechen. Ich bin über dieses Ausmaß zutiefst erschüttert und in Gedanken bei den vielen Opfern", sagte Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen.

Soko ermittelt

Die Ermittlungen hat eine 24-köpfige Soko der Polizei in Northeim geführt. Es gab bereits mehr als 20 Vernehmungen. Die Soko sichtet jetzt auch die anderen Strafverfahren und gibt diese an die zuständigen Behörden weiter. Der Prozess gegen den 48 Jahre alten Angeklagten aus Northeim soll laut Staatsanwaltschaft schon Anfang September beginnen.

Marcel Ruge

Reporter
Marcel Ruge

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