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Schlag gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

Groß-Einsatz in Rhein-Main - Schlag gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

© dpa

Symbolbild

Großangelegte Durchsuchung heute im Rhein-Main-Gebiet mit mehr als 600 Einsatzkräften. Sie sind gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen.

Bei dem unter dem Decknamen ‚KRONOS‘ geführten Einsatz wurde ein illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen zerschlagen. Drei Hauptbeschuldigte konnten festgenommen werden, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilt.

Gesamtschaden rund 30 Millionen Euro

Insgesamt richten sich die Maßnahmen gegen 48 Beschuldigte. Ihnen wird Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen, Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen oder dazu Beihilfe geleistet zu haben. So sollen Schäden für die Sozialkassen in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein. „Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen schätzen wir den entstandenen Gesamtschaden insgesamt auf annähernd 30 Millionen Euro“, so Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes Gießen.

Arbeitsstunden nur zum Teil gemeldet

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Baufirma aus dem Kreis Groß-Gerau. Sie soll, über Jahre hinweg, die durch die eingesetzten Bauarbeiter geleisteten Arbeitsstunden nur zum Teil den Einzugsstellen mitgeteilt haben. Darüber hinaus (schwarz) geleistete Stunden erhielten die Arbeiter in Briefumschlägen bar vergütet. Mit Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen, erstellt von sogenannten „Servicefirmen“, generierten die mutmaßlichen Täter und ihre mitbeschuldigten Helfer Bargeld und versuchten die Taten zu verschleiern.

Drei Männer festgenommen

Gegen drei der Beschuldigten wurden Haftbefehle vollstreckt. Drei Männer im Alter von 28, 38 und 49 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Darunter auch der 49-jährige Geschäftsführer der Baufirma im Kreis Groß-Gerau. Er gilt als mutmaßlicher Haupttäter und Drahtzieher der kriminellen Machenschaften, für die er ein gut organisiertes Netzwerk aufbaute, das maßgeblich durch ihn gesteuert wurde. Für seine Taten setzte er in erster Linie Familienangehörige an den entscheidenden Stellen ein. Auch gegen die Geschäftsführer zweier Nachunternehmen lagen Haftbefehle vor.

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