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Hessen startet ins neue Schuljahr

Neuerungen und mehr Erfahrung - Hessen startet ins neue Schuljahr

Hessen startet ins neue Schuljahr - mit einigen Neuerungen und vielen Erfahrungen aus dem letzten Corona-Jahr.

Dreimal die Woche testen und im Unterricht Maske tragen: Das gilt zum Schulstart nach den hessischen Sommerferien, zunächst für die ersten beiden Wochen. Neu an den hessischen Schulen ist auch das Schüler-Testheft. Wer in der Schule negativ getestet wird, braucht dann tagsüber keinen weiteren Test mehr. Zum Beispiel, um ins Kino oder zum Friseur zu gehen. Das ermögliche es den Schülern, einfacher ihren Freizeit-Aktivitäten nachzugehen, so Kultusminister Lorz zu FFH.

Keine Tests bei vollständigem Impfschutz

Schüler müssen sich allerdings nicht testen lassen, wenn sie vollständig geimpft sind. Die ganze Klasse solle auch nicht mehr in Quarantäne geschickt werden, wenn ein Schüler positiv auf Corona getestet werde, sondern nur seine engen Kontaktpersonen, sagte Kultusminister Lorz im FFH-Gespräch. Zum Schulstart wächst zudem die Zahl der Lehrer: Jetzt sind es über 55.000 - 5.000 mehr als bei Lorz' Amtsantritt vor sieben Jahren.

Mit mehr Gelassenheit ins neue Schuljahr

Die meisten Lehrer, Eltern und Schüler starten heute etwas gelassener ins neue Schuljahr als vor einem Jahr. Das zeigt eine FFH-Umfrage. Dafür sorgen unter anderem die Impfungen und die Erfahrungen aus dem letzten Jahr.

"Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr machen uns entspannter"

„Alle Lehrkräfte bei uns sind geimpft, dazu auch viele Schüler – wir haben Routine beim Testen und bei den Hygiene-Regeln“, sagt Thorsten Prinz, Schulleiter des Engelsburg Gymnasiums in Kassel im Interview mit HIT RADIO FFH.  Auch Markus Bente von der Wigbertschule in Hünfeld sagte uns, dass alle mit mehr Gelassenheit ins neue Schuljahr gehen. Er ist trotzdem skeptisch, ob es wirklich keinen Distanzunterricht mehr in Hessen geben wird. "Wenn die Inzidenzen immer weiter steigen, wird vielleicht doch kein Weg am Distanzunterricht vorbeigehen", so Bente am FFH-Mikro.

"Alle Lehrkräfte bei uns sind geimpft, und wir haben viele Erfahrungen im letzten Jahr gesammelt."

Thorsten Prinz, Schulleiter des Engelsburg Gymnasiums in Kassel, geht mit mehr Gelassenheit ins neue Schuljahr.

"Wir haben mehr Erfahrungen mit den Hygiene-Regeln und mehr Routine."

Auch Markus Bente, Leiter der Wigbertschule in Hünfeld, ist etwas gelassener als noch vor einem Jahr.

© FFH

Schulleiter Haid: "Testhefte werden viel Zeit in der ersten Stunde verschlingen"

Es gibt aber auch Kritik: Stefan Haid von der Eichendorffschule in Kelkheim befürchtet, dass das neue Testheft viel Zeit in der ersten Stunde verschlingt. "Ich halte das Testheft für sinnvoll, weil die Kinder es eben auch beim Besuch im Kino oder beim Friseur vorlegen können. Aber die Tests in den ersten Stunden werden Unterrichtszeit kosten." Das denkt auch Thorsten Prinz vom Engelsburg Gymnasium in Kassel. Er sagt außerdem: "Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob das Testheft wirklich fälschungssicher ist."

 

"Die Testhefte werden gerade am Anfang viel Zeit kosten - aber sie ermöglichen den Schülern mehr Freiheit."

Stefan Haid, Schulleiter der Eichendorffschule in Kelkheim, hat gemischte Gefühle mit Blick auf die neuen Testhefte.

© FFH

Landeselternbeirat Heitmann: "Zu wenige Luftfilter in den Schulen"

Landeselternbeirat Volkmar Heitmann kritisiert, dass noch immer viel zu wenige Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien. "In der Wetterau gibt es 100 Schulen - davon sind lediglich 16 mit insgesamt 64 Geräten ausgestattet. Und die stehen nur in Räumen, die nicht belüftet werden können", so Heitmann im Gespräch mit HIT RADIO FFH.

© FFH

Dieser Luftfilter steht an der Kopernikusschule Freigericht. Der Main-Kinzig-Kreis will in den kommenden Wochen rund 900 Klassenzimmer mit Luftfilteranlagen ausstatten. Landeselternbeirat Volkmar Heitmann kritisiert am FFH-Mikro, dass in Hessen noch immer zu wenige Schulen mit den Luftreinigern ausgestattet seien. 

Elterntelefon des Landes Hessen

Mit einem Elterntelefon unterstützt das Land Hessen auch in diesem Jahr Familien bei allen Fragen rund um den Schuljahresstart. "In den ersten Tagen nach den Sommerferien ergeben sich erfahrungsgemäß immer die meisten Fragen zur Schule und zu unseren neuen Bildungsangeboten", teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden mit.

Ansprechpartner stehen in den ersten beiden Schulwochen bereit

Dafür gebe es das Elterntelefon, das vom Kultusministerium gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern angeboten wird. In den ersten beiden Schulwochen vom 30. August bis 10. September stehen montags bis freitags in der Zeit von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Thema Schule zur Verfügung. Die zentrale Rufnummer des Elterntelefons im Ministerium lautet +49 611 3686000.

Eva-Maria Lauber

Reporterin
Eva-Maria Lauber

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