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Heute Warnstreiks bei Bus und Bahn in Hessen

Kassel, Wiesbaden und Frankfurt - Warnstreiks heute bei Bus und Bahn

Pendler müssen sich am heutigen Dienstag auch in Hessen Alternativen für Bus und Bahn suchen. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, werden in Kassel und Wiesbaden die Busse, in Frankfurt Straßenbahnen und U-Bahnen bestreikt.

Der Warnstreik läuft seit der Frühschicht und endet mit Spätschicht-Schluss. Bundesweit hat die Gewerkschaft zum Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr aufgerufen.

RegioTrams in Kassel fahren nur zum Hauptbahnhof

In Kassel fahren keine Straßenbahnen und Busse der KVG. Die NVV-Busse fahren im Stadtgebiet Kassel regulär, teilt der Nordhessische Verkehrsverbund mit. Die RegioTrams fahren innerhalb der Stadt nicht. Sie starten und enden sie am Hauptbahnhof. Der Verkehr außerhalb der Innenstadt auf den drei nordhessischen RT-Linien ab dem Hauptbahnhof soll aufrechterhalten werden.

Busse in Wiesbaden fahren nicht

In Wiesbaden sind alle Buslinien und -fahrten von ESWE Verkehr betroffen, teilt der Betreiber mit. Demnach sind auch die Kollegen der Mainzer Mobilität im Streik. Die Gemeinschaftslinien 6, 9, 28 und 33 fahren deswegen nicht. Nach den Informationen der ESWE sind die Schienenverbindungen (S-Bahn, Rheingaulinie und Ländchesbahn) innerhalb Wiesbadens beziehungsweise zwischen Mainz und Wiesbaden nicht vom Streik betroffen.

Ausfälle in Mainz

Die Mainzer Verkehrsgesellschaft rechnet damit, dass auf den Linien 50, 51, 52, 53, 55, 59, 61, 67, 69, 70, 90, 92 und 93 aller Voraussicht nach keine Fahrten stattfinden, teilt die MVG mit. Nicht betroffen sollen aber die ORN-Linien 75, 620, 650, 652 und 660 sein sowie die Züge. Auf ihrer Homepage listet die MVG auf, welche Fahrten voraussichtlich stattfinden.

FFH-Reporter Peter Hartmann aus Wiesbaden

© FFH

Keine U- und Straßenbahnen in Frankfurt

In Frankfurt betrifft der Warnstreik alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft sagt, dass gerade das Bestreiken der U-Bahn als „Rückgrat“ des städtischen Nahverkehrsnetzes viele Fahrgäste schmerzhaft treffen wird. S-Bahnen, Regionalzüge und Buslinien sollen aber planmäßig fahren.

In Frankfurt gibt es Alternativen

Somit können sie laut VGF "im dicht „gestrickten“ Frankfurter Nahverkehrsnetz vielfach als Alternative weiterhelfen – ein vollwertiger Ersatz für die bestreiken Linien können sie aber natürlich nicht sein." Die VGF rät: Im Internetfahrplan U- und Straßenbahnen ausblenden lassen, so dass nur die alternativen S-Bahnen, Regionalbahnen und Busse angezeigt werden, die tatsächlich verkehren.

Verdi-Sprecher: "Alle Kollegen machen mit"

FFH-Reporter Daniel Granitzny im Gespräch mit Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel

Auch Warnstreik im öffentlichen Dienst in Frankfurt

Frankfurt ist damit zweifach Warnstreik betroffen, denn die Gewerkschaft Verdi hat auch zum Warnstreik im öffentlichen Dienst in Frankfurt aufgerufen. Beschäftigten der Frankfurter Stadtverwaltung legen heute die Arbeit nieder - das betrifft beispielsweise städtische Kindertagesstätten, Gesundheitsamt und Jobcenter.

Auch Streik im Rhein-Neckar-Kreis

Betroffen ist voraussichtlich auch die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH. In einer Mitteilung der rnv heißt es, dass der Straßen- und Stadtbahnverkehr sowie der Busverkehr komplett stillstehen werden.

Keine Auswirkungen in Darmstadt

Das Nahverkehrsunternehmen HEAG Mobilo hingegen kündigt an, dass es keinerlei Auswirkungen in Darmstadt geben wird. "Unsere Angestellten werden nach anderen Tarifen entlohnt. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sind daher für unseren Betrieb nicht relevant", heißt es in einer Mitteilung bei Twitter.

Marburg erwartet Warnstreik am Donnerstag

Die Stadtwerke Marburg rechnen damit, dass der Öffentliche Personennahverkehr in Marburg am Donnerstag, 1. Oktober,  ab Betriebsbeginn um vier Uhr bestreikt wird. Rund 170 Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG) haben über ihre Gewerkschaft angekündigt, die Arbeit den ganzen Tag bis zum Schichtende niederzulegen, teilen die Stadtwerke mit. Betroffen vom Streik sind alle Buslinien der Stadtwerke Marburg. Der Schul- und Berufsverkehr in Marburg wird weitgehend eingestellt, heißt es.

© FFH

Verdi will Tarifvertrag durchsetzen

Die Gewerkschaft Verdi will einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87 000 Beschäftigte im ÖPNV durchsetzen, wie sie mitteilte. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

Forderung vom öffentlichen Dienst getrennt

Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort derzeit ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um Spartentarifverträge. Weil diese sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinanderentwickelt haben, möchte Verdi sie nun durch eine bundesweite Regelung ergänzen.

Massive Beeinträchtigungen drohen

"Mit unseren Forderungen haben wir Vorschläge geliefert, wie sich die drängenden Fragen von Entlastung und Nachwuchsförderung lösen lassen", teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, mit. "Dass die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Verhandlung bereit sind, verhöhnt die Beschäftigten und torpediert jede Bemühung, eine Verkehrswende zu erreichen."

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