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Mord an Ehefrau: Lebenslange Haft gefordert

Nach Mord an Ehefrau - Lebenslange Haft gefordert

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Symbolbild

Im Prozess um eine auf einem Parkplatz in Osthessen erstochene Frau sind am Landgericht Fulda die Plädoyers gehalten worden. Einem 55-jährigen Mann aus Künzell wird vorgeworfen, seine Ehefrau am 14. Juni 2019 ermordet zu haben. Die Staatsanwältin und beide Nebenklage-Anwälte, die die sechs Kinder des Angeklagten vertreten, forderten am Donnerstag lebenslange Haft wegen vorsätzlichen Mordes aus Heimtücke.

Angeklagter hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Tat geplant

Der Angeklagte habe die Tat vorbereitet und fünf Messer im Auto deponiert. Die Frau sei arglos bei ihm eingestiegen, als er ihr anbot, sie zur Arbeit zu fahren wie zuvor schon oft. Er habe dieses Vertrauen genutzt und gewartet, bis sie sich mit dem Sicherheitsgurt quasi selber fixiert hatte. Das Motiv liegt für die Prozessbeteiligten auf der Hand: Der Angeklagte habe mit dem Verlust seiner Arbeit als Taxifahrer auch seine Position als Familienoberhaupt verloren. Seine Frau habe fortan allein für den Unterhalt der Familie gesorgt und alles organisiert. Der Angeklagte habe nur auf dem Sofa gesessen und ferngeschaut.

Verteidiger erklärte die Tat als Folge einer fortschreitenden Kränkung

Der Verteidiger erklärte die Tat als Folge einer fortschreitenden Kränkung. Der Angeklagte habe es einfach nicht mehr ertragen. Der Verteidiger forderte eine mildere Strafe für seinen Mandanten. Der Angeklagte selber hatte während der Gerichtsverhandlung zur Tat geschwiegen und die Plädoyers reglos verfolgt. Zum Schluss sagte er: "Ich bin schuldig."

Urteil soll am 2. April fallen

Das Urteil soll am 2. April gesprochen werden. Der Angeklagte ist im Kosovo geboren, hat aber zusätzlich die serbische und deutsche Staatsbürgerschaft. Seine Ehefrau war ebenfalls Kosovarin mit deutscher Staatsbürgerschaft.

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