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Großrazzien im Bausektor im Rhein-Main-Gebiet

Betrugsverdacht im Bausektor - Großrazzien im Rhein-Main-Gebiet

© ZOLL

Einsatz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit im Baugewerbe

Im Zuge des Großeinsatzes von Polizei und Zoll am Mittwoch (wir haben berichtet) konnte weiteres Bargeld von mehr als 300.000 Euro sichergestellt werden. Das teilten die zuständigen Ermittler jetzt mit. "Insgesamt übersteigt die sichergestellte Summe insgesamt den Betrag von einer halben Million Euro", so ein Sprecher des Zolls.

Ermittler: Auswertung der Beweismittel dauert Monate

Die Durchsuchungen erstreckten sich auf insgesamt 20 Einsatzorte, davon 15 im hessischen und fünf im bayerischen Landesbereich. Das Hauptaugenmerk des Einsatzes lag im Bereich zwischen Aschaffenburg, Darmstadt, Mainz, Frankfurt am Main. Die Auswertung der vielen sichergestellten Beweismittel werde mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Razzien auch im Raum Darmstadt und Frankfurt

Im Fokus stünden Hauptverantwortliche eines Bauunternehmens sowie mehrere mutmaßliche Scheinrechnungssteller. Sie sollen unter anderem Arbeitsentgelt veruntreut, die Sozialkassen betrogen und Lohnsteuer hinterzogen haben - es könnten bis zu 15 Millionen Euro sein, sagte eine Zollsprecherin. Mehr als 550 Einsatzkräfte beteiligten sich an den Aktionen.

Ausgeklügeltes Betrugssystem

Festgenommen wurden eine Frau und drei Männer. Ob sie zur organisierten Kriminalität zählen, werde noch ermittelt. Details zur Baufirma wollte die Sprecherin nicht nennen. Die Verdächtigen sollen ein ausgeklügeltes Betrugssystem betrieben haben. So sollen Scheinfirmen eigens zu dem Zweck gegründet worden sein, um sogenannte Abdeckrechnungen auszustellen für Leistungen, die nicht erbracht wurden. Solche Rechnungen würden dann gekauft und eingebucht, erklärte die Sprecherin. Ein großer Teil des Betrages fließe dann bar zurück, meist unter Abzug einer Provision. So werde dann Bargeld etwa für Schwarzarbeiter generiert, Sozialabgaben würden umgangen, Steuern nicht gezahlt.

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