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Kalte Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz: Bistümer sparen Energie

Kirchen wollen Energie sparen - Decken und Glühwein zum Aufwärmen?

Alte Nikolaikirche in Frankfurt
© dpa

In der Alten Nikolaikirche in Frankfurt liegen Decken für Gläubige . Auch hier ist die Heizung zur anstehenden Adventszeit bereits herunter gedreht.

Gottesdienstbesucher müssen sich in Hessen wärmer anziehen. Denn um Energie zu sparen, senken die Kirchen im Land die Temperaturen - mancherorts stehen die Heizungen nur noch auf Frostschutz. Einige Gemeinden überlegen sogar, die Gläubigen mit Glühwein zu wärmen.

Warm anziehen für das gemeinsame Gebet - das empfiehlt sich in diesem Spätherbst und Winter in vielen Kirchen.

5 Grad im Bistum Fulda

Wo es möglich ist, soll im Bistum Fulda die Grundtemperatur in Kirchen auf 5 Grad Celsius gesenkt werden. Dazu habe es die eine oder andere kritische Rückmeldung gegeben - allgemein habe aber die Mehrzahl der Kirchgänger Verständnis für die Maßnahmen, erklärte ein Sprecher. Bestenfalls würden Gottesdienste in Pfarrheime, Gemeindehäuser oder auch kleinere Kapellen verlegt.

Hoffnung auf milden Winter

Die großen Pontifikalämter an den Weihnachtsfeiertagen sollten aber auch dieses Jahr wieder im Fuldaer Dom gefeiert werden. Man hoffe auf einen milden Winter, denn gerade bei Festgottesdiensten mit Chor, Orgel und vor allem Streichinstrumenten müssen entsprechende Raumtemperaturen erreicht werden - die dann aber zeitlich begrenzt den jeweiligen Erfordernissen angeglichen würden.

Maximal vier bis acht Grad im Bistum Limburg

Vom Bistum Limburg hieß es, dass in diesem Spätherbst und Winter in nahezu allen Pfarreien die Kirchen-Heizungen ganz ausbleiben sollen oder lediglich auf eine Grundwärme von 4 bis 8 Grad geheizt würden, um etwa Schäden an Orgeln zu vermeiden. "Manche Pfarreien verlegen ihre Werktagsgottesdienste in Gemeindezentren oder in kleinere Kapellen", erklärte ein Sprecher. Auch die Temperatur in Gemeindezentren werde abgesenkt.

Teils Sonderregelungen für Weihnachten

Über die Weihnachtsfeiertage gebe es teils Sonderregelungen. "Manche Pfarreien heizen beispielsweise vom 24. bis 26. Dezember auf 12 Grad." Einen Rückgang bei den Besucherzahlen stelle man bisher nicht fest. "Ob sich das ändert, wenn die Temperaturen im November und Dezember weiter sinken, lässt sich aktuell nicht sagen. Wir sind da aber zuversichtlich. Denn bei den Gläubigen überwiegen bisher positive und verständnisvolle Reaktionen", so der Sprecher.

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In den evangelischen Kirchen ist es wärmer

Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erklärte, man wolle die Kirchen weiterhin beheizen, um nach den zwei Pandemiejahren dem Bedürfnis vieler Menschen nach Trost und Gemeinschaft nachzukommen. Dabei werde man noch einmal auf die 15-Grad-Regel hinweisen, die zwar bereits seit Jahrzehnten gelte, aber in der Vergangenheit nicht immer so genau genommen worden sei.

Glühwein beim Gottesdienst

Zugleich habe man den Gemeinden empfohlen, in die "Winterkirche" im Gemeindehaus umzuziehen. "Gemeinden schaffen aber auch vermehrt Decken an oder überlegen, beim Gottesdienst Glühwein auszuteilen, hörte ich vereinzelt", so der Sprecher. Auch digitale Feiern könnten abgehalten oder Gottesdienste ganz ins Freie verlegt werden.

Frankfurter Kirchen auf Frostschutz-Niveau

Die Frankfurter Gemeinden haben sich allerdings geschlossen dafür entschieden, auch die Heizung ihrer Kirchen komplett auf Frostschutz-Niveau herunterzuregeln, so der Sprecher. Sparen will die EKHN vor allem bei Verwaltungsgebäuden, bei denen etwa Flure kalt und die Außenbeleuchtung dunkel bleiben sollen.

Evangelische Gottesdienste an jedem Ort möglich

Generell komme der evangelischen Kirche auch entgegen, dass ihre Gläubigen anders als Katholikinnen und Katholiken für einen Gottesdienst keinen geweihten Raum benötigten - sondern an jedem Ort Gottesdienst feiern könnten, sagte der Sprecher. "Pointiert und grob gesprochen: Eine Kirche ist nach protestantischem Verständnis eigentlich nur dafür da, dass es einem beim Gebet nicht auf den Kopf regnet."

Olaf Brinkmann

Reporter
Olaf Brinkmann

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